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Fußball : Ein Sieg ist schön, aber keine Entscheidung

Die Spannung steigt. Nur noch sechs Tage bis zum Aufstiegsgipfel am Bruchweg zwischen dem FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt.

          Die Spannung steigt. Nur noch sechs Tage bis zum Aufstiegsgipfel am Bruchweg. Aufstieg! Das ist ein Wort, das sie seit Montag abend in und um Köln vermutlich auswendig buchstabieren können. Der 1. FC hat es endlich geschafft, die mit Abstand beste Mannschaft der Zweiten Fußball-Bundesliga hat den direkten Sprung zurück in die Erstklassigkeit geschafft - vier Spieltage vor dem Saisonende. Die Frankfurter Eintracht und der FSV Mainz 05 müssen sich noch gedulden, doch auch sie sind beseelt von der Hoffnung, schon bald gegen Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 zu spielen. Doch wer macht das Rennen - wenn nicht sogar noch die Spielvereinigung Greuther Fürth heimlich, still und leise an den beiden Rhein-Main-Nachbarn vorbeizieht?

          Der 5. Mai könnte Aufschluß geben, und weil dies nun wirklich kein normales Spiel um Zweitligapunkte ist, hat Eintracht-Trainer Willi Reimann die lange Vorbereitungsphase schon am Dienstag eingeläutet. "Ich verlange absolute Konzentration. Dieses Spiel gegen Mainz beginnt für mich schon jetzt." Reimann will die Kräfte bündeln und die Mannschaft, mit der er schon am Sonntag nach Mainz fährt, körperlich und geistig fit machen für das Duell mit den Profis von Trainerkollege Jürgen Klopp. Alle vermeintlichen Fachleute rechnen damit, daß im Falle eines Sieges das Rennen um Platz drei einen entscheidenden Kick bekommt. Nicht so Willi Reimann. "Sicherlich ist ein Sieg von Vorteil", so der weiterhin zur Vorsicht neigende Eintracht-Trainer. "Aber eine Entscheidung ist das längst noch nicht."

          Womit Reimann recht behalten könnte. Schließlich sind nach dem 5. Mai noch drei weitere, äußerst brisante Spiele zu absolvieren sind. So müssen die Mainzer am Sonntag darauf beim stark abstiegsbedrohten LR Ahlen antreten. Die Eintracht könnte zu diesem Zeitpunkt schon wieder in Vorlage getreten sein, findet die Partie vor heimischer Kulisse gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten SV Waldhof Mannheim doch bereits am Freitag statt. Reimann geht tatsächlich davon aus, daß den finalen Begegnungen eine große Bedeutung beizumessen ist, "denn all die anderen Klubs brauchen die Punkte wie das Wasser zum Leben". Ahlen ebenso wie Mannheim, doch auch Eintracht Braunschweig und der SSV Reutlingen, die beiden letzten Gegner der Mainzer und der Frankfurter am 25. Mai, könnten sich durch punkteträchtige Erfolgserlebnisse vielleicht noch vor dem Abstieg retten.

          Es ist wirklich spannend, was die zweite Liga in ihrem Schlußakkord zu bieten hat. Da verkommt es dann fast zu einer Randnotiz, daß Uwe Bindewald, der alte Haudegen, der Eintracht kurzfristig fehlt. Der Manndecker hat wegen einer Prellung eine Pause eingelegt.

          Die Eintracht am Bruchweg, der sportlichen Heimstätte des FSV Mainz 05. Natürlich wird die Topbegegnung des viertletzten Spieltages ausverkauft sein, und natürlich gibt es Livebilder im DSF von 19.45 Uhr an zu sehen. Jens Keller, der Kapitän der Eintracht, wünscht sich neben so manchem anderen vor allem eines: "Wichtig ist doch auch, daß wir locker bleiben."

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