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Fußball : Chronik des Dortmunder Absturzes: Vom Börsengang zur Existenzkrise

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Der Ausverkauf droht. Bild: dpa/dpaweb

Vor gut vier Jahren hat Borussia Dortmund als erster und bisher einziger deutscher Fußballverein den Börsengang gewagt. Von da an ging es nur bergab.

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          Vor gut vier Jahren hat Borussia Dortmund als erster und bisher einziger deutscher Fußballverein den Börsengang gewagt. Von da an ging es nur bergab.

          31. Oktober 2000: Mit einem Startpreis von 11 Euro (21,51 Mark) pro Aktie geht der BVB an die Börse. Doch schon am ersten Handelstag zeigt der Markt Borussia Dortmund die gelbe Karte: Die erste deutsche Fußballaktie notierte bei 9,90 Euro.

          Oktober 2001: Die gelb-schwarze Fußball-AG schreibt rote Zahlen. Im Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr 2000/2001 steigerte die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA die Konzerngesamtleistung um 15 Prozent auf 114,6 Millionen Euro. Vor Steuern mußte die Fußball-AG aber einen Verlust von neun Millionen Euro verbuchen.

          Mai 2002: Dortmund wird Deutscher Fußballmeister.

          September 2002: Der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund trifft wieder ins Schwarze - zumindest in seiner Bilanz. Im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 erzielte der Fußballverein ein positives Konzernergebnis von 0,7 Millionen Euro.

          Oktober 2003: Im Geschäftsjahr 2002/2003 steigert der Fußballverein den Umsatz auf 129,1 Millionen Euro und fährt einen Konzerngewinn von 3,3 Millionen Euro ein.

          15. November 2004: Reinhard Rauball wird nach dem Rücktritt von Gerd Niebaum auf der Jahreshauptversammlung zum neuen Präsidenten des BV Borussia 09 e.V. Dortmund gewählt. Niebaum hatte sein Amt nach 18 Jahren zur Verfügung gestellt, weil er in einer sportlich und wirtschaftlich belasteten Situation des Klubs den Weg für Neuwahlen freimachen wolle. Sein Amt als Geschäftsführer der KGaA behielt Niebaum.

          17. November 2004: Niebaum legt die Kennzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2003/2004 vor und spricht von einem „katastrophalen Ergebnis“. Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA mußte einen operativen Fehlbetrag vor Abschreibungen, Buchverlusten, Buchwertabgängen, Zinsen und Steuern (Ebitda) von 20,7 Millionen Euro ausweisen. Der Jahresfehlbetrag summiert sich auf 67,5 Millionen Euro, die Verbindlichkeiten des Konzerns betragen 118,8 Millionen Euro.

          9. Februar 2005: Niebaum legt auch sein Amt als Vorsitzender der Geschäftsführung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA mit sofortiger Wirkung nieder. Den Rücktritt begründete er damit, die anhaltende Diskussion um seine Person beenden zu wollen, „die sowohl die sportliche als auch die wirtschaftliche Konsolidierung belaste“, wie es in der Börsen-Pflichtmitteilung hieß.

          17. Februar 2005: Der Traditionsverein erklärt in einer Ad-hoc-Mitteilung, er stecke in einer „existenzbedrohenden Ertrags- und Finanzsituation“. Allein im letzten Geschäftshalbjahr sei ein operativer Verlust von 27,2 Millionen Euro aufgelaufen. Falls Sanierungsmaßnahmen unterbleiben, rechnet Dortmund nach eigenen Angaben bis Ende Juni mit einem Gesamtfehlbetrag von 68,8 Millionen Euro. Damit wären zusammen mit bereits angehäuften Verlusten aus den Vorjahren - zum 30. Juni 2004 waren dies bereits 73,3 Millionen Euro - rund 79 Prozent des eingezahlten Kapitals der Aktionäre (179,5 Millionen Euro) aufgezehrt. Die Aktie bricht ein und notiert zeitweise unter 2 Euro, ein Minus von 25 Prozent gegenüber dem Vortag.

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