https://www.faz.net/-gtl-35j5

Fußball-Bundesliga : Milde Strafe: Nur vier Spiele Sperre für Lehmann

  • Aktualisiert am

Im Saisonfinale wieder dabei: Jens Lehmann Bild: dpa

Das DFB-Sportgericht hat milde geurteilt. Borussia Dortmund kann Torwart Jens Lehmann schneller als erwartet wieder einsetzen.

          2 Min.

          Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat milde geurteilt. Jens Lehmann ist für seinen rüden Tritt gegen den Freiburger Soumaila Coulibaly nur mit einer Sperre von vier Pflichtspielen belegt worden.

          Der Torhüter von Borussia Dortmund, der sich am Dienstag in einer öffentlichen Erklärung für sein Verhalten bei allen Beteiligten entschuldigte, hat nach Auffassung des Vorsitzenden Einzelrichters Rainer Koch (Poing) „eine Tätlichkeit gegen den Gegner in Form des krass sportwidrigen Verhaltens nach einer zuvor an ihm begangenen sportwidrigen Handlung“ begangen.

          Lehmann akzeptiert Strafe

          Der DFB hatte die Ermittlungen gegen Lehmann nach Studium der Fernsehbilder und Anhörung von Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) am Montag nachträglich eingeleitet. Die TV-Bilder belegten, dass der Nationalkeeper den am Boden liegenden Coulibaly nach einem Zusammenstoß in den Oberschenkel getreten hatte. Da das Schiedsrichtergespann das Vergehen während des Spiels nicht gesehen hatte, blieb es zunächst ungeahndet.

          Mit dem im schriftlichen Verfahren gefällten Urteil folgte Koch dem Antrag des DFB-Kontrollausschussvorsitzenden Horst Hilpert. Der 31 Jahre alte Nationaltorwart musste zuvor eine schriftliche Stellungnahme beim DFB zu dem Vorfall im Bundesliga-Auswärtsspiel am Sonntag beim SC Freiburg (5:1) einreichen. Da Lehmann das Strafmaß bereits akzeptierte, ist es rechtskräftig.

          Welle öffentlicher Empörung

          Somit steht der Übeltäter dem BVB im Kampf um die deutsche Meisterschaft erst am 20. April im Heimspiel gegen den 1. FC Köln wieder zur Verfügung. Bis dahin dürfte Philipp Laux zwischen die Borussen-Pfosten rücken.

          Lehmann, der laut BVB-Präsident Gerd Niebaum vom Verein eine Geldstrafe erhielt, zeigte zwei Tage nach dem Spiel Reue und mühte sich, die Wellen der öffentlichen Empörung über seinen üblen Tritt zu glätten. „Ich habe im Affekt nachgetreten, weil ich dachte, er hätte mir die Kniescheibe gebrochen. Noch während ich trat, wollte ich meinen Fuß zurückziehen, weil ich sah, dass es dumm von mir war zu treten. Es war leider schon zu spät“, sagte er.

          Bei Coulibaly, SC-Trainer Finke und seinen Mannschaftskameraden habe er sich bereits entschuldigt, so Lehmann, der als weitere Buße eine Geldspende an das Friedensdorf in Oberhausen entrichten wird.

          „DFB-Lehrwart als Scharfrichter“

          Darüber hinaus muss die Nummer 2 im Tor der deutschen Nationalmannschaft hinter Oliver Kahn (Bayern München) wohl keine weiteren Konsequenzen befürchten. Nach bisherigen Erfahrungen in ähnlichen Fällen dürfte DFB-Teamchef Rudi Völler den BVB-Schlussmann bei der Nominierung am Donnerstag in Frankfurt für das Länderspiel am kommenden Mittwoch in Rostock gegen die USA dennoch berücksichtigen.

          Ungeachtet dessen übte Clubchef Niebaum scharfe Kritik an DFB-Schiedsrichterlehrwart Eugen Strigel. Er hatte das Geschehen in Freiburg schon in der Halbzeitpause kommentiert und eine nachträgliche Sperre prognostiziert. „Solche Statements schon während des Spiels abzugeben, halte ich für sehr problematisch. Es geht nicht, dass sich der DFB-Lehrwart als Scharfrichter entpuppt“, sagte Niebaum. Nach seiner Auffassung tragen derlei Aussagen zur „Emotionalisierung des Publikums“ bei. „Bevor ein Spiel nicht abgepfiffen ist, werfe ich nicht eine Lunte ins Stadion“, mahnte der Borussen-Präsident zu mehr Zurückhaltung und Fairness.

          Weitere Themen

          Deutscher Doppelsieg beim Ironman Video-Seite öffnen

          Hawaii : Deutscher Doppelsieg beim Ironman

          Jan Frodeno und Anne Haug durften sich über den Erfolg bei einer der schwersten Sportveranstaltungen der Welt freuen.

          Topmeldungen

          Präsident Erdogan erklärt sich gegenüber Journalisten.

          Krieg in Syrien : VW stellt Werk in der Türkei in Frage

          Eigentlich war die Sache in trockenen Tüchern, nahe Izmir wollte VW sein erstes türkisches Pkw-Werk errichten. Doch weil Erdogans Truppen in Nordsyrien einmarschiert sind und dort die Kurden bekämpfen, wachsen die Zweifel an der Standortentscheidung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.