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Frühzeitiger Trainerabschied : Von wegen „Lame Duck“

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Jürgen Klopp: sein beschlossenes Ende in Dortmund kann ein Signal des Aufbruchs sein Bild: dpa

Happel, Heynckes, Hitzfeld: Klopp ist nicht der erste große Trainer, dessen Abgang vorzeitig feststeht. Und meistens hatte die frühzeitige Zukunfts-Entscheidung sogar befreiende Wirkung für das Saisonfinale.

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          Im englischen Original tauchte der Begriff der „lahmen Ente“ zunächst in der Wirtschaft auf. Das abwertende Bild aus dem Tierreich stand für ein schwächelndes, angeschlagenes Unternehmen. Später wurde der Vergleich mit dem hinkenden Federvieh vor allem für Politiker bemüht, deren Amtszeit dem Ende naht, und denen man unterstellte, ihre Ziele nicht mehr erreichen zu können.

          Auch im Sport wird mittlerweile das Wortspiel „Lame Duck“ für Trainer verwendet, deren Abschied frühzeitig feststeht: Jürgen Klopp ist nicht der erste große Trainer in dieser Reihe. Und siehe da: meistens hatte die frühzeitige Zukunfts-Entscheidung sogar befreiende Wirkung auf den weiteren Saisonverlauf.

          Jupp Heynckes  (2012/13): Bereits im Januar 2013 steht fest, dass Pep Guardiola zur kommenden Saison Heynckes beim FC Bayern München beerben wird. Negative Auswirkungen hat das nicht. Im Gegenteil: Die Bayern starten durch und holen am Ende das Triple.

          Fliegender Trainer statt lahmer Ente: Jupp Heynckes schaffte in seinem letzten Jahr die größten Siege

          Louis van Gaal (2010/11): Nach einem enttäuschenden Saisonverlauf verkünden die Münchner im März 2011, dass der Vertrag des Niederländers vorzeitig zum Saisonende aufgelöst wird. Besserung tritt aber nicht ein, sogar die Champions-League-Teilnahme ist in Gefahr. Einen Monat später muss van Gaal sofort gehen. Die Bayern werden noch Dritter.

          Ottmar Hitzfeld (2007/08): Am 2. Januar 2008 erklärt Hitzfeld seinen Abschied bei den Bayern zum Saisonende. Die Münchner verlieren danach in der Liga nur noch ein Spiel und holen am Ende das Double.

          Huub Stevens (2001/02): Huub Stevens gibt im Winter bekannt, dass er Schalke 04 zum Saisonende in Richtung Hertha BSC verlässt. Der Niederländer verabschiedet sich mit dem DFB-Pokalsieg und wird später als Schalker Jahrhunderttrainer geehrt.

          Otto Rehhagel (1994/95): Im Februar 1995 kündigt Otto Rehhagel an, dass er nach 14 Jahren Werder Bremen verlässt und beim FC Bayern München eine neue Herausforderung beginnen möchte. Ein meisterliches Ende ist ihm nicht vergönnt. Im letzten Spiel - ausgerechnet durch ein 1:3 bei den Bayern - verspielt Werder die Meisterschaft.

          Jupp Heynckes/Udo Lattek (1986/87): Jupp Heynckes gibt im März bekannt, dass er nach acht Trainerjahren bei Borussia Mönchengladbach zur neuen Saison zum FC Bayern München wechselt und dort Nachfolger von Udo Lattek wird. Für beide Clubs hat dies keine negativen Auswirkungen. Gladbach beendet die Saison mit zehn Siegen in Serie als Dritter und Uefa-Cup-Halbfinalteilnehmer. Die Bayern gewinnen die Meisterschaft und erreichen das Europapokalfinale der Landesmeister, das aber auf bittere Weise 1:2 gegen den FC Porto verloren geht.

          Ernst Happel (1986/87): Nach sechs überaus erfolgreichen Jahren steht vorzeitig fest, dass Ernst Happel nach der Saison den Hamburger SV in Richtung österreichische Heimat verlässt. Der „Grantler“ verabschiedet sich mit Platz zwei und dem DFB-Pokalsieg. Es ist bis heute der letzte Titel des HSV.

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