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Sanches und Palhinha bei EM : Portugals neues Kraftwerk

Renato Sanches, ein Antreiber Bild: WITTERS

Ein bisschen wie Schwarzenegger und Stallone: João Palhinha und Renato Sanches sollen im portugiesischen Team für Wucht und Ordnung sorgen. Titelkandidat Belgien wartet.

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          Beim vorletzten Testspiel kurz vor der EM, einem 0:0 gegen Spanien, bekam der Portugiese João Palhinha eine ordentliche Lektion erteilt. Er solle nicht so spielen wie in seinem Klub Sporting Lissabon, belehrte Nationaltrainer Fernando Santos den defensiven Mittelfeldspieler: Das System in der Seleção sei anders, er habe hier keine drei Innenverteidiger im Rücken, daran müsse er sich gefälligst anpassen.

          Thomas Klemm
          Sportredakteur.

          Palhinha schlief eine Nacht darüber, ging am nächsten Tag zu Santos und behauptete, er habe es jetzt verstanden.

          Fußball-EM

          Diese Anekdote erzählte der Nationaltrainer am Tag nach dem 2:2 gegen Frankreich. In jenem Spiel, das den Portugiesen den Achtelfinaleinzug gegen Belgien an diesem Sonntag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM sowie in der ARD und bei MagentaTV) sicherte, tat der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Palhinha wie geheißen und fand in Renato Sanches auch noch einen fast kongenialen Partner.

          Eine späte Genugtuung

          Nun bilden die beiden ein neues Kraftwerk im Mittelfeld; das vorherige war beim 2:4 gegen Deutschland stillgelegt und wurde von Santos ersetzt. Sanches war schon gegen das DFB-Team eingewechselt worden und hatte seine Energie nicht nur beim Pfostentreffer bewiesen.

          Palhinha und Santos, das sind für die portugiesischen Medien nun die Mannsbilder, die gegen Kevin De Bruyne und den Rest Belgiens für Wucht und Ordnung sorgen sollen. Die Rollenverteilung ist so: Der 25 Jahre alte Palhinha soll als „Sechser“ den Arnold (Schwarzenegger) geben, der zwei Jahre ältere Sanches als „Zehner“ den Sylvester (Stallone).

          Für den Letztgenannten bedeutet dies eine späte Genugtuung. In jungen Jahren hochgelobt, bei der EM 2016 als bester Nachwuchsspieler ausgezeichnet und vom FC Bayern für 35 Millionen Euro verpflichtet, spielte Sanches beim deutschen Rekordmeister kaum eine Rolle. Bergauf ist es gegangen, seit er 2019 zum OSC Lille wechselte, dort ist er jüngst sogar französischer Meister geworden. Jetzt ist Sanches ein Mann, der mit Palhinha das Fürchten lehrt.

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