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Fußball-Bundesliga : Schalker Fanappell: „Hol den Magath“

  • -Aktualisiert am

Kniefall: Ballack und Böhme im Gleichschritt Bild: dpa/dpaweb

Nach dem 1:0 gegen Bayern München und der Verabschiedung des Teamchefs Marc Wilmots und des Regisseurs Andreas Möller lautet in Schalke die drängendste Frage: Wer wird neuer Trainer?

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          Simone, hol schon mal den Wagen. Die Schauspielerin Simone Thomalla, Lebenspartnerin des Schalker Managers Rudi Assauer, tut wie ihr geheißen und wartet mit laufendem Motor nahe dem Hauptportal auf dem Arenaring. Ein kurzes Hupen, doch ihr Rudi macht keine Anstalten einzusteigen. Zwei Stunden nach dem Schlußpfiff steht Assauer im Gelsenkirchener Regen einer Gruppe von Fans gegenüber. Sie haben ihn auf dem Weg zum Wagen abgefangen, lassen sich nicht mit dieser netten kleinen Geste der Entschuldigung abspeisen, die sich Assauer im Verbund mit der Marketingabteilung ausgedacht hat.

          "Ihr wart Spitze, wir diesmal nicht!"

          Vor dem Anstoß hatten die Profis ein Spruchband hochgehalten "Ihr wart Spitze, wir diesmal nicht!". Auf dem Fußballplatz fügten sie beim 1:0 über den deutschen Meister Bayern München sogar einen sportlichen Erfolg hinzu, und nach dem Spiel verabschiedeten sie den Teamchef Marc Wilmots und den Mittelfeldstrategen Andreas Möller mit viel Applaus aus der Bundesliga. Ganz Schalke wirkte wieder versöhnt. Ganz Schalke? Nein. Diese kleine, aufmüpfige Gruppe baut sich vor Assauer auf und formuliert hartnäckig ihren Auskunftsanspruch. Was nun, Herr Assauer? Wie soll es bloß weitergehen? Vor allem: Mit welchem Trainer? Die Antwort kommt aus dem Halbkreis, der sich vor dem Befragten formiert hat. "Hol den Magath!"

          Assauer steht Rede und Antwort. Wenn die Vorwürfe ihm zu kraß werden, schreit und schimpft der Manager. Schalke sei nun einmal ein Klub voller Höhen und Tiefen, aber der Fall auf den siebten Rang mit der Chance, am UI-Cup teilzunehmen, sei nur "eine kleine Delle" in der Aufwärtsentwicklung der zurückliegenden Jahre. Die Trainerfrage ignoriert Assauer, auch wenn ein Mann mit ostdeutscher Sprachfärbung so hartnäckig fragt wie zuvor manch ein Journalist. Im Presseraum hat Assauer sich dumm gestellt. "Wer ist Magath?" Noch sei er Trainer des VfB Stuttgart, antwortet ein Reporter. "Sehen Sie", entgegnet Assauer, "und er hat einen Vertrag, also wird er bis 2004 Trainer des VfB Stuttgart sein." Wieder kündigt der Manager an, den Namen des neuen Fußball-Lehrers erst bekanntzugeben, "wenn die Tinte trocken ist".

          Vielleicht sei es schon in dieser Woche soweit. Solange die Gespräche noch liefen, stehe es jedem frei, nach Herzenslust "zu spekulieren und Zeitung zu lesen". Vielleicht sei unter den vielen Namen, die dort genannt würden, ja "ein Volltreffer". Die Herren Daum und Heynckes sind aus dem Rennen (wenn sie überhaupt je in Frage kamen). Magath gilt als Favorit, aber es soll noch immer Spuren geben, die in die Niederlande führen, etwa zu Bert Maarwijk von Feyenoord Rotterdam.

          Am Ende ruft wieder einer: "Hol den Magath!" Doch fürs erste geht nur der Wunsch von Frau Simone in Erfüllung. Sie hat ihre Tochter losgeschickt mit dem Auftrag: Hol den Rudi. Der Manager schreibt rasch noch ein paar Autogramme, dann steigt er endlich ein.

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