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French Open : Görges und Kerber runden starken deutschen Tag ab

  • Aktualisiert am

Julia Görges setzte sich gegen die Belgierin Alison Van Uytvanck durch Bild: Reuters

Julia Görges ist bei den French Open in Runde drei eingezogen und trifft nun auf die frühere Weltranglistenerste Serena Williams. Insgesamt sechs deutsche Tennis-Profis feierten Erfolge in Paris.

          Sechs deutsche Tennisprofis stehen in der dritten Runde der French Open. Als Letzte zog Julia Görges am Donnerstag in Paris mit einem 7:5, 7:6 (7:5) gegen die Belgierin Alison Van Uytvanck unter die letzten 32 ein. Görges musste sich dabei zwischenzeitlich im Nacken und an der rechten Schulter behandeln lassen. Nächste Gegnerin der Bad Oldesloerin ist am Samstag die ehemalige Weltranglisten-Erste Serena Williams aus den Vereinigten Staaten die ihr Grand-Slam-Comeback nach ihrer Babypause gibt.

          Am Erfolgstag der Deutschen sorgten Andrea Petkovic und der aufstrebende Maximilian Marterer für kaum erwartete Erfolge, zudem erreichte Zverevs älterer Bruder Mischa die letzten 32 - bei weitem sein bestes Abschneiden in Paris. Alexander Zverev hat schon an diesem Freitag gegen Damir Dzumhur aus Bosnien-Herzegowina die Chance auf seinen ersten Einzug in ein French-Open-Achtelfinale. Das Achtelfinale in Wimbledon ist bisher sein bestes Grand-Slam-Resultat.

          Für die große Überraschung sorgte am Donnerstag Marterer, er bezwang Kanadas Jungstar Denis Shapovalov 5:7, 7:6 (7:4), 7:5, 6:4. Damit steht der 22-jährige Franke wie schon bei den Australian Open im Januar unter den letzten 32 und trifft dort am Samstag auf den Esten Jürgen Zopp. Petkovic bekommt es dann mit der Weltranglisten-Ersten Simona Halep aus Rumänien zu tun, Kerber trifft auf Kiki Bertens, gegen die Niederländerin verlor sie 2016 in der ersten Runde.

          Marterer ist bewusst, dass ein Achtelfinale mit Rekordsieger Rafael Nadal möglich ist. „Ich weiß, dass ich relativ weit oben im Draw bin“, sagte er mit Blick auf die Auslosung. Zunächst warnte er vor dem Weltranglisten-136. Zopp, der als einer der sogenannten Lucky Loser nach verpasster Qualifikation nachträglich ins Hauptfeld rutschte. Der 30-Jährige habe zuletzt schon starke Ergebnisse gehabt.

          Nervös ist Marterer nicht angesichts der großen Chance, erstmals das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers zu erreichen. „Genau darum geht’s“, sagte der eher schüchtern daherkommende Aufsteiger. Gegen Shapovalov bewies der von Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann betreute Marterer zuvor aber keine Scheu und biss sich in der Stierkampfarena durch - an gleicher Stelle hatte Alexander Zverev am Mittwoch noch einen 1:2-Satzrückstand gegen Serben Dusan Lajovic gedreht.

          In dem Linkshänder-Duell mit mächtigen Grundschlägen von beiden war der 19-jährige Shapovalov anfangs in den wichtigen Momenten einen Tick besser. Marterer verlor den ersten Satz, nachdem ihm beim Stand von 5:6 zwei Doppelfehler unterliefen. Direkt danach gab er wieder seinen Aufschlag ab und lag im zweiten Durchgang 0:3 zurück. „Es war kurz davor, dass mir das Match schnell wegläuft“, räumte er ein. Dann schlug Marterer meist stark auf und returnierte besser, während Shapovalov nun mehr Fehler machte. Nach 3:11 Stunden egalisierte der immer stärker werdende Marterer sein bestes Grand-Slam-Resultat.

          Kerber überzeugte beim 6:2, 6:3 gegen die Rumänin Ana Bogdan und versprühte wieder Freude auf dem Platz. Petkovic gewann 6:0, 7:6 (7:5) gegen die Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands und steht erstmals seit drei Jahren im Stade Roland Garros wieder unter den letzten 32. Freudestrahlend warf die 30-jährige Darmstädterin, die in der Weltrangliste nur noch die Nummer 107 ist, nach dem Matchball auf Platz 8 beide Arme in die Luft. Danach verteilte sie fleißig Autogramme an die zahlreichen deutschen Fans. Vor dem Duell mit Halep, der sie 2014 in Paris im Halbfinale unterlag, ist Petkovic trotz ihrer 1:6-Bilanz nicht bange, weil es oft knapp war. „Ich will nicht auf dem Platz stehen und Vogelfutter sein“, sagte die Hessin.

          Nebenan auf Platz 9 steckte Mischa Zverev auch drei nacheinander vergebene Satzbälle im zweiten Satz weg und besiegte Sergej Stachowski aus der Ukraine 6:3, 6:7 (0:7), 7:6 (7:2), 6:1. Jan-Lennard Struff verpasste den erstmaligen Einzug in die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers dagegen trotz starken Starts und unterlag dem Amerikaner Steve Johnson 6:4, 6:7 (5:7), 2:6, 2:6. „Den zweiten Satz muss ich gewinnen, und dann ist gut. Ich habe dann gleich ein Break gekriegt und ein bisschen das Vertrauen verloren“, sagte Struff nach dem vermeidbaren Aus.

          Der deutsche Tennisprofi Peter Gojowczyk muss unterdessen nach seiner Aufgabe in der ersten Runde 25.000 Euro Strafe zahlen. Dies geht aus dem Strafenkatalog für das Turnier hervor. Der Münchner hatte am Montag beim Stand von 1:6, 0:2 gegen den Briten Cameron Norrie aufgegeben und erklärt, er habe gleich am Anfang des ersten Satzes Schmerzen in der Hüfte bekommen. Zwei Tage zuvor hatte der 43. der Weltrangliste noch das Finale des ATP-Turniers in Genf bestritten. Dort habe er seinen Körper gespürt, beim Training in Paris sei am Sonntag alles in Ordnung gewesen, erklärte Gojowczyk. Bei Instagram schrieb er am Mittwoch, es sei ein Muskelfaserriss bestätigt worden. Der Tennis-Weltverband ITF wollte zu der Strafe am Donnerstag in Paris keinen Kommentar abgeben.

          Bereits der Hamburger Mischa Zverev war im Januar nach seiner verletzungsbedingten Aufgabe in der ersten Runde der Australian Open mit einer Buße in Höhe von sogar 45.000 australischen Dollar belegt worden. Mit den im vorigen Herbst beschlossenen Strafen wollen die Veranstalter der vier Grand-Slam-Turniere verhindern, dass Profis trotz Verletzung antreten, in der ersten Runde aufgeben und trotzdem das volle Preisgeld erhalten. Vor den laufenden French Open hatten insgesamt acht Spieler noch zurückgezogen, dafür waren sogenannte Lucky Loser nachgerückt, die in der Qualifikation eigentlich ausgeschieden waren. Sie teilen sich das Preisgeld für die erste Runde mit den nicht angetretenen Profis. In Paris sind dies 40.000 Euro, so dass beide 20.000 Euro erhalten.

          Auch Angelique Kerber hatte Grund zur Freude in Paris.

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