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Fußball-Bundesliga : Freiburg in Not - Cottbus gerettet

  • Aktualisiert am

Coulibay bremst den Cottbusser Torschützen Miriuta (l.) Bild: dpa

Volker Finke soll Freiburger Trainer bleiben. Nach dem 0:2 in Cottbus kann er mit der Planung für das Unterhaus beginnen.

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          Volker Finke hadert im Abstiegskampf mit dem Allmächtigen. „Vor ein paar Wochen habe ich gesagt, dass sich alles irgendwann ausgleicht. Aber wir haben immer wieder neues Verletzungspech. Irgendjemand da oben meint es nicht gut mit uns“, sagte der Trainer des SC Freiburg nach dem 0:2 (0:1) der Breisgauer im Kellerduell bei Energie Cottbus.

          Die ersten Anzeichen von Resignation sind bei Finke nach dem zehnten Spiel in Folge ohne Sieg und nunmehr vier Punkten Rückstand auf den rettenden Rang 15 unverkennbar. Der Coach, der auch im Falle des Abstiegs seinem SCF zumindest bis zum Vertragsende 2003 treu bleiben will, setzt trotz einer erneut schwachen Leistung weiter auf einfühlsame Pädagogik. „Wir haben eine Situation, über die wir uns keine Illusionen machen sollten. Aber ich kann deshalb doch niemandem den Kopf abreißen“, meinte der 54-Jährige.

          Der kurzfristige Ausfall von Alexander Iaschwili (Anriss des Syndesmosebandes) und Adel Sellimi (Knie) hatte dem Trainer die letzten verbliebenen Angriffsspieler von Bundesligaformat genommen. „Golz, Tanko, But, Sellimi und Iaschwili. In der Summe ist das einfach too much“, meinte Finke mit einem Anflug von Fatalismus.

          Geyer: „... dann reiße ich ihm den Kopf ab“

          Sein Team machte es ihm aber auch nicht leicht, etwas Positives zu entdecken. Leidenschaftslos, mutlos und chancenlos ergaben sich die Breisgauer in ihr Schicksal. „Es ist einfach eine beschissene Situation. Wir sind eine Mannschaft, die Fußball spielen und nicht kämpfen kann“, analysierte Tobias Willi.

          Auch Finkes Kollege Eduard Geyer wirkte trotz des sechsten Cottbuser Heimsiegs in Folge schwer geschafft und keineswegs erleichtert. Der Abstiegskampf raubt ihm die Nerven. Bei acht Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz und drei Heimspielen in den letzten fünf Partien warnt Geyer vor gemütlicher Selbstzufriedenheit. „Wenn sich hier einer zurücklehnt, dann reiße ich ihm den Kopf ab. Wir haben noch sehr schwere Spiele“, meinte Geyer.

          Cottbus fast gerettet

          Doch der ebenso glanzlose wie hochverdiente Sieg gegen das Team aus dem Breisgau offenbarte einmal mehr die Bundesliga-Tauglichkeit der Cottbuser. Robuster Körpereinsatz, unbändiges Selbstvertrauen vor eigenem Publikum und die Kraft des Außenseiters erhalten die Hoffnung auf eine dritte Saison in der Fußball-Eliteklasse am Leben. „Das war eines der wichtigsten Spiele überhaupt. Wir sind fast durch, und das ist an sich schon eine Sensation“, erklärte Sebastian Helbig.

          Mit seinem Treffer zum 2:0-Endstand sorgte der eingewechselte Stürmer in der 69. Minute für die Vorentscheidung und ersparte seinem Trainer eine noch nervenaufreibendere Schlussphase. Zuvor hatte Vasile Miriuta mit einem Foulelfmeter (37.) die Führung erzielt. „Wir haben wieder viel zu viele Chancen ausgelassen. In so einem Spiel rutscht auch mal ein Ball hinten rein. Die Nerven haben wieder mitgespielt“, klagte Geyer.

          Doch insgesamt wirkten seine Spieler nervlich robust, und die Zahl der Zweifler am Klassenerhalt sinkt. „Wir müssten eigentlich durch sein. Aber man weiß ja nie“, formulierte Manager Klaus Stabach vorsichtig. Sein Chefcoach wetterte indessen weiter gegen die Optimisten: „Wir müssen erst theoretisch alles klarmachen. Dann bin ich zufrieden.“

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