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Fußball-Bundesliga : Sammer sauer: 1860 schlägt BvB

  • Aktualisiert am

Zornig: Matthias Sammer Bild:

Ein müder Winterkick: 1860 München schlägt Borussia Dortmund mit 1:0 (0:0), der entscheidende Treffer gelang Thomas Häßler mit einem umstrittenen Foulelfmeter in der 53. Minute.

          1860 München hat die Premiere von Tomas Rosicky verdorben, die Erfolgsserie von Borussia Dortmund beendet und dem BVB den vorläufigen Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verwehrt. Die „Löwen“ gewannen gegen die enttäuschenden Westfalen verdient 1:0 (0:0). Das Tor des Tages gelang dem früheren Dortmunder Thomas Häßler per Foulelfmeter in der 53. Minute. Coach Matthias Sammer war sauer.

          „Wenn es nicht funktioniert, dann spielt man so, wir haben einige beleidigte Spieler“, bemängelte Sammer die Einstellung seines Teams nach dem Millionen-Transfer von Rosicky. „Letztes Jahr wären wir beinahe abgestiegen, wenn wir so weiter machen, haben wir da oben nichts zu suchen“, meinte der enttäuschte Coach, der allerdings auch die Schiedsrichterleistung kritisierte.

          An der ersten Pleite der besten Auswärtsmannschaft der Liga, die in der Schlussminute auch noch Lars Ricken durch eine Gelb-Rote Karte (wiederholtes Foulspiel) verlor, nach acht Spielen ohne Niederlage konnte auch BVB-Neuzugang Tomas Rosicky nichts ändern: Der teuerste Einkauf der Bundesliga-Geschichte (25 Millionen Mark) war von Matthias Sammer in der 60. Minute eingewechselt worden, konnte dem Spiel jedoch auch keine Wende mehr geben.

          Löwen lauffreudiger und zweikampfstärker

          Zufriedener gab sich Löwen-Coach Werner Lorant: Die Sechziger betrieben nach dem 0:2 in Bremen Wiedergutmachung und machten durch den dritten Heimsieg in Folge den ersten Schritt auf dem Weg vom hinteren Tabellenmittelfeld in Richtung internationales Geschäft. Die Münchner zeigten sich vor 20.500 Zuschauern in einer zerfahrenen Partie einsatzfreudiger und läuferisch stärker.

          Vor allem in der ersten Hälfte bestimmten die Gastgeber bei winterlichen Verhältnissen über weite Strecken die Partie. 1860 hatte im ersten Durchgang auch die beste Möglichkeit, als Martin Max mit einem Schuss aus zehn Metern an Nationalkeeper Jens Lehmann jedoch scheiterte. Vom BVB, der mit einem Sieg Schalke zumindest für knapp 20 Stunden von der Tabellenspitze hätte verdrängen können, war dagegen nichts zu sehen.

          Rempler von Evanilson führte zum Elfer

          Dies wurde in der zweiten Hälfte zunächst etwas besser. Doch Fredi Bobic kam nach guter Vorarbeit von Lars Ricken in der 51. Minute jedoch einen Schritt zu spät. Zwei Minuten später kam der entscheidende Rückschlag für Dortmund: Nach einem Rempler von Evanilson an „U 21“-Nationalspieler Daniel Bierofka entschied Schiedsrichter Jürgen Aust (Köln) auf Strafstoß. Die Chance ließ sich Häßler mit seinem fünften Saisontor nicht nehmen.

          Danach drängte Dortmund zwar auf den Ausgleich, ohne dabei jedoch große Chancen zu verzeichnen. Am gefährlichsten war noch ein Schuss von Rosicky in der 80. Minute, der knapp das Ziel verfehlte. Zudem forderte die Borussia Strafstoß, als Rosicky bei einem Zweikampf mit Uwe Ehlers zu Boden ging. Der Pfiff von Aust blieb allerdings aus.

          Bei 1860, das auf den verletzten Harald Cerny verzichten musste, verdienten sich Vidar Riseth und Bierofka die besten Noten. Riseth rückte bereits nach vier Minuten ins Abwehrzentrum der Münchner, nachdem Ned Zelic wegen eines unglücklichen Tritts von Bobic an die Schläfe in der vierten Minute ausgewechselt werden musste. Im Dortmunder Team konnten allenfalls Routinier Jürgen Kohler und Dede gefallen. Kurzfristig hatte die Borussia auf Miroslav Stevic verzichten müssen, der beim Warmmachen eine Oberschenkelverletzung erlitten hatte.

          TSV 1860 München - Borussia Dortmund 1:0 (0:0)

          TSV 1860 München: Jentzsch - Zelic (4. Ehlers) - Kurz, Riseth, Hoffmann - Borimirow, Stranzl, Bierofka - Häßler (73. Tyce) - Max, Schroth (90. Agostino)

          Borussia Dortmund: Lehmann - Evanilson, Wörns, Kohler, Dede - Nerlinger (60. Rosicki), Heinrich - Ricken - Sörensen
          (60. Addo), Bobic, Reina

          Schiedsrichter: Aust (Köln)

          Zuschauer: 20 500

          Tor: 1:0 Häßler
          (53./Foulelfmeter)

          Gelbe Karten: Borimirow, Schroth, Bierofka, Stranzl / Dede, Evanilson, Kohler
          Gelb-Rote Karte: Ricken (90.)

          Beste Spieler: Bierofka, Riseth / Kohler



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