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DFB-Team im EM-Halbfinale : „Jetzt erst recht“

  • Aktualisiert am

Mario Gomez (rechts) wird bei dieser EM nicht mehr mitspielen können. Bild: AFP

Hummels? Gesperrt. Gomez? Verletzt. Schweinsteiger und Khedira? Ziemlich angeschlagen. Es sieht nicht gut aus für das DFB-Team vor dem EM-Halbfinale gegen Frankreich. Die Reaktion ist trotzig. Und es gibt einen Mutmacher.

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          Nach einem verrückten und auch traurigen Tag im EM-Basiscamp am Genfer See gab ausgerechnet Pechvogel Mario Gomez das Halbfinal-Motto aus. „Jetzt erst recht“, verbreitete der verletzte Torjäger vor dem Duell gegen den starken EM-Gastgeber Frankreich am Donnerstag in Marseille (21.00 Uhr / Live im ZDF und im EM-Ticker bei FAZ.NET): „Nur noch ein Schritt bis zum Finale.“ Für Gomez ist die Fußball-Europameisterschaft wegen einer Oberschenkelverletzung bereits beendet. Auch die ebenfalls maladen Routiniers Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger werden kaum noch in den spannenden Kampf um den vierten Euro-Stern für Deutschland eingreifen können.

          Für alle drei deutschen Nationalspieler waren die Diagnosen nach der geschichtsträchtigen Viertelfinal-Partie mit dem gewonnenen XXL-Elfmeterschießen gegen Italien ein Schock. „Besonders für Mario tut es mir leid“, erklärte Bundestrainer Joachim Löw in Évian-les-Bains. Zwei Tore hat der Mann von Besiktas Istanbul im bisherigen Turnier erzielt. Am Sonntag feiert Gomez seinen 31. Geburtstag und wollte eigentlich Finale auf dem Rasen stehen. Jetzt stoppte ein Muskelfaserriss im rechten hinteren Oberschenkel den EM-Lauf des ehemaligen Münchners.

          Khedira erlitt eine Adduktorenverletzung im Bereich des linken Oberschenkels. Bei Kapitän Schweinsteiger wurde eine Außenbandzerrung im schon mehrmals lädierten rechten Knie festgestellt. Die Zeit für eine Heilung scheint zu kurz, um in Frankreich nochmals eingreifen zu können. Löw muss für die Partie gegen die Grande Nation „neue Lösungen“ suchen und finden – schon am heutigen Mittag beginnt mit dem Training in Évian-les-Bains die Vorbereitung auf das Match. Zuvor wird der Bundestrainer auf einer Pressekonferenz Einblick in seine personellen Notpläne geben (10.30 Uhr im Livestream bei FAZ.NET).

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          „Wir spielen in Frankreich, Mats Hummels ist gesperrt, mal schauen wie alle Spieler das verkraften“, blickte Teammanager Oliver Bierhoff bereits auf das hochemotionale Halbfinalduell gegen die Gastgeber. Vor zwei Jahren bei der WM in Brasilien hatte die DFB-Elf auf dem Weg zum Titel Frankreich im Viertelfinale mit 1:0 geschlagen.

          Deutschland steht zum achten Mal in einem EM-Halbfinale und kämpft um den Einzug in das siebte EM-Endspiel. „Ich glaube, wenn man gegen Frankreich in Frankreich spielt, dann ist man nicht Favorit, sondern gleichgestellt von den Chancen“, bemerkte Bierhoff. Die Franzosen hatten am Sonntagabend mit einem deutlichen 5:2 gegen den mutigen Außenseiter Island die Halbfinal-Teilnahme perfekt gemacht.


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          Bei all den schlechten Nachrichten für das DFB-Team gibt es aber doch etwas, das Mut macht: Die letzte Turnier-Niederlage gegen Frankreich ist schon 58 Jahre her. Und der letzte Sieg weckt besonders schöne Erinnerungen. Dabei mag man es kaum glauben, aber noch nie spielte Deutschland bei einer EM gegen Frankreich. Alle vier bisherigen Pflichtspiele gegen die Équipe Tricolore fanden bei Weltmeisterschaften statt. Die deutschen Pflichtspiele gegen Frankreich:

          28. Juni 1958 in Göteborg, WM, Spiel um Platz 3: 3:6

          Nach dem verlorenen Halbfinale gegen Gastgeber Schweden spielen die entthronten Weltmeister nur um Platz drei. Trainer Sepp Herberger fehlen viele Stützen wie Fritz Walter, Horst Eckel oder der junge Uwe Seeler. Just Fontaine schießt sich mit vier Toren zu seinem WM-Rekord von 13 Treffern bei einem Turnier.

          08. Juli 1982 in Sevilla, WM, Halbfinale: 5:4 i.E

          Ein episches Drama. Deutschland liegt in der Verlängerung 1:3 hinten, doch Klaus Fischer und Karl-Heinz Rummenigge gleichen noch aus. Im Elfmeterschießen verschießt Stielike. Toni Schumacher pariert aber zweimal. Überschattet wird die Partie vom schlimmen Bodycheck des deutschen Torwarts gegen Patrick Battiston. Im Finale gewinnt Italien gegen Deutschland.

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          25. Juni 1986 in Guadalaraja, WM, Halbfinale: 2:0

          Wieder Halbfinale, wieder Frankreich. Doch diesmal reichen der DFB-Elf unter Teamchef Franz Beckenbauer 90 Minuten. Beim Führungstor durch einen Freistoß von Andreas Brehme hilft Frankreichs Torwart Joel Bats mit. Kurz vor Schluss sorgt Rudi Völler nach einem Konter für die Entscheidung. Im Finale im Aztekenstadion gibt es eine Niederlage gegen Argentinien.

          4. Juli 2014 in Rio de Janeiro, WM, Viertelfinale: 1:0

          In der Mittagshitze des legendären Maracana liefern sich beide Teams eine intensive Partie. Taktik statt Spielkunst steht im Vordergrund. Deutschland hat den Vorteil, durch einen Kopfball von Mats Hummels früh vorne zu liegen. Zum Retter wird Torwart Manuel Neuer mit einer spektakulären Parade kurz vor Schluss gegen Karim Benzema. Neun Tage später folgt an gleicher Stelle der Triumph gegen Argentinien.

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