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Fußball-Bundesliga : Bruchhagen zu Eintracht Frankfurt?

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Eintracht statt DFL? Heribert Bruchhagen Bild: Zewa Wisch&Weg

Die Suche nach einem Vorstandschef war für Eintracht Frankfurt offenbar endlich erfolgreich. Nach F.A.Z.-Informationen deutet sich ein Wechsel von DFL-Geschäftsführer Bruchhagen zum Bundesliga-Aufsteiger an.

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          Eintracht Frankfurt scheint auf der langen Suche nach einem Vorstandsvorsitzenden fündig zu werden. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung deutet sich ein Wechsel von Heribert Bruchhagen, dem für den Spielbetrieb verantwortlichen Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), auf den Chefposten des Bundesliga-Aufsteigers an.

          Beide Seiten wollten am Mittwoch nicht bestätigen, daß sie miteinander verhandelten. Peter Fischer, der Präsident des Vereins und Mitglied des Aufsichtsrats der Eintracht AG, räumte zumindest ein, von dem Namen Heribert Bruchhagen bei der Diskussion um die überfällige Besetzung der Position des Vorstandsvorsitzenden gehört zu haben. Am morgigen Freitag tagt der Aufsichtsrat der Eintracht - zu erwarten sind einschneidende Personalentscheidungen und damit auch eine Erklärung im Fall Bruchhagen.

          Viel Kritik vom FC Bayern

          Der 54 Jahre alte DFL-Geschäftsführer ist ein Mann der Praxis mit reicher Management-Erfahrung in der Bundesliga. Seine Qualitäten als Fußballfachmann hat er als Geschäftsführer des FC Schalke 04 (1988 bis 1992), als Manager des Hamburger SV (1992 bis 1995) und des DSC Arminia Bielefeld (1998 bis 2001) hinlänglich bewiesen.

          Seit 2001 dient der frühere Oberstudienrat, der einst für die DJK Gütersloh in der zweiten Liga spielte, der DFL. Er fand mit seiner offenen, engagierten Art, sich um die Belange und Sorgen der Klubs zu kümmern, viel Anerkennung, mußte aber auch heftige Kritik, besonders von seiten des FC Bayern München, einstecken. In Bruchhagen sehen die Bayern einen der Urheber des seiner Tonlage und Diktion nach mißglückten Vergleichs, den die DFL nach dem vermeintlichen Ende der Auseinandersetzungen um den "Geheimvertrag" des deutschen Rekordmeisters mit der Kirch-Gruppe veröffentlichte. Dennoch blieb Bruchhagens Position innerhalb der DFL, auch dank der Rückendeckung anderer Großvereine wie Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen, vergleichsweise unbeschädigt.

          DFL muß Bruchhagen freigeben

          Daß der prinzipienfeste und nicht immer sonderlich diplomatische Ostwestfale nun ernsthaft erwägt, ins operative Vereinsgeschäft zurückzukehren, mag auch mit den schwierigen Beziehungen zu tun haben, die dieser Geschäftsführer zu Wilfried Straub, dem Vorsitzenden der DFL-Geschäftsführung, unterhält. Zwischen dem "Teamplayer" Bruchhagen und Straub, dem Einzelkämpfer mit Herrschaftswissen, soll es zu viele Reibungsflächen gegeben haben.

          Der Ligaverband mit seinem Präsidenten Werner Hackmann an der Spitze muß nun entscheiden, ob er Bruchhagen aus seinem Vertrag freigibt, der bis zum 30. Juni 2004 mit anschließender, per Option möglicher einjähriger Verlängerung gilt. Die Eintracht wird sich am Freitag erklären müssen, ob sie den Kampf um den Klassenverbleib mit Bruchhagen an der zur Zeit vakanten Spitze des Vorstandes aufzunehmen gedenkt.

          Jürgen Neppe, der Aufsichtsratsvorsitzende des hessischen Klubs, sprach am Donnerstag noch von einem weiteren namhaften Kandidaten, den er am Freitag, möglicherweise für die ebenfalls noch offene Managerstelle, präsentieren werde. Wer das sein wird, bleibt offen. Die Personalie Bruchhagen aber scheint die Eintracht, so sie denn will, schon bald in ihrem Sinne lösen zu können.

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