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Fußball : Carsten Ramelow erklärt Rücktritt aus Nationalelf

  • Aktualisiert am

Ramelow (r.) im WM-Finale 2002 im Duell mit Ronaldo Bild: AFP

Carsten Ramelow hat seinen sofortigen Rücktritt aus der Nationalelf mitgeteilt. Der Leverkusener begründete seinen Entschluß mit zahlreichen Verletzungen. Der 46malige Nationalspieler wurde zuletzt heftig kritisiert.

          Carsten Ramelow hat fünf Tage vor Bekanntgabe des EM-Aufgebots seinen sofortigen Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mitgeteilt. Der 30 Jahre alte Profi von Bayer 04 Leverkusen begründete seinen Entschluß mit zahlreichen Verletzungen in den vergangenen Monaten.

          Außerdem wolle er „Platz machen für jüngere Spieler, die eine Perspektive für die WM 2006 haben“. Er werde „nur im absoluten Notfall für die EURO in Portugal auf Abruf zur Verfügung stehen“.

          Völler: „Er hätte gute Chancen gehabt“

          Tatsächlich dürfte Ramelows Entschluss mit der 1:5-Niederlage am 28. Mai in Rumänien zusammenhängen, als der Leverkusener in der ungewohnten Verteidigerrolle eine sehr schlechte Figur machte und zu den am heftigsten kritisierten Spielern zählte. Bereits kurz danach hatte er Völler von seinem Rücktritt unterrichtet, den der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erst jetzt via Pressemitteilung bekannt gab. „Ich bedauere, aber akzeptiere die Entscheidung“, sagte Völler: „Ob das Rumänien-Spiel einen Einfluß hatte, weiß ich nicht.“

          Völler verneinte, daß Ramelow mit seinem Schritt einer Ausbootung aus dem EM-Kader, der am Montag in Frankfurt benannt werden soll, zuvorkam. „Er hätte sehr gute Chancen gehabt“, betonte der Teamchef, „er war für mich ein wichtiger Spieler in der Nationalmannschaft“. Allerdings kommt der DFB-Teamchef jetzt um eine Härtefall-Entscheidung herum und kann einen Youngster wie Lukas Podolski oder Bastian Schweinsteiger nominieren, ohne einen Etablierten streichen zu müssen.

          Ramelow fühlte sich unfair behandelt

          Ramelows Verletzungs-Argumente stehen in krassem Gegensatz zu seinem in dieser Saison absolvierten Pensum. Er absolvierte 30 der 33 Punktspiele von Bayer Leverkusen, war in sechs der acht Länderspiele mit von der Partie. „Er war der Spieler, der nie auf die Idee
          gekommen ist, eine Einladung zur Nationalmannschaft abzusagen“, sagte Bayer Leverkusens Finanzchef Wolfgang Holzhäuser, nach dessen Ansicht Ramelow vor allem in den letzten Wochen in der Öffentlichkeit unfair behandelt wurde: „Mich hat gewurmt, daß er nach dem Länderspiel in Rumänien als die Inkarnation des Versagens dargestellt wurde.“

          Ramelow gehörte in der Nationalmannschaft nicht gerade zu den Frühstartern. Sein Debüt in der DFB-Auswahl gab der strohblonde Profi erst mit 24 Jahren unter dem damaligen Teamchef Erich Ribbeck im Oktober 1998 in Bursa, wo die deutsche Elf ihr EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei mit 0:1 verlor. Bei der desaströsen EURO 2000 zählte Ramelow zum Aufgebot, kam aber in Belgien und den Niederlanden nicht zum Einsatz.

          Erst unter Völler wurde er zur festen Größe in der DFB-Auswahl. Bei der WM in Japan und Südkorea vertrat er den kurzfristig mit einem Kreuzbandriß ausgefallenen Jens Nowotny als Abwehrchef. Nach der gelb-roten Karte im letzten Gruppenspiel gegen Kamerun wurde er im
          Achtel- und Viertelfinale gegen Paraguay und Amerika vom Dortmunder Sebastian Kehl vertreten. Schon da hatte er Rücktrittsgedanken geäußert. Im Halbfinale gegen Südkorea aber baute Völler wieder auf den Leverkusener, erst recht im Endspiel gegen Brasilien. Insgesamt erzielte er in den 46 Länderspielen drei Tore, zuletzt traf er am 18. Februar beim 2:1 in Kroatien.

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