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Fußball : Deutschland bewirbt sich um EM 2024

Mesut Özil wäre bei der EM 2024 35 Jahre alt, Marco Reus (rechts) ebenfalls Bild: dpa

Der Deutsche Fußball-Bund bewirbt sich um die Ausrichtung der EM 2024. Die Entscheidung über die Vergabe fällt 2017. Deutschland kann bei der Bewerbung auf gleich zwei Pluspunkte setzen.

          Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird sich um die Europameisterschaft der Männer im Jahr 2024 bewerben. Das hat DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Donnerstag bei der Eröffnung des DFB-Bundestages in Nürnberg bekanntgegeben.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Als einer der Ehrengäste nahm auch der Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa), Michel Platini, an der Veranstaltung teil. „Die Uefa soll frühzeitig wissen, dass sie mit uns rechnen kann“, sagte Niersbach mit Blick auf seinen Freund Platini: „Du kannst jetzt nicken.“ Die Entscheidung über die Vergabe fällt 2017.

          Im Erfolgsfall wäre es nach der WM 2006 und der Frauen-WM 2011 das dritte große Fußballturnier in Deutschland innerhalb von 18 Jahren. 2015 findet in Berlin auch das Champions-League-Finale statt.

          Die vorerst letzte Männer-EM wurde in Deutschland im Jahr 1988 ausgespielt, als die Niederländer den Titel gewannen. Die Deutschen schieden im Halbfinale gegen den späteren Sieger in Hamburg aus (1:2).

          „Deutscher Fußball sprüht vor Gesundheit“

          Als Kandidat kann der DFB vor allem mit dem Pfund wuchern, dass er sich bisher als verlässlicher Organisator großer Turniere präsentiert hat. Zudem ist Deutschland als Volkswirtschaft derzeit die ökonomische Lokomotive für den Kontinent und damit in der Lage, eine solche Großveranstaltung zu stemmen.

          Uefa-Chef Platini hob in seiner Rede vor den DFB-Delegierten die positive Rolle des deutschen Fußballs in Europa hervor. „Während andere Länder in Europa über halbleere Stadien, fehlenden Nachwuchs und Vereine am Rande des finanziellen Abgrunds lamentieren, sprüht der deutsche Fußball nur so vor Gesundheit“, sagte der Franzose in Nürnberg.

          Der DFB um Präsident Niersbach bewirbt sich um die Ausrichtung der Fußball-EM 2024

          Zur Ankündigung des DFB, sich für das EM-Turnier 2024 zu bewerben, blieb Platini erwartungsgemäß zurückhaltend: „Ich habe die Botschaft verstanden. Aber ich bin wie der IOC-Präsident neutral.“

          Damit bezog sich der Uefa-Präsident auf den ebenfalls anwesenden neuen deutschen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach. Dieser wünschte dem DFB „viel Erfolg“ für 2024.

          „Wir rechnen uns gute Chancen aus“

          Während nun die neue Bewerbung frühzeitig heraus ist, läuft für den DFB im Zuge der EM 2020 eine weitere ganz konkrete Kandidatur, über die im nächsten Jahr entschieden wird. In sieben Jahren wird erstmals ein paneuropäisches Turnier in 13 Städten und 13 Ländern stattfinden.

          Der DFB interessiert sich hier mit dem Spielort München für die Austragung von Gruppenspielen, eines Halbfinales oder des Finales. Hier fällt im September 2014 die Entscheidung. Dies erfordert jetzt auch von Niersbach diplomatisches Geschick, dürfte der DFB doch nun vor allem sein Augenmerk auf 2024 legen.

          Bilderstrecke

          Überall berücksichtigt zu werden, wird kaum funktionieren. So kommt jetzt die Sportpolitik ins Spiel. „Wir rechnen uns gute Chancen aus, weil der DFB als Ausrichter großer Turniere in der Vergangenheit stets eine exzellente Visitenkarte bei Fifa und Uefa abgegeben hat. Es wird Zeit für ein neues Sommermärchen“, sagte Niersbach.

          Ohne dass es bisher andere öffentliche Bewerbungen für die EM 2024 gibt (es gibt von der Uefa auch noch keine Ausschreibung), kann wieder mit einem Interesse der Türkei gerechnet werden. Auch England wäre ein möglicher Kandidat. Die südeuropäischen Fußballnationen Spanien und Italien leiden wohl zu sehr unter der Wirtschaftskrise.

          Alle bisherigen Fußball-Europameisterschaften

          1960: Frankreich (Gastgeber) - Sowjetunion (Europameister)
          1964: Spanien - Spanien
          1968: Italien - Italien
          1972: Belgien - Deutschland
          1976: Jugoslawien - Tschechoslowakei
          1980: Italien - Deutschland
          1984: Frankreich - Frankreich
          1988: Deutschland - Niederlande
          1992: Schweden - Dänemark
          1996: England - Deutschland
          2000: Belgien/Niederlande - Frankreich
          2004: Portugal - Griechenland
          2008: Österreich/Schweiz - Spanien
          2012: Polen/Ukraine - Spanien

          2016: Frankreich -
          2020: Europa -
          2024: ?
           

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