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UEFA-Präsident : Čeferin ist ein Hai unter Haien

Aleksander Čeferin hat sich im Fußball einen Namen gemacht. Bild: Reuters

Die EM, bei der die UEFA mindestens fragwürdige Entscheidungen trifft, zeigt, welche Allianzen ihr Präsident schmiedet, um im Spiel zu bleiben. Aleksander Čeferin ist ein wehrhafter Geschäftsmann.

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          Als das EM-Finale abgepfiffen wurde, 2016 in Paris, war Aleksander Čeferin, Rechtsanwalt aus Ljubljana, Präsident des slowenischen Fußballverbandes. In der an schillernden Figuren nicht eben armen Welt des globalen Fußballgeschäfts war von ihm keine Rede. In der Super League der Funktionäre spielten seit Jahren andere: Joseph Blatter, Michel Platini, Franz Beckenbauer, Witali Mutko, Gianni Infantino.

          Fußball-EM
          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Im Herbst 2016 aber, als die Europäische Fußball-Union UEFA einen Nachfolger für den untragbar gewordenen Franzosen Platini suchte, trat Čeferin, damals 49 Jahre alt, ins Rampenlicht. Wer sich fragte, wer da nun eigentlich an der Spitze der UEFA steht, landete recht zügig bei der Frage, wie lange der Slowene nun schwimmen würde unter den Haien. Čeferin hat die Antwort geliefert, spätestens in diesem Frühjahr.

          Es ist noch kein Vierteljahr vergangen, seit die UEFA mit ihrem Präsidenten an der Spitze die von zwölf europäischen Spitzenklubs aus Italien, Spanien und England propagierte Super League nicht nur niederhielt, sondern nach allen Kunstregeln der Verbandspolitik filetierte. Čeferin bisheriges Meisterstück als Sportfunktionär gipfelte in der Selbstinszenierung als Retter des Spiels nach alter Väter Sitte auf dem UEFA-Kongress.

          Čeferin wird sich wehren

          Ein milliardenschwerer Monopolist inszenierte sich als Graswurzel-Aktivist. Wer das Geschäft kennt, konnte sich überlegen, ob er die Mundwinkel ob der Scharade nach oben oder unten ziehen wollte. Deutlich wurde: hier schwimmt ein Hai unter Haien. Die laufende Fußball-EM, an der kaum ein Tag vergeht, in der die UEFA nicht mindestens fragwürdige Entscheidungen trifft, zeigt, welche Allianzen Čeferin schmiedet, um im Spiel zu bleiben.

          Er macht Wladimir Putin, Viktor Orbán und Ilham Alijew den Hof, einen wesentlichen Teil ihres Geschäfts macht die UEFA inzwischen in China, dazu muss man nur auf die Bandenwerbung blicken, die die EM-Spielfelder einrahmen. Die UEFA unter ihrem Präsidenten ist in der komfortablen Lage, ihr Powerplay auch gegenüber den Engländern mit ihrem Fußball-Gral in Wembley aufzuziehen. Keine Corona-Ausnahmen für die UEFA und ihre 2500 Very Important Persons? Dann freut sich Viktor Orbán auf das Finale.

          Es scheint, als seien die Briten beeindruckt, Sportminister Oliver Dowden kündigte an, man wolle 60.000 Zuschauer bei den Finalspielen zulassen. Deal statt Delta. Und Čeferin weiß, dass nach der Pandemie noch sehr viel Geld in den Fußball drängt. Seine Produkte, die EM, die Champions League, konkurrieren mit dem Angebot des Weltverbandes unter Gianni Infantino. Der prüft gerade, auf Antrag Saudi-Arabiens, ob sich eine Weltmeisterschaft nicht besser alle zwei Jahre ausspielen ließe. Ein Szenario, beinahe so alarmierend wie die Super League. Aleksander Čeferin wird sich wehren. Und das wird weh tun.

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