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In deutscher EM-Gruppe : Ungarn schafft Überraschung gegen Frankreich

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Für den Sieg hat es nicht gereicht: Frankreichs Paul Pogba beim Spiel in Budapest Bild: AP

Nach dem Auftaktsieg gegen Deutschland ist Frankreich auch gegen Außenseiter Ungarn die überlegene Mannschaft. Einmal aber lässt sich der Titelfavorit überrumpeln. Am Ende reicht es nur noch zum Remis.

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          Frankreichs Retter Antoine Griezmann ging mit leicht hängendem Kopf vom Platz, Ungarns abermals überragender Schlussmann Peter Gulacsi ließ sich vor Freude auf den Rasen fallen und schlug die Hände vors Gesicht. Nur dank seiner außergewöhnlichen Angriffswucht hat der Turnierfavorit einen bösen Patzer bei der Fußball-Europameisterschaft vermieden und ist vor dem Gruppenfinale auf Kurs K.o.-Runde. Der Weltmeister wendete an diesem Samstag in Budapest eine drohende Niederlage ab und erspielte sich ein 1:1 (0:1) gegen Gastgeber Ungarn um den starken Leipziger Keeper Gulacsi.

          Fußball-EM

          Griezmann (66.) nach Vorarbeit von Ausnahmestürmer Kylian Mbappè sorgte für den Ausgleichstreffer der Franzosen. Angetrieben von frenetischen Fans hatte Ungarn lange den 1:0-Vorsprung nach dem Tor von Attila Fiola (45.+2) leidenschaftlich verteidigt. „Wir müssen uns aufraffen und ausruhen, um Portugal zu schlagen“, sagte Griezmann nach der kräftezehrenden Aufholjagd und wirkte ratlos: „Ich weiß nicht, was gefehlt hat...Ich bin geschafft. Es war richtig heiß. Es war das erste Mal für uns in einem vollen Stadion. Wir sind ein volles Stadion nicht mehr gewohnt. Wir haben uns nicht gehört.“

          In der Gruppe F hat Frankreich nach dem Remis und dem 1:0 gegen Deutschland nun vier Punkte. Ungarn bejubelte seinen ersten Punktgewinn als Erfolg. „Wir hatten nichts zu verlieren, wir waren bereit, alles zu geben. Ich bin zufrieden mit dem einen Punkt. Das gibt uns große Kraft für das letzte Gruppenspiel“, sagte der ehemalige Werder-Profi Laszlo Kleinheisler schon mit Blick auf die Partie gegen das DFB-Team am Mittwoch.

          55.998 Zuschauer in der Arena

          Wie bereits am vergangenen Dienstag vor der 0:3-Auftaktniederlage der Ungarn gegen Titelverteidiger zogen Tausende einheimische Schlachtenbummler mit Gesängen, aber auch Feuerwerk und Böllern gemeinsam durch die Stadt zum Stadion. Auf den Rängen der Puskas Arena feuerten 55.998 Zuschauer ihre Mannschaften an, rund zehn Prozent davon waren Fans der französischen Mannschaft.

          Letztere bekamen fast die gleiche Mannschaft wie beim 1:0-Erfolg zum EM-Einstand gegen Deutschland zu sehen. Lediglich Abwehrspieler Lucas Hernandez vom FC Bayern München wurde durch Lucas Digne vom FC Everton ersetzt. Auch die Ungarn tauschten nur einmal: Auf der rechten Seite begann Loic Nego anstatt Gergö Lovrencsics. Wie schon im ersten Gruppenspiel setzte Nationaltrainer Marco Rossi auf sein Bundesliga-Quartett aus Gulacsi, Willi Orban, Roland Sallai und Kapitän Adam Szalai.

          Bei hochsommerlichen Temperaturen von mehr als 30 Grad begannen die Gastgeber unter dem Jubel ihrer Landsleute stürmisch. Das französische Starensemble um Mbappè, Griezmann und Paul Pogba entgegnete dem forschen Start mit Ruhe und Abgeklärtheit und übernahm damit nach gut zehn Minuten die Hoheit auf dem Feld. In der 14. Minute hatten Karim Benzema und Griezmann das 1:0 auf dem Fuß, scheiterten aber an Ungarns Schlussmann Gulacsi. Der Keeper von RB Leipzig bestätigte damit schon früh im Spiel seinen überragenden EM-Eindruck.

          Schreckminute dann bei den Ungarn: In der 23. Minute lag Kapitän Szalai auf dem Rücken auf dem Rasen und musste behandelt werden. Anschließend wurde der Bundesliga-Profi des FSV Mainz 05 sichtlich benommen und begleitet von Betreuern vom Feld geführt. Der 33-Jährige konnte nicht mehr weiter spielen und wurde durch Nemanja Nikolics ersetzt. Nach Angaben des ungarischen Verbandes wurde Szalai am Kopf getroffen und fühlte sich schwindlig.

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          In der 31. Minute sorgten Griezmann, Mbappè und Benzema im Zusammenspiel für einen spielerischen Höhepunkt, an dessen Ende Real-Madrid-Stürmer Benzema knapp am Tor vorbei schoss. Der Weltmeister dominierte spätestens von diesem Zeitpunkt an die Partie, hatte 67 Prozent Ballbesitz, verlor sich aber oft in Schönheit. Ungarn hingegen glänzte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit Effizienz: Die erste Torchance nach Doppelpass mit dem Freiburger Sallai nutzte Fiola zum 1:0, nachdem er dem Münchner Benjamin Pavard entwischte, und sorgte für bedröppelte Gesichter bei den hochgelobten Franzosen.

          Auch nach Wiederanpfiff blieb der Weltmeister überlegen, aber vor dem gegnerischen Tor erfolglos. Im „Hexenkessel“ Puskas Arena verteidigte der Gastgeber leidenschaftlich seinen Vorsprung. So kam zunächst lediglich der eingewechselte Ousmane Dembele (59.) zu einer Torchance, traf aber nur den Pfosten. Erst Griezmann erlöste dann den Favoriten mit seinem siebten EM-Tor zum 1:1. Pech für den Leipziger Willi Orban: Wie schon gegen Portugal legte er bei einer Abwehraktion den Ball unfreiwillig für den Franzosen auf.

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