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Fußball-Bundesliga : Wenn Bremen mal trifft, zählt es nicht

  • Aktualisiert am

„Klares Tor”: Bremen verliert in Wolfsburg Bild: dpa

„Verzwickt“, nannte es Bremens Trainer Schaaf nach dem 0:2 in Wolfsburg: „wenn ein klares Tor nicht gegeben wird.“

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          Tiefe Enttäuschung muss nicht zwangsläufig zu Realitätsverlust führen. So analysierte Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf die einzig umstrittene Szene bei der 0:2-Niederlage seines Clubs beim VfL Wolfsburg angenehm nüchtern.

          Dass Wolfsburgs Dorinel Munteanu bei seiner Rettungstat nach 55 Minuten den Ball erst hinter der Linie erwischte hatte, war Schaaf natürlich nicht entgangen, und entsprechend kritisierte er später den ausgebliebenen Torpfiff. Doch er behielt trotz des Ärgers einen klaren Blick, als er sagte: „Das allein war nicht entscheidend.“

          Schaaf benennt die eigenen Fehler

          „Natürlich ist es verzwickt, wenn man solche Probleme wie wir hat und dann ein klares Tor nicht gegeben wird“, klagte Schaaf. Die Schuld an der Niederlage allein bei Schiedsrichter Helmut Fleischer und Assistent Knut Kircher zu suchen, war Schaaf jedoch - im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen in der Fußball-Bundesliga - zu einfach. „Wir müssen auch unsere eigenen Fehler benennen“, stellte der Coach sachlich fest.

          Nur schwer zu halten: Wolfsburgs Klimowicz (l)

          Das größte Problem für ihn: „Wir tun uns beim Tore schießen schwer.“ Angefügt werden müsste jedoch auch, dass sich Werder derzeit schon beim Herausspielen von Chancen schwer tut. Auch Schaafs Spieler unterließen das in der Liga derzeit so beliebte Spiel, alle Schuld bei den Referees zu suchen. Zwar meinte Marco Bode, dass der missglückte Kopfball von Diego Klimowicz schon einen „halben Meter“ hinter der Linie gewesen sei, ehe dessen Mitspieler Munteanu ihn aus dem Tor bugsierte. Laute Schiedsrichter- Schelte verkniff sich der Nationalspieler jedoch.

          Im Niemandsland der Liga versunken

          Die Bremer wissen, dass sie in erster Linie selber die Schuld tragen, dass sie im Niemandsland der Liga versunken sind. Ein Platz im ungeliebten UI-Cup-Wettbewerb scheint für Werder - ebenso wie für den siegreichen VfL - derzeit das einzige realistische Ziel in den noch verbleibenden sechs Saisonspielen zu sein. Schaaf hofft nach der zuletzt mageren Ausbeute auf einen „Lauf in die andere Richtung.“

          Der Coach wirkte nach den Wolfsburger Toren von Klimowicz (64.) und Martin Petrow (78.) allerdings so ratlos wie zuvor seine Spieler bei ihren ungeschickten Offensiv-Bemühungen. „Das war die allerletzte Chance“, sagte Werder-Kapitän Frank Baumann leise. Sechs Punkte Abstand hat sein Team zu Rang sechs, der angesichts der Teilnehmer Schalke und Leverkusen am Pokalfinale einen Platz im UEFA-Cup sichern würde.

          UI-Cup als Höchstes der Gefühle

          Erst nach einer kleinen Pause entwickelte Baumann einen Rest von Kampfgeist: „Wir können es aber auch noch schaffen.“ Ähnlich unentschlossen waren Baumann und seine Kollegen in den 90 Minuten zuvor zu Werke gegangen. Auch das war ein Grund für den Rückschlag. Die Wolfsburger spielten nicht besser als die Bremer, aber sei nutzten immerhin die raren Chancen entschlossen.

          „Das war eine Stunde sehr zerfahren“, kommentierte VfL-Coach Wolfgang Wolf das weitgehend unansehnliche Spiel. Entsprechend bescheiden ist seine Zielsetzung für den Rest der Saison: „Ein einstelliger Tabellenplatz.“ Mehr als eine Platz im UI-Cup ist wohl auch für den VfL nicht drin.

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