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Fußball-Bundesliga : Der Bayern-Jäger feiert Mpenza

  • -Aktualisiert am

Der FC Schalke 04 fühlt sich in der Rolle als Verfolger des Tabellenführers Bayern München offenbar wohl. Mit dem 2:0 (2:0) über den TSV München 1860 schlüpften die Gelsenkirchener eine Woche nach dem 1:4 in Cottbus und dem Verlust der Spitzenposition in die neue Rolle des Bayern-Jägers.

          Der FC Schalke 04 fühlt sich in der Rolle als Verfolger des Tabellenführers Bayern München offenbar wohl. Mit dem 2:0 (2:0) über den TSV München 1860 schlüpften die Gelsenkirchener eine Woche nach dem 1:4 in Cottbus und dem Verlust der Spitzenposition in die neue Rolle des Bayern-Jägers.

          „Wir wollten uns für die Niederlage in Cottbus rehabilitieren. Das ist gelungen, aber der Platzverweis für die Münchner hat zu unserem Sieg beigetragen“, sagte Andreas Möller, nachdem die Westfalen drei Tage nach dem Einzug in das DFB-Pokalfinale (3:0 beim VfB Stuttgart) den achten Sieg im zehnten Heimspiel geholt hatten.

          Koproduktion mit Asamoah

          „Matchwinner“ war dabei Emile Mpenza mit zwei Toren in der 50. und 65. Minute. Zunächst überwand der 22-jährige Stürmer aus fünf Metern nach Flanke von Marco van Hooghdalem den Münchner Torwart Simon Jentzsch per Kopf. Zuvor hatte Jentzsch einen 23-Meter-Freistoß von Andreas Möller pariert, aber der Abpraller landete bei van Hooghdalem. Eine Viertelstunde später rundete der Belgier Mpenza die Vorarbeit von Gerald Asomoah ab, der von Jentzsch bei einem Alleingang gestoppt worden war. Mpenza schoss aus 14 Metern sein achtes Saisontor, wobei die größte Schwierigkeit darin bestand, den Ball an seinem Kollegen Asamoah vorbei zu zirkeln.

          Der Erfolg des Tabellen-Zweiten, der im Hinspiel beim 1:1 erstmals seit 30 Jahren wieder Bundesliga-Tabellenführer geworden war, kam allerdings gegen nur zehn Gegenspieler zu Stande. Denn einer der „Löwen“-Akteure hatte sich wegen eines Platzverweises nach „Textilbremse“ verabschieden müssen. Vidar Riseth, der in der Winterpause von Celtic Glasgow geholte Abwehrspieler, sah in der 42. Minute die Rote Karte von Schiedsrichter Bernd Heynemann (Magdeburg). Das Foul an Mpenza hatte sich gut 30 Meter vor dem Tor der Schalker abgespielt. Allerdings war der belgische Nationalstürmer frei auf dem Weg zum Tor der Münchner, als er im Laufduell vom Verteidiger der „Löwen“ festgehalten wurde.

          Schwache Lorant-Analyse

          Lorant haderte später mit dieser Schiedsrichter-Entscheidung. Der Platzverweis sei sehr hart gewesen. Und vor dem Führungstor habe Schalke einen ungerechtfertigten Freistoß zugesprochen bekommen, sagte der Coach. Aber dass sein Team wirklich eine Chance auf den ersten Sieg bei Schalke seit März 1966 hatte, konnte auch der frustrierte Lorant nicht sagen. Eine Woche nach dem 1:0 über Dortmund weisen die Münchner wieder eine negative Gesamtbilanz auf. UEFA-Pokal-Ansprüche sind für das Team realistischerweise für diese Saison unerfüllbar.

          Kritischer als sein Trainer gab sich Teamkapitän Marco Kurz. „Nach dem Platzverweis waren wir völlig chancenlos, aber wir haben ja schon vorher fast um einen Gegentor gebettelt“, sagte der 1860-Verteidiger. Der frühere Schalker ging mit sich und seinen Kollegen hart ins Gericht: „Wir hatten nicht das Format, Schalke zu schlagen.“ Mit den defensiven Umstellungen, die Lorant zur Halbzeit vornahm, war auch die vorgesehene Taktik zerstört. Mit Uwe Ehlers und Roman Tyce für Paul Agostino und Daniel Bierofka verstärkte der Coach die Abwehr der Gäste.

          Assauers Forderung

          Doch letztlich blieb die Maßnahme erfolglos. Die Schalker agierten vor 33 705 Zuschauern in der zweiten Halbzeit noch überlegener als in der ersten Hälfte. Die Gastgeber bewiesen erneut, dass sie in dieser Spielzeit Niederlagen gut wegstecken. Das Publikum feierte das Team zu Beginn für den am vergangenen Mittwoch vollzogenen Einzug in das Pokalfinale. Manager Rudi Assauer hatte der Mannschaft zuvor etwas anderes erklärt:
          „Wir legen die Themen DFB-Pokal und Finale in Berlin für dreieinhalb Monate auf Eis. Jetzt hat die Bundesliga alleinige Priorität.“

          Mit der fast sicheren Qualifikation für den Europapokal 2001/2002 kann Schalke tatsächlich in Ruhe die Verfolgung auf Bayern München aufnehmen. Das passt zu den taktischen Forderungen von Trainer Huub Stevens, der Geduld beim Aufbau einer spielerischen Überlegenheit von seinem Personal fordert.

          Möller mit guten Pässen

          Gegen den TSV 1860 war der Tabellen-Zweite ständig um einen konstruktiven, überlegten Spielaufbau bemüht. Möller, dessen Knieverletzung nach seinen Angaben sich etwas gebessert hatte, setzte mit sehr guten Pässen Mpenza und Asomoah in Szene und traf in der 29. Minute mit einem Freistoß die Querlatte. Der Däne Ebbe Sand war dagegen bei Achim Pfuderer fast abgemeldet. In sehr guter Form präsentierte sich Torwart Simon Jentzsch, der die „Sechziger“ vor einer hohen Niederlage bewahrte.

          In der Schlussphase sprühten die Schalker förmlich vor Spielfreude und versetzten das Publikum in Begeisterung. Die Zuschauer hatten fast den Eindruck, als würde das Team tatsächlich befreiter spielen, nachdem die Tabellenführung an die Münchner abgegeben wurde. Nur der Holländer Stevens fand's trotzdem Käse: „Man ist glücklich, dass die drei Punkte hier bleiben. Das war hart erarbeitet.“

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