https://www.faz.net/-gtl-2z25

Fußball-Bundesliga : Bayerns neunter Sieg in Serie

  • -Aktualisiert am

Schon wieder ohne Trikot: Paulo Sergio Bild: dpa

Die Bayern lassen ihre Gegner lange mitspielen, um sie am Ende doch geschlagen nach Hause zu schicken: So wie den HSV mit 3:0. München bleibt das Maß der Liga.

          2 Min.

          Hätte es wirklich anders ausgehen können? Etwa so, wie es sich Werner Hackmann noch nach dem Schlusspfiff ausmalte? "Wir hätten hier einen Punkt holen können", haderte der Präsident vom Hamburger SV.

          Mit diesem Urteil hatte sich Hackmann ungewollt in die endlos lange Liste von Leidensgenossen eingereiht. Wie oft schon in den vergangenen Jahren währte die Hoffnung der Bayern-Gegner bis in die Schlussphase. Um am Ende doch - meist klar - besiegt das Münchner Olympiastadion verlassen zu müssen.

          Bayern-Siege wie Naturgesetze

          Die am Ende deftige HSV-Niederlage nahm geradezu schicksalhaft ihren exemplarischen Verlauf, wie er zu einer festen Konstante bei Heimsiegen der Bayern geworden ist. Zumal nach wichtigen, gar schweren Spielen in der Champions League "kommen wir nur schwer in die Gänge", wie Thorsten Fink gestand. Die Gastmannschaft wähnt sich in dieser 60minütigen Warmlauf-Phase stets auf der sicheren Seite. So auch der Hamburger SV.

          Die von Trainer Kurt Jara neu formierte Vierer-Abwehr hielt stand, im Mittelfeld errackerten sich die Hamburger vor allem dank Stig Töfting sogar ein geringes Übergewicht. Doch die erweichend harmlose Angriffskraft von Marek Heinz und Sergej Barbarez konnte die Bayern-Defensive nur ein müdes Lächeln kosten. Wie ein Naturgesetz kommen irgendwann Blitz und Donner der Bayern über solcherart zaghafte Kandidaten. Denn: "Wir haben unheimlich torgefährliche Stürmer, sie sind überragend", schwärmte Trainer Ottmar Hitzfeld in ungewohnt hohen Tönen.

          Schlussphase reicht für drei Tore

          Gegen die Hamburger stand zunächst Paulo Sergio richtig. Er erwischte einen raffiniert angeschnittenen und wohl als Torschuss gedachten Freistoß von Hargreaves gerade noch mit zwei oder drei seiner Kräuselhaare zum 1:0 (70.): "Nur gut, dass ich nicht, wie ich eigentlich wollte, vorher noch zum Frisör gegangen war", freute sich der Brasilianer.

          Kurz darauf durfte Claudio Pizarro zwei Mal feiern lassen: Erst verwandelte er einen Freistoß aus 22 Metern (84.), um bald darauf ein Tor mit Köpfchen zu erzielen (89.). Der Doppelschütze: "Elber und ich kämpfen um die Torjägerkrone. Dieser Zweikampf bekommt schließlich auch dem FC Bayern gut." Was keine Frage ist, führt doch der Peruaner Pizarro die Torjägerliste nun mit acht Treffern vor seinem brasilianischen Kollegen (7) an.

          Santa Cruz mit doppelten Bänderriss

          Was für sämtliche Klubs der Liga wohl ein folgenschweres Unglück gewesen wäre, für die Bayern war's mit Blick auf ihren Paradesturm eher ein schlichtes Ereignis: Angreifer Roque Santa Cruz knickte in der 42. Minute mit dem linken Fuß um, zwei Außenbänder rissen. Noch Samstag Abend wurde er in München von Professor Keyl im Klinikum Bogenhausen operiert. Zwei Monate wird er fehlen. Dafür dürften Giovane Elber und Carsten Jancker beim nächsten Meisterschaftsspiel am 17. November in Bremen wieder fit sein.

          Hält die Serie an? 19 Pflicht-Spiele in den diversen Wettbewerben ist der Rekordmeister nun schon unbesiegt, die letzten neun Begegnungen haben sie sämtlich gewonnen. Noch imponierender: In der Geschichte der Fußball-Bundesliga, die 1963 ihren Betrieb aufnahm, sind die Bayern mit dem Sieg über den Hamburger SV bereits zum 450. Mal Tabellenführer geworden.

          Nach Lage der Dinge ein Zweikampf

          Und sind es nach Lage der Dinge nicht zum letzten Mal. Vize-Präsident Karl-Heinz Rummenigge: "Es sieht aus, als würden wir uns mit den Leverkusenern langsam absetzen. Es scheint in dieser Saison auf einen Zweikampf hinauszulaufen."

          Thorsten Fink sieht dem schon traditionellen Wettbewerb in aller Gelassenheit entgegen: "Wir haben erstklassige Moral und riesiges Selbstvertrauen." Vergangene Saison habe "viel Krampf geherrscht. Das ist jetzt anders. Dieses Jahr können wir unsere Gegner aussspielen." Jedenfalls ab der 60. Minute. Bis die Bayern darauf umschalten, dürfen die Gegner ruhig denken, es gäbe was zu holen im Münchner Olympiastadion.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.