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Fußball-Bundesliga : Demontage im Derby: Bayern demütigt 1860

  • Aktualisiert am

Männerfreude: Sergio und Salihamidzic Bild: dpa

Eine eindrucksvolle Demonstration der Stärke liefert Bayern München beim 5:1 im Derby gegen 1860 München ab. "Wir haben gezaubert wie Copperfield", fand Giovane Elber.

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          Der FC Bayern nähert sich meisterlicher Form. „Wir haben gezaubert wie Copperfield“, verkündete Torschütze Giovane Elber freudestrahlend, „für unsere Fans ist das wie Weihnachten“, ergänzte Thorsten Fink.

          Und sogar Präsident Franz Beckenbauer fand diesmal keinen Anlass zum Nörgeln - statt dessen geriet der hoch erfreute „Kaiser“ nach dem klaren 5:1 (2:1) gegen den überforderten Lokalrivalen TSV 1860 schier in Verzückung: „Wir haben dem Publikum einiges geboten.“

          Rummenigge: Sensationsspiel

          Die diebische Freude beim deutschen Meister über die schmerzhafteste „Watsch'n“ für die „Löwen“ im Münchner Derby seit 21 Jahren wurde verstärkt durch die Art und Weise, wie sie zu Stande kam. „Das war ein Sensationsspiel“, bekräftigte „Vize“ Karl-Heinz Rummenigge, auch wenn der vor allem in der zweiten Hälfte glanzvolle Auftritt begünstigt wurde durch einen Gegner, dessen miserable Leistung Trainer Werner Lorant durch eine Drohung auf den Punkt brachte: „Wir werden mal wieder ein ernstes Wort reden müssen.“

          Münchner Derby lässt nur die Bayern jubeln
          Münchner Derby lässt nur die Bayern jubeln : Bild: dpa

          Dabei hatte das 194. Stadt-Duell für die Gastgeber optimal begonnen: Mit Oliver Kahns erstem Gegentreffer nach 479 Minuten. Das 1:0 durch Daniel Bierofka (9.), den einzigen Münchner auf dem Platz, war aber wieder mal der Anfang vom Ende für die handzahmen „Löwen“.

          Bierofka: Schlimmer geht's nimmer

          „Immer, wenn wir 1:0 führen, spielen wir zu ängstlich und nicht mehr nach vorne. Das ist genau das Falsche, wir müssen auf's 2:0 gehen“, schimpfte Bierofka, dem das Debakel gegen seinen Ex-Klub arg auf's Gemüt drückte: „Schlimmer geht's nimmer.“ Da war er mit Lorant einer Meinung: „Mich stört nicht, dass wir verloren haben, sondern wie.“ Für die „Löwen“ sind die Derbys die wichtigsten Spiele des Jahres - an ihrer Einstellung war dies allerdings nicht zu erkennen.

          Ganz anders der FC Bayern: „Die suchen immer ihre Chance, die geben nie auf“, stellte Bierofka ehrfurchtsvoll fest. Den Ausgleich (28.) durch den starken Roque Santa Cruz erkämpften sich die Bayern noch, beim 2:1 (44.) durch den aufgerückten Fink profitierten sie durch die Schlafmützigkeit der Sechz'ger, dann wurde gezaubert: 3:1 durch Hasan Salihamidzic (57.), 4:1 durch Elber (80.) nach elegantem Freistoß-Trick, 5:1 durch Claudio Pizarro per Elfmeter (86.).

          Nächsten Höhepunkte warten

          Zeit, den „wunderschönen Fußball-Nachmittag“ (Manager Uli Hoeneß) vor 69.000 Zuschauern vollends auskosten zu können, bleibt allerdings nicht. „Am Mittwoch müssen wir wieder die Zauberkiste auspacken“, erinnerte der derzeit überragende Elber (7 Saisontore) bereits an die Partie gegen Spartak Moskau in der Champions League. Anschließend soll es endlich daran gehen, in der Bundesliga klare Verhältnisse zu schaffen. „Dann werden wir versuchen, gegen den 1. FC Kaiserslautern Tabellenführer zu werden“, kündigte Rummenigge an.

          Zweifel daran hat er nicht: „Wir sind in einer tollen Verfassung.“ In der Tat: Seit zwölf Pflichtspielen sind die Bayern jetzt ungeschlagen - obwohl Trainer Ottmar Hitzfeld abermals eine halbe Nationalmannschaft verletzt fehlte. Doch in jedem Spiel zaubert der Coach einen anderen Spieler herbei, der die Ausfälle kompensiert. Am Samstag war es der junge Owen Hargreaves, zuletzt oft nur auf der Tribüne, der die entscheidenden Akzente setzte. Zu den Treffern zum 2:1 und 3:1 lieferte er mit Überblick die Vorarbeit und zeigte vor allem jenen Biss, den Lorant so schmerzhaft vermisste.

          „Katastrophal“ nannte der „Löwen“-Trainer die Einstellung seiner Mannschaft, die der Spielfreude der Bayern eher staunend und resigniert denn energisch entgegen trat. „Wenn die Bayern schon den Ball laufen lassen, dann muss ich doch wenigstens versuchen, dass ich hinkomme und nicht nebenher laufe“, schimpfte der Coach erbost.

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