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Zverev bei French Open : „Ich habe heute nicht so viel Haare verloren“

Glanz- und mühelos: Alexander Zverev in der dritten Runde der French Open gegen Brandon Nakashima Bild: AFP

Alexander Zverev steigert sich und zieht bei den French Open ins Achtelfinale ein. Anders als in der Runde zuvor ist es kein Nervenspiel. Der Deutsche setzt sich in drei Sätzen durch.

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          Einige Male blickte Alexander Zverev am Freitagabend hinauf in seine Box, ein bisschen genervt, ein bisschen hilfesuchend. Aber außer diesen Augenblicken der Unruhe, die Vater Alexander senior von seinem Tribünenplatz herab mit beschwichtigenden Gesten zu vertreiben versuchte, zog Deutschlands bester Tennisspieler gegen den Amerikaner Brandon Nakashima auf eher ruhige Art ins Achtelfinale von Roland Garros ein – zumindest für seine Verhältnisse.

          Thomas Klemm
          Sportredakteur.

          Seine Ausreißer nach oben und unten – 50 Gewinnschläge standen ebensovielen unerzwungenen Fehlern gegenüber – hätten mehr Anlass zur Aufregung geboten. Nach 2:48 Stunden verwandelte Zverev seinen ersten Matchball zum 7:6 (7:2), 6:3 und 7:6 (7:5)-Sieg. „Ich habe mich gesteigert“, sagte der Olympiasieger in Anspielung auf sein vorangegangenes Fünfsatzdrama inklusive abgewehrtem Matchball: „Ich habe heute nicht so viel Haare verloren.“

          Nakashima, 72 Plätze hinter dem Weltranglistendritten Zverev eingestuft und auch emotional stark heruntergedimmt, hatte keine Mittel, um den Favoriten in die Bredouille zu bringen. Der nächste Gegner droht unangenehmer zu werden auf den Sandplätzen von Paris: Der spanische Qualifikant Bernabe Zapata Miralles warf zuletzt die beiden gesetzten Amerikaner Taylor Fritz und John Isner nacheinander aus dem Wettbewerb. Trotzdem wäre alles andere als ein Sieg des Hamburgers gegen die Nummer 131 der Welt, der in Paris schon sechs Matches in den Knochen stecken, eine faustdicke Überraschung.

          In der dritten Runde ausgeschieden ist dagegen Angelique Kerber. So sehr sich die Kielerin auch gegen die drohende Niederlage gegen Alexandra Sasnowitsch stemmte – am Ende musste sich die Weltranglistensiebzehnte der Wucht der dreißig Plätze niedriger eingestuften Belarussin 4:6 und 6:7 (5:7) geschlagen geben. Damit verschwand für Kerber das zarte Pflänzchen Hoffnung, auf den ungeliebten Ascheplätzen von Paris auch das vierte Großturnier nach den US Open, den Australian Open und Wimbledon zu gewinnen und somit den sogenannten Karriere-Slam zu vollenden.

          Ihre „Liebe zum Tennissport“, wie Kerber in Paris sagte, wird demnächst auf ihrem geliebten Rasen mehr oder weniger erblühen. In Bad Homburg ist sie Titelverteidigerin, in Wimbledon stand sie 2021 im Halbfinale. Nur in Berlin wird sie nicht antreten: „Ich spiele immer gerne Turniere in Deutschland. Aber ich werde dieses Jahr in Berlin nicht spielen, weil manchmal die Wertschätzung hier und da fehlt.“ Mehr Luft mochte Kerber ihrer Kritik nicht machen.

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