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13. Titel für Rafael Nadal : Der König von Paris fertigt Djokovic ab

  • -Aktualisiert am

Geschafft! Rafal Nadal gewinnt wieder die French Open. Bild: Reuters

Mit dem 13. Titel bei den French Open schnappt sich Rafael Nadal auch die 20. Trophäe bei einem Grand-Slam-Turnier und steht auf einer Ebene mit Roger Federer. Das gelingt ihm mit einem spektakulär deutlichen Sieg.

          2 Min.

          Diesmal fiel er nicht wie sonst immer in den roten Sand; er sank einfach auf die Knie und lächelte, doch in Wirklichkeit schwebte er mehr denn je über den Dingen. Mit einem spektakulär deutlichen Sieg gegen Novak Djokovic (6:0, 6:2, 7:5) gewann der Spanier am Sonntagnachmittag in Paris seinen 13. Titel bei seinem Lieblingsturnier. Mit der 13 schnappte er sich auch die 20. Trophäe bei einem Grand-Slam-Turnier und steht fortan auf einer Ebene mit Roger Federer. Doch darüber, so sagte er ein paar Minuten nach dem Sieg, könne man später reden, an diesem Tag zähle nur eines – der Sieg im Stade Roland Garros.

          Die neuen, weniger hoch abspringenden Bälle gefielen ihm nicht, hatte Nadal vor dem Turnier gesagt, zwischendurch hatte er sich beklagt, es sei zu kalt zum Tennisspielen, aber all das spielte am Ende nicht die geringste Rolle. Im 1200. Spiel seiner Karriere und beim 100. Sieg bei den French Open war der Spanier von der ersten bis zur letzten Sekunde furchteinflößend stark in Form. Fünf Jahre nach der zweiten seiner beiden Niederlagen auf dem Court Central rauschte er wie eine Saturn-5-Rakete durch die Weiten des Spiels.

          Damals, im Juni 2015 nach einer deutlichen Niederlage im Viertelfinale gegen Novak Djokovic, hatte es Diskussionen gegeben, ob seine große Zeit vielleicht zu Ende sei. 2015, das war jenes Jahr, in dem er viele Spiele in rätselhafter Form verlor und in dem Djokovic nah dran war, den Grand Slam zu gewinnen. Tempi passati. Der Rafael Nadal des Jahres 2020 erinnerte eher an den gleichnamigen Spieler des Jahres 2008, der damals im Finale 6:1, 6:3, 6:0 gegen einen gewissen Roger Federer gewann – in einer Stunde und 38 Minuten. Die Amerikaner bezeichnen ein 0:6 als Bagel, und so was kommt in großen Spielen unter den Allerbesten nicht allzu häufig vor.

          Normalerweise legt es die Vermutung nahe, da habe einer der Beteiligten keinen besonders guten Tag gehabt, doch das Verrückte an diesem 0:6 unter geschlossenem Dach war, dass der Serbe famos spielte. Und dass er trotzdem keine Chance hatte, weil der Typ in Hellblau auf der anderen Seite so hungrig wirkte, als habe er seit der letzten gemeinsamen Begegnung auf diesem Platz keinen Titel mehr gewonnen. Djokovic spielte wie eine Nummer eins, doch Nadal servierte einen Bagel aus purem Gold.

          Im zweiten Satz blieb Djokovic die Höchststrafe erspart, er wirkte entschlossen genug, um die Wende zu erzwingen, doch selbst diese Entschlossenheit brachte ihm nur den Gewinn einzelner Punkte; Nadal sorgte mit eiserner Hand dafür, dass daraus nicht mehr wurde. Selbst im dritten Satz nicht, als Djokovic das erste Break gelang und er den Leuten zeigte, dass er nach wie vor bereit war, um alles zu kämpfen. Mit einem Aufschlagverlust zum 5:6 leitete er das Ende ein, und Nadal vollendete das Werk wenig später mit einem Ass. Nadal und die Wilde 13 – ein phänomenales Gespann.

          Novak Djokovic war letztlich chancenlos im Endspiel gegen Nadal.
          Novak Djokovic war letztlich chancenlos im Endspiel gegen Nadal. : Bild: EPA

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