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Fußball-Bundesliga : Neue Fan-Proteste gegen Anstoßzeiten und Spieltage

  • -Aktualisiert am

Vor allem die Spiele am Sonntag und die Abschaffung des Freitagsmatches in der Fußball-Bundesliga werden als fanfeinlich bewertet.

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          Der Protest der Fußball-Anhänger gegen fanfeindliche Zustände in der Bundesliga geht in die zweite Runde. Vertreter der Organisation „Pro 15:30 - Kein Kick ohne Fans!" treffen sich am Freitag mit den Geschäftsführern der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Wilfried Straub, Heribert Bruchhagen und Michael Pfad zu neuen Verhandlungen.

          Die Vereinbarungen zwischen Liga und Fans nach den Protesten in der vergangenen Saison sind nach der Auffassung der Fanvertreter nicht komplett umgesetzt worden. Mit ihrere Hauptforderung, mehr Spiele am Samstag zur traditionellen Zeit um 15.30 Uhr anpfeifen zu lassen, hatte die Fan-Initiative allerdings Erfolg. „Wir wollen dieses Mal erst den Dialog suchen, bevor wir mit den Protesten beginnen", sagte Thomas Weinmann, Fan-Beauftragter von Borussia Mönchengladbach und Sprecher von „Pro 15:30".

          Proteste halfen mehr Premiere als Fans

          Als möglicher Protesttag ist in der Rückrunde der 22. Spieltag vorgesehen. Die Ergebnisse der ersten Verhandlungen haben nach Ansicht von Weinmann zu wenig gebracht. „Diese Maßnahmen haben mehr dazu gedient, den Pay-TV-Sender Premiere attraktiver zu machen", meint Weinmann.

          Nach den ersten Protesten wurden die Freitagspiele und das Samstagabendspiel der obersten Spielklasse abgeschafft. Diese Live-Übertragungen brachten dem Bezahlsender keine Abonnenten, sondern nur Kosten. „Der wahre Fußball-Fan geht lieber am Freitag als am Sonntag ins Stadion, das hat uns nicht viel gebracht", meint der „Pro 15.30"-Sprecher.

          Zweitliga-Livespiel am Freitag

          Der neue Forderungskatalog ähnelt dem aus dem Jahre 2001. Die Spieltage sollen schon zu Beginn der jeweiligen Halbserie mit Anstoßzeiten festgelegt werden. Um den Fans mehr Planungssicherheit zu geben, sollen in der 2. Liga die Spielverlegungen wegen der Live-Übertragungen mindestens vier Wochen im Voraus festgelegt werden.

          Die Fan-Vereinigung fordert weiter eine Einschränkung der zuschauerunfreundlichen Zweitliga-Spieltage. Aus diesem Grund soll die Live-Partie vom Montag auf den erstligafreien Freitag vorverlegt werden. Und bei Begegnungen in der Woche soll die Partie nicht vor 20.00 Uhr angepfiffen werden.

          Lange Anreisen an Sonntagen kritisiert

          Bei den Verhandlungen im vergangenen Jahr war den Fans zugestanden worden, dass die Anreise an Sonn- und Freitagen für die Gästefans nicht länger als 300 Kilometer sein sollte. Davon kann nach der Hinrunde der Saison 2001/2002 nicht die Rede sein. Bis auf zwei Spieltage wurde diese Regel immer missachtet, und nicht immer waren die beteiligten Teams im Uefa-Cup beschäftigt.

          So mussten die Cottbusser Anhänger am 13. Spieltag 690 Kilometer nach Mönchengladbach reisen. „In der 2. Liga wird das gar nicht umgesetzt, obwohl das auch für sie gelten sollte", meint Weinmann. So mussten die Fans in der 2. Liga Wochenende für Wochenende von einem Ende der Republik zum anderen reisen.

          Kein Verbot gegen Fahnen und Spruchbänder

          Zu den alten Forderungen kommen neue, die Vertreter von „Pro 15:30" verlangen mehr Stehplätze für Heim- und Gästefans. „In vielen Stadien wie beispielsweise Bremen oder Leverkusen müssen die Anhänger der Auswärtsclubs teure Sitzplatzkarten kaufen, dabei stehen sie dann doch", erläutert der Gladbacher Fan-Beauftragte. In anderen Arenen gibt es sogenannte Vario-Sitze, da können ganze Blocks sehr schnell wieder in Stehplätze umgebaut werden.

          Außerdem verlangen die Fußball-Anhänger Meinungsfreiheit und Freiräume zur kreativen Gestaltung der Fans im Stadion. Hinter dieser Formulierung verbirgt sich die Forderung, im Block Choreografien aufführen zu können, Spruchbänder und Schwenkfahnen mitzubringen sowie Plätze für Zaunfahnen. Die Unterhaltungs-Shows, die die Fan-Gesänge übertönen, sollen dagegen abgeschafft werden. „In Stuttgart wollten die Verantwortlichen den Gladbacher Fans verbieten, Fahnen und Spruchbänder mit ins Stadion zu nehmen", erläutert Weinmann den Hintergrund.

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