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Rutschpartie in Marseille : AC/DC war schuld

  • Aktualisiert am

Ausrutscher nur auf dem Rasen: Paul Pogba und seine Kollegen hatten Standprobleme Bild: dpa

Immer wieder rutschten die Spieler bei der Partie Frankreich gegen Albanien auf dem Rasen aus. Der französische Trainer Didier Deschamps weiß, woran es lag - und wundert sich über eine neue Marotte seines Teams.

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          Didier Deschamps hatte es geahnt. „Der Platz ist ein Desaster. Aber es ist kein Wunder, wenn du eine Woche vor der EM hier ein AC/DC-Konzert hast“, erklärte der leicht erzürnte Trainer der französischen Fußball-Nationalmannschaft nach dem 2:0-Sieg gegen Albanien am Mittwochabend in Marseille.

          Immer wieder rutschten die Spieler beider Teams auf dem Platz aus. Mittelstürmer Olivier Giroud wechselte nach ein paar Minuten die Schuhe. „Als ich Bilder sah, wie Leute von dem Konzert kamen, da habe ich nur gedacht: Oh mein Gott“, sagte Deschamps mit Blick auf den Auftritt der Rocker am 13. Mai im Stade Vélodrome.

          Fußball-EM : Frankreich nach Sieg über Albanien im Achtelfinale

          Dennoch gewann Frankreich sein zweites Spiel bei dieser EM und pflegte dabei eine neue Tugend: Wie schon im ersten Spiel gegen Rumänien traf der Gastgeber erst in den Schlussminuten. Die Last-Minute-Siege der Équipe tricolore  kosten Nerven. „Es wird langsam eine Marotte, dass wir immer am Ende zuschlagen“, meinte Trainer Didier Deschamps nach dem 2:0 gegen Albanien, „aber ich kann ihnen sagen, mir wäre es lieber, wenn wir etwas früher zuschlagen könnten“.

          Gegen Albanien fielen die Tore in der 90. Minute und in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Nie erzielte eine Mannschaft später ein Tor bei einer Fußball-Europameisterschaft. „Es ist nichts Neues, dass wir spät treffen“, sagte der Schütze zum Endstand, Dimitri Payet. Das erlösende 1:0 gegen tapfere EM-Debütanten am Mittwochabend in Marseille hatte Antoine Griezmann erzielt.

          Auch Zuschauer erschöpft

          Erschöpft wirkten selbst manche Zuschauer, als diese das Stade Vélodrome gegen Mitternacht verließen. Wieder hatten sie lange gezittert, gebangt und gehofft mit der Mannschaft des EM-Gastgebers. Wieder schallte ohrenbetäubender Jubellärm erst in den letzten Minuten durch das Stadion - wie beim 2:1 zum Auftakt gegen Rumänien dank des Treffers des neuen Nationalhelden Payet in der 89. Minute. Nach zwei Siegen aus zwei Spielen ist den Franzosen das Achtelfinale sicher, erreichen wollen sie es aber als Gruppenerster mit drei Siegen aus drei Spielen - Gegner wäre dann ein Gruppendritter. Nächster Kontrahent ist am Sonntag in Lille die Schweiz, mit vier Punkten Gruppenzweiter vor Rumänien (1) und den punktlosen Albanern.

          „Wir nehmen aus diesem Spiel weiteres Selbstvertrauen für das nächste mit“, meinte Torwart und Kapitän Hugo Lloris. Mit Baguette in der Hand erklärte er in der Mixed-Zone in den Stadion-Katakomben zudem, dass dieser Erfolg die Moral der Mannschaft unterstreiche. „Wir haben Reife gezeigt, weil wir bis zum Ende geduldig geblieben sind. Diese Geduld ist mit schönen Toren belohnt worden“, sagte Lloris. „Wir müssen diesen Wettkampfspirit beibehalten.“

          Deschamps rüttelte wach

          Allerdings musste Trainer Deschamps seine lange Zeit wenig glanzvoll und wenig souverän spielenden Schützlinge in der Halbzeit etwas wachrütteln. „Leute, das ist ein Vorrundenspiel, wenn wir das gewinnen, dann sind wir durch, und da müsst ihr euch noch ein wenig mehr reinhängen, ein wenig mehr zeigen und aggressiver und schneller spielen, das macht den Unterschied'“, sagte Deschamps laut Bayerns Kingsley Coman.

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          Der 20-Jährige stand diesmal in der Startformation und wurde nach einem vielversprechenden, agilen Auftritt gegen Griezmann ausgewechselt. „Es war ein schwieriges Spiel für uns, aber wir brauchten dieses erste Tor, um uns ein wenig freizuspielen. Ich habe versucht, genau das zu tun“, sagte der bei Atlético Madrid spielende Griezmann.


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