https://www.faz.net/-gtl-ohox

Fußball-Bundesliga : Finanzielle Unsicherheit nach Infront Ausstieg

  • Aktualisiert am

Die Bundesliga geht in finanzieller Ungewißheit ins neue Jahr. Die Rechte-Agentur Infront hat ihre Option, den bestehenden Vermarktungsvertrag um zwei Jahre bis 2006 zu verlängern, verstreichen lassen.

          2 Min.

          Die Fußball-Bundesliga steht bei der Fernseh-Vermarktung zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren vor einschneidenden Änderungen. Der bisherige Partner Infront als Nachfolger der insolventen KirchMedia hat erwartungsgemäß zum Jahresende seine Option zur Verlängerung des Vertrages nicht wahrgenommen.

          Damit besitzen die 36 Proficlubs lediglich einen gültigen TV-Vertrag für die Spielzeiten 2004/05 und 2005/06. Nur die Vereinbarung mit der ARD-Sportschau ist vom Ausstieg der Netzer-Agentur nicht betroffen.

          Vereine fordern schnell Planungssicherheit

          „Der bestehende Kontrakt mit Infront endet mit Ablauf der aktuellen Saison im Sommer. Es ist jetzt Aufgabe der DFL, unverzüglich Verhandlungen mit den Nachfragern aufzunehmen“, erklärte am Neujahrstag Werner Hackmann als Präsident des Ligaverbandes. Die DFL-Führung will direkt mit TV-Sendern wie ZDF, DSF und dem Pay TV-Sender Premiere verhandeln, steht dabei aber unter großem Zeitdruck. Die Vereine fordern für die Zukunft sehr schnell Planungssicherheit. Hackmann äußerte sich optimistisch hinsichtlich möglicher neuer TV-Verträge: „Ich bin zuversichtlich, weil wir ein sehr gutes Produkt anzubieten haben.“

          Für die Schweizer Agentur Infront war das Produkt „Bundesliga“ allerdings nicht gut genug, um die vertraglich vereinbarten 295 und 300 Millionen Euro für die beiden nächsten Spielzeiten zu zahlen. Das Unternehmen - erst seit Oktober 2002 TV-Partner der DFL - hatte mit Verweis auf neue EU-Richtlinien bei Neuen Medien wie Mobilfunk und Internet nur noch 272,5 und 277,5 Millionen Euro geboten. Die DFL lehnte dieses Angebot ab, verhandelte aber bis zum Fristablauf am 31. Dezember weiter. „Die Gespräche konnten trotz aller Bemühungen nicht zum Abschluß gebracht werfen, obwohl Bewegung in die Verhandlungen
          gekommen war“, sagte DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub.

          Hackmann: „Möchten am Boom teilhaben“

          Der Dachverband will deshalb auch in den nächsten Wochen wieder mit Infront verhandeln. Bleibt es beim Ausstieg der Agentur, die auch die WM-Rechte 2006 besitzt, und führen die Verhandlungen mit anderen TV-Sendern nicht zu dem erhofften Ergebnis, wäre für die Bundesliga der Weg für die von einigen Großclubs angestrebte Eigenvermarktung frei. Sie erhoffen sich durch eine eigene Vermarktung der TV-Rechte höhere Einnahmen und sehen sich durch die steigenden Fußball-Quoten sowohl bei der Bundesliga als auch bei der Champions League bestätigt. „In allen Sendern boomt der Fußball, daran möchten wir gerne teilhaben“, hatte Hackmann erklärt.

          Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß hatte zuletzt die TV-Vermarktung der Bundesliga gerade im Zusammenhang mit der Infront-Option als „Katastrophe“ bezeichnet. Ein Ausscheren des deutschen Meisters aus dem Solidarpakt und der zentralen TV-Vermarktung komme aber trotzdem nicht in Frage.

          Weitere Themen

          Bayern drehen Spitzenspiel

          Basketball-Bundesliga : Bayern drehen Spitzenspiel

          Trotz eines 21-Punkte-Rückstands gewinnt der deutsche Basketballmeister noch das Bundesliga-Topspiel in Oldenburg. Dennoch moniert Bayerns Nationalspieler Zipser die Leistung.

          Flensburg unterliegt in Aalborg

          Handball : Flensburg unterliegt in Aalborg

          Der deutsche Handballmeister SG Flensburg-Handewitt kassiert am fünften Spieltag der Champions League seine erste Niederlage. Und jetzt kommen die schweren Spiele.

          Topmeldungen

          Johnson und der Brexit : Drei Briefe und ein einziges Ziel

          Boris Johnson will weiter versuchen, das Brexit-Abkommen bis Ende des Monats zu ratifizieren. Schon am Montag könnte die Regierung in London eine neue Abstimmung über den Brexit-Vertrag ansetzen – wenn John Bercow das zulässt.
          Kurdisches Fahnenmeer: Demonstranten am Samstag in Köln

          Türken-Kurden-Konflikt : Kurz vor der Explosion

          Der Krieg in Nordsyrien führt auch in Deutschland zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen türkischen und kurdischen Migranten. Das könnte erst der Anfang sein.
          Mit Arte in Oslo: Carola Rackete.

          Carola Rackete bei Arte : Ein ganz persönlicher Kulturschock

          In der Arte-Reihe „Durch die Nacht mit ...“ treffen die Aktivistin Carola Rackete und die norwegische Schriftstellerin Maja Lunde aufeinander. Man meint, sie hätten einander viel zu sagen. Es kommt anders.
          Regula Rytz, Präsidentin der Grünen Partei, wirft ihren Wahlzettel in eine Wahlurne.

          SVP bleibt stärkste Kraft : Grüne legen bei Schweizer Parlamentswahl deutlich zu

          Bei der Parlamentswahl in der Schweiz gab es Verschiebungen: Die rechtskonservative SVP bleibt zwar stärkste Kraft, konnte aber nicht mehr so gut punkten. Den größten Zuwachs verzeichnen die Grünen – in die Landesregierung schaffen sie es jedoch nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.