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Fußball-Bundesliga : Liga vor Krisen-Saison: „Auf Extremsituationen einstellen“

  • Aktualisiert am

108 Profis sind ohne Arbeit, andere sollen auf Gehalt verzichten Bild: dpa

Die Kirch-Krise wirft ihren Schatten auf die an diesem Freitag beginnende Bundesliga-Saison. Die DFL warnt vor „zwei schwierigen Jahren“.

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          Die Fußball-Bundesliga steht in ihrer 40. Saison vor enormen Herausforderung und existenziellen Bedrohungen. Diese Meinung vertritt Heribert Bruchhagen, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL).

          „Aus der Krise konnten wir uns noch nicht ganz befreien. Uns stehen zwei schwierige Jahre bevor, in denen wir uns auf Extremsituationen einstellen müssen“, sagte Bruchhagen am Montag in Dortmund. Dort findet am Freitag erstmals ein offizielles Saison-Eröffnungsspiel statt, bei dem sich der deutsche Meister Borussia Dortmund und Hertha BSC Berlin gegenüberstehen.

          Stuttgarts-Manager: Alle müssen mithelfen

          Nach Jahren stetig steigender Einnahmen müssten sich die Vereine in Zeiten der Kirch-Krise mit der neuen Lage arrangieren. „Was die Liquidität anbetrifft, werden einige Vereine Probleme bekommen. Erst wenn sie die Anpassung vollzogen haben, wird sich die Sache wieder einpendeln“, meinte der ehemalige Bundesliga-Manager, der die Clubs allerdings auf gutem Weg aus der Krise wähnt. „Der Transfermarkt ist mit Augenmaß und Vernunft abgewickelt worden. Wir sind in der Lage, diese Krise zu bewältigen. Dafür stehen die deutschen Tugenden.“

          Der hochverschuldete VfB Stuttgart verkündete gleichzeitig die Streichung seiner Siegprämien von bisher geschätzten 3.000 Euro pro Spieler. Zudem wiederholte VfB-Manager Rolf Rüssmann die Forderung an die Profis, auf einen Teil ihres Gehaltes zu verzichten. „Der Schlüssel liegt bei ihnen. Es ist nur ein Federstrich und das Thema ist vom Tisch.“ Alle müssten mithelfen, die Situation zu überbrücken, meinte Rüssmann.

          DFL kündigt Hilfe für arbeitslose Spieler ein

          Als „erste Opfer“ dieser Entwicklung sieht Bruchhagen die 108 Profis, die kurz vor dem Ende der Transferperiode Ende August noch immer keinen neuen Vertrag haben. „Ihnen gilt unsere Fürsorge“, kündigte er Hilfestellungen der DFL an. So stehe die DFL in Kontakt mit der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV) und mache sich bei der EU, der Fifa und der Uefa für eine Liberalisierung der Transferregelungen stark.

          Diese Offensive stößt bei Michael Meier, Manager von Borussia Dortmund, auf Zustimmung: „Dass Profis nur bis Ende August transferiert werden können, konterkariert das Bosman-Urteil.“ Bei allen Problemen sieht Meiers Kollege Dieter Hoeneß (Hertha BSC Berlin) der neuen Saison mit Zuversicht entgegen: „Ich bin überzeugt, dass die Fußball-Krise für die Bundesliga auch eine Chance bedeutet.“

          Weil die Beletage des deutschen Fußballs in den vergangenen Jahren besser gewirtschaftet habe als die europäische Konkurrenz, werde sie „von dieser kritischen Phase profitieren“. Lazio Rom habe erst im Mai die November-Gehälter bezahlt. „Das zeigt, dass wir in Zukunft die Chance haben, ausländische Spieler zu holen, die bisher noch nicht über einen Wechsel nach Deutschland nachgedacht haben“, meinte Hoeneß.

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