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Fußball : 147 Millionen: Zidane-Wechsel zu Real endgültig perfekt

  • Aktualisiert am

Mit Rekordablöse zu Real: Zinedine Zidane Bild: dpa

Welt- und Europameister Zinedine Zidane wechselt für die Rekordablöse von 147 Millionen Mark zu Real Madrid. Der Franzose unterschrieb einen Vierjahres-Vertrag.

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          Am Ende erinnerte der teuerste Transfer der Welt an einen Agententhriller. Im Schutz der Dunkelheit landete Weltfußballer Zinedine Zidane in einem Privatjet auf einem kleinen Militärflughafen in der Nähe von Madrid, um in der spanischen Hauptstadt mit Rekordmeister Real die letzten Details seines Wechsels perfekt zu machen.

          Der prominente „Geheimagent“, mit einer Ablösesumme von angeblich 147 und einem Jahresgehalt von rund 15 Millionen Mark künftig der teuerste Kicker der Welt, mied vor seinem großen Auftritt das Licht der Öffentlichkeit.

          „Der größte Klub braucht die besten Spieler“

          Am Montagmittag setzte der französische Welt- und Europameister dann seine Unterschrift unter den Vierjahresvertrag seines neuen Arbeitgebers Real Madrid, damit die „Königlichen“ wenig später den Weltrekordtransfer präsentieren konnten. „Dieser Wechsel ist ein Meilenstein meiner Karriere“, erklärte der 29-Jährige vor über 200 Journalisten bei der offiziellen Vorstellung und versprach: „Ich werde alles Menschenmögliche tun, um der Mannschaft zu helfen.“ Reals lebende Legende und Ehrenpräsident Alfredo di Stefano überreichte Zidane Madrids weißes Trikot mit der Rückennummer fünf, das der Franzose in Zukunft tragen wird: „Ich freue mich, dass du hier bist.“

          Präsident Florentino Perez verkündete vollmundig: „Real ist der größte Klub aller Zeiten und muss deswegen auch die besten Spieler der Welt haben. Zidane gehört dazu, das sind wir unseren Fans schuldig.“ Der Mittelfeldstar verließ nach nur wenigen Minuten wieder das Trainingsgelände und flog noch am Nachmittag zurück nach Paris. Bereits am Donnerstag wird Zidane in Moskau erwartet, wo er beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) die Werbetrommel für die Pariser Olympia-Kandidatur rühren soll.

          Künftige Ablöse von 350 Millionen Mark

          In Madrid ging es am Ende nur noch um Details. Mit dem italienischen Rekordchampion Juventus Turin, der den genialen Franzosen zunächst nicht vor Vertragsende 2005 ziehen lassen wollte, hatten sich die Madrilenen längst auf die höchste Ablösesumme aller Zeiten geeinigt und damit die bisherige Rekordsumme beim Kauf des Portugiesen Luis Figo (116 Millionen Mark) vom FC Barcelona deutlich überboten. Auch das Salär des 29-Jährigen war bereits fix. Nur noch über Internet- und Bilderrechte verhandelten „Zizou“ und die Real-Verantwortlichen, ehe der Franzose sein Autogramm unter das Vertragswerk setzte. Darin verankert ist auch eine Ausstiegsklausel, die den Transferwert des Mittelfeldstars auf utopische 350 Millionen Mark festsetzt.

          Für Real-Boss Florentino Perez war der zweite Megadeal seiner Amtszeit am Ende nur noch eine Frage der Zeit. Schon bei Figos Verpflichtung vor einem Jahr hatte der millionenschwere Bauunternehmer vollmundig verkündet: „Es ist nur richtig, dass die besten Spieler der Welt auch beim besten Klub der Welt spielen.“ Nach dem Verlust der Champions-League-Krone an Bayern München sah sich Perez unter Zugzwang. Nach dem Verkauf des riesigen Vereinsgeländes für 850 Millionen Mark an Investoren war zudem der Schuldenberg in Höhe von 450 Millionen Mark abgetragen und Geld für den Rekordtransfer in der Kasse. Für Reals Stürmerstar Raul war der Fall ohnehin klar: „Wenn unser Präsident einen Spieler will, dann bekommt er ihn auch.“

          Titel in der Champions-League fehlt noch

          Zidanes Wechsel nach Madrid ist das jüngste Kapitel einer Karriere, die erst vor drei Jahren richtig in Schwung kam. Der Sohn algerischer Einwanderer, der in Marseille aufwuchs, führte Frankreich bei der WM im eigenen Land zum Titel und machte sich selbst zum Superstar. Zwei Jahre später bestätigte er bei der Euro 2000 seine Position und wurde zum zweiten Mal zum Weltfußballer gewählt. In seiner Titelsammlung fehlt dem 65-maligen Nationalspieler, der mit Juventus 1997 und 1998 italienischer Meister wurde, noch der Champions-League-Titel. Der soll nun mit Real folgen. „Meine besten Fußballer-Jahre liegen noch vor mir“, versprach Zidane unlängst, „zumindest noch zwei oder drei Jahre auf höchstem Level traue ich mir zu. Aber eines ist sicher, mit 33 stehe ich nicht mehr auf dem Fußballfeld.“

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