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3:2-Sieg über die Ukraine : Ein Krimi von Oranje

  • -Aktualisiert am

Ekstase in der 85. Minute: Der Siegtorschütze Denzel Dumfries geht im orangenen Jubelhaufen unter. Bild: AP

Vor sieben Jahren war die Niederlande letztmals bei einem großen Fußballturnier dabei. Das Comeback zum Auftakt der EM ist ein echter Thriller. Ein spätes Tor sorgt aber für ein Happy End.

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          Es war ein Wechselbad der Gefühle, das die Niederländer beim 3:2-Sieg gegen Ukraine erlebten, doch am Ende eines aufregenden Abends konnten sie auf eine dieser wilden Massenpartys zurückblicken, die so lange nicht stattfinden konnten. Die Menschen tranken Bier, sie sangen ihre Stadionsongs, tanzten zu den eingespielten Popstücken und berauschten sich an der Wucht des Krachs, den so eine 16.000-Menschen-Masse erzeugen kann.

          Fußball-EM

          Vor allem aber feierten sie einen späten Siegtreffer von Denzel Dumfries. Am Ende gewann das Oranje-Team ein bewegtes Spiel, das es beinahe schon aus der Hand gegeben hatte, und sammelte überzeugende Argumente gegen seine strengen Kritiker.

          Trainer Frank de Boer steht unter Beobachtung für seine 5-3-2-Formation mit eher defensiven Flügelspielern, die einige für einen taktischen Rückfall in die 1980er Jahre halten. Doch die Niederländer spielten intensiv und keinesfalls altbacken. Bereits in der zweiten Minute hatte Memphis Depay nach einem energischen 40-Meter-Sprint mit Ball eine erste tolle Chance, es folgten Möglichkeiten von Denzel Dumfries (5. Minute) und Georginio Wijnaldum (7.).

          Erst nach diesem schwungvollen Beginn des WM-Dritten, der zuletzt zwei Mal an der Qualifikation für große Turniere gescheitert war, sortierten die Ukrainer sich etwas besser. Das Team um Oleksandr Zinchenko von Manchester City verfügt über viel Qualität im Kader und die Fähigkeit, große Fußballnationen zu verärgern.

          In der Nations Leaugue haben die Ukrainer Spanien 1:0 geschlagen und in der Qualifikation zum laufenden Turnier erspielten sie sich aus den beiden Duellen gegen Portugal vier Punkte. Auch an diesem Abend fanden sie mehrfach gute Räume in der Hälfte der Niederländer, doch dem Team, das von dem ehemaligen Weltklassestürmer Andrej Schewtschenko trainiert wird, fehlte zunächst die nötige Präzision bei den letzten und vorletzten Pässen. Gefährlicher waren die Niederländer, die schon vor der Pause in Führung hätten gehen können.

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          Die Tore fielen dann in der zweiten Hälfe. Einer der Treffer gelang dem Wolfsburger Wout Weghorst, der lange fürchten musste, gar nicht fürs EM-Turnier nominiert zu werden. In der 59. Minute war ihm ein Abpraller vor die Füße geflogen. Das Stadion feierte ihn mit Wout-Weghorst-Gesängen, das erste Tor für Holland war allerdings schon vorher gefallen. Bereits nach 52 Minuten hatte der ukrainische Torhüter Georgiy Bushchan einen Querpass von Dumfries ungeschickt vor die Füße von Wijnaldum abgewehrt, dem das 1:0 glückte.

          Doch stabil genug, um so eine Führung über die Zeit zu bringen, sind die Holländer offenbar noch nicht. Sie drosselten das Tempo und ließen irgendwann dem ehemaligen Dortmunder Andrej Yarmolenko zu viel Raum, der mit einem tollen Fernschuss zum 2:1 traf (75.). Und als Roman Yaremchuk einen Freistoß zum 2:2 ins Tor geköpft hatte, schien die Party doch noch ihren Zauber zu verlieren. Bis Dumfries kurz vor Schluss zum 3:2 traf (85.) – Happy End in Amsterdam.

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