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Fußball-Bundesliga : Freiburg am Ende, Köln im Aufwind

  • Aktualisiert am

Stabiler Schweizer sorgt für Kölner Sicherheit: Marc Zellweger (r) Bild: dpa

Volker Finke nimmt nach dem 0:0 gegen Köln sein Team Schutz: „Wir waren körperlich an der Kante und psychologisch in einem Loch.“

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          Keine Tore, ein Remis, zwei Gemütslagen: Während Freiburgs Trainer Volker Finke seine Spieler derzeit körperlich und psychisch „an der Kante“ taumeln sieht, gewinnt der 1. FC Köln auf seinem mühsamen Weg aus dem Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga allmählich an Stabilität.

          „Unsere beiden neuen Innenverteidiger machen sich sehr gut. Da haben wir zwei richtig starke Abräumer verpflichtet“, lobte Kölns Sportdirektor Hannes Linßen nach dem 0:0 in Freiburg das erst Mitte November verpflichtete Verteidiger-Duo Marc Zellweger und Rigobert Song.

          Harmonie bei den Defensiv-Strategen

          Gegen Freiburg ließen die beiden langmähnigen Defensivstrategen keine nennenswerte Torchance zu und meldeten ihre Kontrahenten Adel Sellimi bzw. Alexander Iaschwili weitgehend ab. Nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz harmonieren die beiden Neuzugänge prächtig miteinander. „Wir wohnen im gleichen Hotel und schwimmen auf der gleichen Wellenlänge“, sagte der Schweizer Nationalspieler Zellweger.

          Lienen sah sich nach dem ersten „zu Null“ seit Monaten in seiner Personalpolitik bestätigt. „Was nützt mir vorne ein Knipser, wenn ich laufend Gegentore kassiere. Für mich war das deshalb der richtige Hebel.“ In drei Auswärtsspielen mit dem Verteidiger-Tandem blieben die Rheinländer ungeschlagen - seit der Verplichtung von Zellweger und Song machen die „Geißböcke“ weniger „Zicken“.

          Song mit 25 schon ein Routinier

          „Wichtig ist, dass wir den jungen Spielern mit unserer Routine weiterhelfen. Das klappt momentan ganz gut“, betonte Song. Er ist zwar selbst erst 25 Jahre alt, durch seine WM-Einsätze 1994 und '98 für Kamerun und als Spieler von Englands Premier-League-Klub West Ham United verfügt er aber über wertvolle internationale Erfahrung. Song gibt trotz mangelnder Sprachkenntnisse auf dem Platz unüberhörbar den Ton an. Auch Abwehrrecke Zellweger ist fest von einer Wende zum Guten überzeugt: „Mit dem FC St. Gallen haben wir zu Saisonbeginn auch eine Pleitenserie hingelegt und uns schließlich wieder gefangen. Ich hoffe, dass ich das Glück aus der Schweiz mitgebracht habe“, erklärte der 28 Jahre alte Eidgenosse.

          Im Wissen, dass er sich um seine Defensive derzeit wenig Sorgen machen muss, nimmt Trainer Ewald Lienen vor dem Achtelfinale im DFB-Pokal am Mittwoch beim Regionalligisten KFC Uerdingen nun seinen Angriff in die Pflicht. Der Kölner Coach versicherte, dass Neuverpflichtungen für den Sturm „zur Zeit kein Thema“ sind: „Wir haben genügend gute Offensivkräfte. Das Problem ist, dass sie sich nicht so präsentieren.“

          Finke nimmt seine Profis in Schutz

          Trotz fünf Niederlagen und zwei Unentschieden aus den letzten sieben Spielen in Bundesliga, DFB-Pokal und Uefa-Cup packt Freiburgs Trainer Volker Finke seine Profis vor den beiden letzten schweren Spielen vor der Winterpause in Hamburg und Bremen in Watte. „Man hat den Spielern die Mehrfachbelastung einfach angemerkt. Jetzt haben wir endlich einmal sechs Tage frei. Die wollen wir zur Regeneration nutzen, um uns nochmal in gute Verfassung zu bringen“, sagt Finke.

          „Die Enttäuschung nach dem Rotterdam-Spiel saß ganz tief, auch wenn einige das locker wegreden wollten“, räumte Volker Finke ein. „Wir waren körperlich an der Kante und psychologisch in einem Loch.“ Deshalb nahm der Freiburger Fußballlehrer seine Schüler in Schutz. „Ich bin überhaupt nicht böse, dass wir gegen eine Mannschaft hinter uns nicht drei Punkte geholt haben. Wir können damit leben.“

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