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Fußball : „Bescheidene“ Bayern prangern Transfer-Wahnsinn an

  • Aktualisiert am

Wehren sich gegen Transferwahnsinn: Hoeneß, Rummenigge und Hitzfeld Bild: dpa

Die europäische Konkurrenz will dem Beispiel des FC Bayern nicht folgen. Real Madrid zahlt nun offenbar eine neue Rekordablöse von 147 Millionen Mark für Zinedine Zidane.

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          Der europäische Transfermarkt ist mächtig in Bewegung geraten. Der FC Bayern gibt sich nach außen bescheiden, verlangt aber immerhin auch stolze 30 Millionen Mark für Stürmer Carsten Jancker.

          Dennoch stößt das millonenenschwere Treiben der Konkurrenz in Europa und nun auch in der Bundesliga beim Champions-League-Sieger auf Unverständnis. „Es wird bald einige zerreißen. Ich bin überzeugt, dass in den nächsten zwei, drei Jahren einige Große fallen werden“, sagt Bayern-Manger Uli Hoeneß.

          Hoeneß: „Ende eines Transferzyklus“

          Derzeit bleibt den Bayern nur ungläubiges Staunen über eine Investitions-Wut, die sie eigentlich für beendet hielten. „Wir sind am Ende eines Transferzyklus angekommen“, behauptete Hoeneß noch am Montag und ergänzte lapidar: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die momentanen Ablösesummen noch getoppt werden.“

          Bayern-“Vize“ Rummenigge wusste von seinen jüngsten Treffen mit dem „G-14“-Zirkel zu berichten, dass bei Europas Renommier-Klubs ein Umdenken begonnen habe. Die erheblichen Finanzprobleme des AC Florenz seien vielen Klubs ein mahnendes Beispiel.

          Die europäische Konkurrenz wolle nun offenbar dem Beispiel des eher konservativ handelnden FC Bayern folgen. Das Gegenteil scheint der Fall. 116 Millionen für Luis Figo - offenbar nur der Anfang.

          Rekordablöse für Zinedine Zidane

          Real Madrid zahlt nun scheinbar locker 147 Millionen Mark Ablöse für Weltfußballer Zinedine Zidane und bietet 117 Millionen Mark für Gaizka Mendiata vom FC Valencia.

          Juventus Turin, der zukünftige Ex-Klub von Zidane, investierte 75 Millionen in Gianluigi Buffon und 73 Millionen in Liliam Thuram und möchte 80 Millionen für Pavel Nedved los werden.

          Und selbst Liga-Kunkorrent Borussia Dortmund investierte innerhalb eines halben Jahres 100 Millionen Mark für Tomas Rosicky, Jan Koller und nun Mauricio Amoroso.

          Streit zwischen Hoeneß und Meier

          Angesichts dieser gewaltigen Summen spötteln die Bayern auch gerne, und so hat sich Hoeneß einen gehörigen Rüffel aus Dortmund eingefangen. Die Borussia erwägt sogar rechtliche Schritte gegen Uli Hoeneß, der behauptet hatte, dass der BVB einen Großteil des aus dem Börsengang erzielten Geldes bereits ausgegeben habe. „Seine Aussagen ärgern uns gewaltig. Dies werden wir ihm auch anwaltlich mitteilen“, sagte BVB-Manager Michael Meier.

          Hoeneß rücke die Borussia laut Meier in die Nähe von Gesellschaften, die alles Geld verloren habe. Davon könne bei der Borussia jedoch nicht die Rede sein: „Borussia Dortmund ist liquide und hat eine bessere Cash-Position als der FC Bayern. Wir haben noch weit über 50 Prozent unseres Emissionserlöses in der Kasse.“ Zudem sei das Westfalenstadion zu 75 Prozent Eigentum der Borussia. „Das haben die Bayern noch nicht realisiert“, spottete der Dortmunder Manager.

          Kritisch äußerte sich Meier kritisch über die Schlagzeilen von einem neuen Bundesliga-Rekord. Der Wechsel von Claudio Pizarro aus Bremen nach München sei in ganz anderen Dimensionen abgelaufen. „Wir haben nicht den Bundesliga- Rekordtransfer getätigt. Ich kenne die Zahlen. Unsere Anleger können sagen, dass wir mit ihrem Geld sorgfältig umgehen“, betonte Meier.

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