https://www.faz.net/-gtl-30ew

Fußball : Begehrte bayerische Brust

  • Aktualisiert am

Begehrte bayerische Brust Bild: dpa

Opel will nicht mehr - dafür haben andere bekannte Firmen wie die Deutsche Post oder Allianz offensichtlich Interesse, als Sponsor beim FC Bayern München einzusteigen.

          Nach dem angekündigten Ende der langjährigen „Sponsor-Ehe“ zwischen dem FC Bayern München und Automobilhersteller Opel stehen die Bewerber um die blanke Bayern-Brust offenbar schon Schlange.

          Fritz Scherer sprach von „drei bis fünf großen Firmennamen, die großes Interesse zeigen, beim FC Bayern München einzusteigen“. Auch die Deutsche Post AG ist offenbar ein Favorit auf die werbeträchtige Fläche auf dem Bayern-Trikot. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete von einem Interesse des Versicherungskonzerns Allianz. Auch BMW, Siemens und Coca-Cola wurden in Medienberichten bereits als Opel-Nachfolger ins Spiel gebracht.

          Opel will auch in Mailand und Paris aussteigen

          Am Freitag hatten der FC Bayern München und die Adam Opel AG bestätigt, dass sie ihre Partnerschaft nach fast 14 Jahren im Juni 2003 beenden werden. „Beide Seiten wollen sich für die Zukunft strategisch neu orientieren“, sagte Bayern-Sprecher Markus Hörwick. Sowohl das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ als auch die „FAZ“ berichten jedoch, dass Opel wegen seiner wirtschaftlich schwierigen Lage so schnell wie möglich aus dem Sponsorvertrag aussteigen möchte.

          Laut dem „Handelsblatt“ (Montag-Ausgabe) wird das Unternehmen auch sein Engagement beim italienischen Spitzenclub AC Mailand (bis 2003) und Paris St. Germain (bis Saisonende) in Frankreich nicht verlängern. Ob die Rüsselsheimer weiter den Basketball-Bundesligisten Opel Skyliners in Frankfurt unterstützen sei aber noch unklar.

          Stadion bekommt Sponsornamen

          Rummenigge bestätigte lediglich die Trennung zum Juni 2003. Auch in Zukunft werde sich der amtierende Champions-League-Sieger nicht bedingungslos aus wirtschaftlichen Gründen an einen Konzern binden. „Wo immer wir Partnerschaften eingehen, entscheidet der FC Bayern nach seinen Kriterien.“ Der Sponsor für das geplante neue Stadion werde „eine erstklassige Adresse der deutschen Wirtschaft sein“, kündigte Rummenigge an.

          Der künftige Namensgeber der etwa 550 Millionen Mark (etwa 281,2 Millionen Euro) teuren Arena müsse mehr zahlen als 30 Millionen Mark, die der Hamburger SV vom Internetanbieter AOL für die Namensrechte am ehemaligen Volksparkstadion erhalten habe. „Es wird deshalb teurer, weil wir mehr zu bieten haben“, sagte Rummenigge.

          Vorerst keinen Börsengang

          Einen Börsengang des FC Bayern schloss der frühere Weltklasse-Stürmer erneut aus. „An der Börse unterliegst du einem anderen Druck. Das sehen wir an unseren Kollegen in Dortmund und Manchester“, sagte Rummenigge. Im September hatte der FC Bayern eine strategische Partnerschaft mit seinem Ausrüster adidas bekannt gegeben. Der Sportartikel- Hersteller bezahlt für zehn Prozent an der neuen FC Bayern AG 75 Millionen Euro (etwa 147 Millionen Mark), wie Rummenigge bestätigte. Demnach schätzt der FC Bayern seinen Gesamtwert auf 750 Millionen Euro.

          Der Automobilhersteller Opel war 1989 beim deutschen Rekordmeister Hauptsponsor geworden. Den Angaben zufolge zahlte das Unternehmen jährlich rund 30 Millionen Mark an den FC Bayern. Die gleiche Summe soll nun die Deutsche Post AG bereit sein zu zahlen, um das Posthorn auf den Bayern-Trikots platzieren zu können. Mitte Januar soll es zu nächsten Verhandlungen zwischen dem Logistik-Konzern und der Bayern-Führung kommen.

          Verflachte Zusammenarbeit

          „Wir sind auf einen potenten Partner aus, der zu uns passt - auch in der Größenordnung“, sagte Scherer. Im September hatte der FC Bayern eine strategische Partnerschaft mit seinem Ausrüster adidas bekannt gegeben. Der Sportartikel-Hersteller soll für geschätzte 147 Millionen Mark zehn Prozent an der neuen FC Bayern AG erwerben.

          Die Zusammenarbeit mit Opel sei nach 13 hervorragenden Jahren „langsam tot, sie ist verflacht“, so Bayern-Finanzchef Scherer. Der Automobilhersteller aus Rüsselsheim zählt zu den größten Sport- Sponsoren. So ziert das Firmen-Logo auch die Trikots der Fußball- Clubs AC Milan und Paris St. Germain. Lange Zeit war das Unternehmen auch Sponsor von Tennisspielerin Steffi Graf.

          Weitere Themen

          Bayern-Fans heiß auf Neuzugang Coutinho Video-Seite öffnen

          Transfer-Neuzugang : Bayern-Fans heiß auf Neuzugang Coutinho

          Auf dem Spielfeld während des Trainings suchte man ihn noch vergebens. Der FC Bayern hatte aber bestätigt: Er und der FC Barcelona haben grundsätzlich eine Einigung über einen Transfer von Philippe Coutinho nach München erzielt.

          Topmeldungen

          Thomas Middelhoff beim Gespräch über sein neues Buch „Schuldig“ in Hamburg

          Middelhoff im Gespräch : „Es war die Gier nach Anerkennung“

          Thomas Middelhoff war Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann und galt als „Wunderkind“ der Wirtschaft. Dann kam der Absturz: Steuerhinterziehung, Haft, Privatinsolvenz. Jetzt bekennt sich der gestürzte Manager: „Schuldig“
          Die jährliche Befragung von 6000 Bürgern ergibt irritierende Ergebnisse zum Thema Ärztemangel.

          Umfrage der Kassenärzte : Rätseln um den Ärztemangel

          Gibt es tatsächlich immer weniger Ärzte? Oder ändert sich nur die Art der Versorgung? Ist die Anspruchshaltung der Patienten überzogen? Die Ergebnisse einer Befragung irritieren.
          Demonstranten und Anwohner vor einer Polizeistation am Mittwochabend

          Plötzliche Disruption : „Ihr habt keine Heimat!“

          Nie waren sich Hongkonger und Festlandchinesen ferner als in diesen Tagen. Schon deshalb ist mit Unterstützung nicht zu rechnen. Chronik einer Eskalation
          Das durch den Abbau von jährlich rund 40 Millionen Tonnen Braunkohle entstandene „Hambacher Loch“.

          Gigantischer Stromspeicher : Die Wasserbatterie im Hambacher Loch

          Was ein visionärer Plan: Ein gigantischer Stromspeicher für überschüssigen Wind- und Solarstrom soll im „Hambacher Loch“ entstehen. Die Technik dürfte Kennern bekannt vorkommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.