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Andrea Petković : Am Rande des Wahnsinns

  • -Aktualisiert am

„Für was?“ Andrea Petković wird 1987 in Tuzla in Bosnien geboren und zieht mit ihrer Familie wenige Monate später nach Darmstadt. Sie steigt auf in die Top 10 der Damen-Weltrangliste – und stellt sich doch die Sinnfrage. Bild: dpa

Tennis als Spiegel des Lebens: Andrea Petković hat dazu ein Buch geschrieben: „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ – ein Auszug.

          6 Min.

          Und auf einmal ging es wieder aufwärts. Tennis spielt sich zu 80 Prozent im Kopf ab. Einen Euro für jedes Mal, wenn mir jemand diesen Satz an den Kopf warf – und ich rutsche auf goldenen Schlitten diamantene Berge hinunter. Das Leben spielt sich im Kopf ab. Wenn man ein Ziel hat, einen Zweck, für den man Niederlagen und Rückschläge zur Seite wischen muss, für den man stets aufs Neue diszipliniert in den Tag starten will, fühlt man sich energiegeladen und stark. In dieser Perspektive sind Rückschläge ein Teil des steinigen Weges, die man überwinden muss. Ohne Ziel und ohne Zweck sind Rückschläge der Felsen, an dem man scheitert, während man noch darauf hofft, dahinter den Sinn zu finden, wozu man diesen Weg überhaupt eingeschlagen hat. Und so sind, glaube ich, die letzten Zeilen des Gedichts „The Road not taken“ von Robert Frost mit das Weiseste, was jemand jemals über das Leben geschrieben hat:

          Two roads diverged in a wood, and I –
          I took the one less traveled by,
          And that has made all the difference.

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