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Fußball : Drei Pokal-Spiele als Konferenzschaltung

  • Aktualisiert am

Ailton, die Attraktion im Playmobil-Stadion Bild: REUTERS

Ein herausragendes Duell fehlt im DFB-Pokal Viertelfinale, um die Fußballfans dennoch vor die Bildschirme zu locken, überträgt die ARD die drei Partien am Dienstag abend erstmals in einer Konferenzschaltung.

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          Die Fußball-Konferenzschaltung feiert Premiere in der ARD. Erstmals werden im frei empfangbaren Fernsehen (Free TV) am Dienstagabend die drei Spiele im Viertelfinale des DFB-Pokals live und zeitgleich übertragen.

          Zwischen den Partien TSG Hoffenheim - VfB Lübeck, Borussia Mönchengladbach - MSV Duisburg und Greuther Fürth - Werder Bremen schaltet das Erste zwischen 20.15 und 22.45 Uhr hin und her. Der Pay TV-Sender Premiere überträgt die Spiele der Bundesliga und Champions League regelmäßig in Konferenzschaltungen.

          Erfolgsaussichten verschwindend gering

          „Wir freuen uns, daß in Zusammenarbeit mit dem DFB diese neue Attraktion möglich wurde“, sagte ARD-Sportkoordinator Hagen Boßdorf. Die technische Gesamtleitung hat der federführende Sportschau-Sender WDR. Das vierte Pokal-Spiel zwischen Alemannia Aachen und Bayern München überträgt am Mittwoch das ZDF live.

          Fürth träumt davon, die Sensation der Premiere zu werden. Die derzeit beste deutsche Fußball-Mannschaft mit Deutschlands Torjäger Nummer eins dürfte für die SpVgg Greuther Fürth allerdings zu stark sein.

          „Wir werden sicher nicht abgeschossen“

          Die Erfolgsaussichten des Zweitligisten im Viertelfinal-Heimspiel am Dienstag (20.30 Uhr) gegen Bundesliga-Tabellenführer SV Werder Bremen mit dem brasilianischen Torjäger Ailton erscheinen zwar verschwindend gering, aber im vermutlich mit 14.500 Zuschauern ausverkauften Fürther Playmobil-Stadion wird trotzdem auf ein kleines fränkisches Fußball-Wunder gehofft.

          „Die Bremer spielen derzeit in einer anderen Liga, aber wir werden sicher nicht abgeschossen“, verkündete Vereinspräsident Helmut Hack. Der neue Trainer Thomas Kost hofft nach seinem verpatzten Einstand in der 2. Liga mit der 1:3-Niederlage gegen die SpVgg Unterhaching auf eine Leistungssteigerung seiner Mannschaft: „Die Rollen sind verteilt. Wir müssen von der ersten Minute an hellwach sein. Es ist für jeden Spieler eine Herausforderung, gegen den Bundesliga-Tabellenführer zu spielen. Wir haben nichts zu verlieren.“

          1:0 gegen FC Bayern unvergessen

          Das hatte auch vor dem Achtelfinale gegen den 1. FC Köln gegolten, als sich die Franken sogar auswärts beim Bundesligisten im Elfmeter-Krimi mit 3:1 durchsetzten. Und unvergessen ist bis heute der 14. August 1994, als der TSV Vestenbergsgreuth den Bayern München in der ersten Hauptrunde mit 1:0 besiegte.

          Der Wille soll dem krassen Außenseiter Flügel verleihen. „Werder Bremen ist eine Riesen-Attraktion. Das Los motiviert extrem“, sagte Teammanager Sascha Breese. Auch die Fans sind im Pokalfieber. „Wir werden ein ausverkauftes Stadion haben“, sagte Breese.

          Bremen in Bestbesetzung

          Das 1:3 in Unterhaching war allerdings ein Dämpfer zur falschen Zeit. Und nachdem Zweitliga-Torschützenkönig Francisco Copado gleich drei Mal die Fürther Abwehr bezwingen konnte, lautet die bange Frage nun: Wer soll Ailton (18 Bundesligatore) stoppen? Der am Montag neu verpflichtete französische Innenverteidiger Stephane Leoni steht Kost im Pokal noch nicht zur Verfügung. Trainer Kost fordert einen mutigen Auftritt: „Ich erwarte von meiner Mannschaft, daß sie den Bremern alles abverlangt.“ Immerhin steht ihm der in Haching noch
          gesperrte Torjäger Petr Ruman (10 Ligatore) wieder zur Verfügung.

          Beim Gegner reifen vor dem Pokalspiel in Fürth bereits Träume vom ersten „Double“ der Vereinsgeschichte. „Der DFB-Pokal ist für mich eine ganz wichtige Sache. Er ist ein Titel, den man im Vergleich zu den 34 Meisterschaftsspielen mit relativ wenigen Runden erreichen kann“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Er nimmt das Auswärtsspiel „ganz ernst“ und kann bis auf den am Knie verletzten Abwehrspieler Mladen Krstajic mit der Bestbesetzung antreten. Ailton hatte er am vergangenen Samstag beim 4:0-Heimsieg gegen Hertha BSC nach 70 Minuten ausgewechselt, um ihn für den Pokal zu schonen. „Wir haben keinen Grund, die Fürther nicht ernst zu nehmen. Gerade im eigenen Stadion sind sie ein starker Gegner“, sagte Schaaf.

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