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Fußball-EM 2016 : Rasen betreten für Kinder verboten

Schneller als Papa: Alba Bale hängt Gareth ab. Bild: Reuters

Man kennt es von Grünanlagen: Rasen betreten verboten. Ballspielen verboten. Beides gilt nun auch bei der Fußball-EM. Die Uefa zeigt sich als Spielverderber.

          Torschusstraining nach Abpfiff für Vierjährige? Lauftraining auf dem französischen Rasen von Stürmern mit ihren Töchtern? Liebevolle Szenen von verschwitzten Superstars mit ihren Kindern in Mini-Trikots? Alles schön und gut, aber nicht mehr bei dieser Fußball-Europameisterschaft. Zumindest nicht auf dem Platz. Nach dem Willen der europäischen Regelhüter wird es in den entscheidenden drei Spielen der EM solche Szenen der Unordnung nicht mehr geben.

          Zwar seien die Bilder vom „Platzsturm“ der walisischen Knirpse nach dem Sieg ihrer Väter gegen Belgien (3:1) „sehr schön“ gewesen, wie selbst Turnierdirektor Martin Kallen am Dienstag in Paris sagte. „Aber das ist eine Europameisterschaft und zumindest auf dem Rasen keine Familienveranstaltung.“

          Dabei war das tolle Treiben der Kids für manche Spieler auch bei anderen EM-Partien eine gelungene Ablenkung: die beiden Söhne des Slowaken Marek Hamsik zeigten sich nach dem Match gegen Deutschland (0:3) beim Torschusstraining vor großem Haus durchaus zielsicher, der Vater wertete es als gelungene Erziehungsmaßnahme: „Das ist doch eine tolle Erfahrung für meine Söhne. Sie hatten viel Spaß vor den vielen Leuten.“

          Gareth und Alba Bale: Eltern haften für ihre Kinder. Bilderstrecke

          Auch die Zuschauer hatten ihren Spaß, als der walisische Nachwuchs unter lautem Jubel der Fans nach dem Belgien-Spiel den Platz stürmten und aufs Tor schossen, während Gareth Bale mit seiner Tochter Alba Violet um die Wette rannte. Der Familienbesuch am Arbeitsplatz sei durchaus wichtig gewesen, meinte Bale: „Wir tun hier unseren Job, arbeiten hart. Aber wenn die Zeit ist, müssen wir auch relaxen und unsere Familien sehen.“

          Der deutsche Teammanager Oliver Bierhoff ist anderer Meinung: „Mir persönlich ist es auch ein bisschen zu viel“, sagte er an diesem Dienstag bei der Pressekonferenz des deutschen Teams. Angefangen hatten die „Family-Affairs“ schon beim EM-Finale vor vier Jahren, als die Spanier nach ihrem grandiosen 4:0-Endspielsieg gegen Italien mit ihren Söhnen und Töchtern auf dem Platz umhertollten, mit ihren Gold-Medaillen spielten und sich mit dem Sieger-Lametta bewarfen und einwickelten.

          Dem bunten Treiben auf dem Rasen hat der europäische Fußball-Verband nun ein Ende gesetzt - sehr zum Leidwesen der Waliser: „Die Uefa missbilligt das leider, weil es ein Vordringen auf den Platz ist“, sagte der walisische Verbandschef David Griffiths der Nachrichtenagentur AP. Was er von dem Verbot hält, kann man sich denken.

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