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Tennis-Glosse : Pariser Geldregen

  • -Aktualisiert am

Spitzenreiter – auch in der Geldrangliste: Novak Djokovic. Bild: Reuters

Bei den French Open steigt das Preisgeld. Novak Djokovic knackte nun als erster Tennisspieler die 100-Millionen-Dollar-Marke. Was soll davon ein Björn Borg halten?

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          Es wird einfach nicht heller in Paris; die großen Regenschirme in Grün und Orange mit dem Zeichen für Roland Garros - RG - sind längst ausverkauft. Fürs kommende Jahr sollten sie ein paar mehr ins Angebot nehmen und darüber hinaus auch dringend über Gummistiefel nachdenken. Doch selbst bei schlechtem Wetter stimmt der Umsatz, denn was soll man sonst machen, wenn mal wieder nicht gespielt werden kann? Die Anlage verlassen und nett essen gehen in einem der unzähligen Restaurants nahe der Porte d’Auteuil? Nicht erlaubt. Wer rausgeht, darf nicht wieder rein.

          Vielleicht wird über den Regenschirm-Verkauf ja auch die unvermeidliche Erhöhung des Preisgeldes finanziert. Der Scheck für den Sieger und die Siegerin 2016 ist mit jeweils zwei Millionen Euro exakt doppelt so üppig dotiert wie der für den Sieger von 2008, fast viermal so groß wie jener vor 20 Jahren für den Russen Jewgeni Kafelnikow (der im Übrigen ein sehr offen zur Schau gestelltes Faible für Geld hatte) und annähernd zehnmal so hoch wie der vor 30 Jahren für Ivan Lendl. Die Steigerungsrate gegenüber dem Vorjahr liegt zwischen elf Prozent für den Finalisten und 20 Prozent für die Spieler der zweiten und dritten Runde.

          Prinzipiell verdienen die Spieler aus den hinteren Reihen nun also endlich mehr – und das ist nicht ironisch gemeint. Ein extrem dicker Batzen landet aber weltweit immer beim Sieger, in letzter Zeit vor allem bei einem. Mit dem Preisgeld für seinen Erfolg in der vierten Runde der French Open übertraf Novak Djokovic in dieser Woche als erster Tennisspieler die 100-Millionen-Dollar-Grenze. Er hängte den diesmal in Paris fehlenden Kollegen Roger Federer ab (rund 98 Millionen), der Abstand zu Rafael Nadal auf Platz drei (rund 78) ist schon relativ groß. Hundert Millionen Dollar - was soll Björn Borg davon halten? Der Schwede nahm in seiner gesamten Karriere nur 3,6 Millionen ein und steht damit in der Rangliste auf Platz 183.

          Alles relativ? Das kann man so sagen. Djokovic redet nicht gern über Geld, und die Spieler der Weltranglistenplätze jenseits der ersten hundert müssen sich derweil überlegen, ob sie jetzt Geld in einen guten Trainer oder einen Physiotherapeuten investieren oder lieber am Ende ihrer Profikarriere mit einer kleinen Rücklage in die nächste Phase ihres Lebens starten. Halbwegs beschirmt, gewissermaßen.

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