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Aus bei French Open : Siegemunds Abschied mit guten Gefühlen

  • -Aktualisiert am

Abschied aus Paris: Laura Siegemunds Siegesserie endet im Viertelfinale. Bild: EPA

Für Laura Siegemund ist im Viertelfinale der French Open Schluss. Trotz eines verletzten Rückens nähert sich die Deutsche aber dem alten Niveau.

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          Selbst die Siegerin mochte sich über dieses Ende nicht richtig freuen. Mit einem Doppelfehler setzte Laura Siegemund den Punkt ans Ende ihres Spiels im Viertelfinale der French Open (3:6, 3:6), und Petra Kvitova wusste gut genug, wie sich das anfühlt. Wer kann schon von sich behaupten, noch nie mit einem Doppelfehler ein Spiel verloren zu haben. Laura Siegemund war auch zwei Stunden später noch klar, dass sie sicher eine Weile lang damit beschäftigt sein würde, die Enttäuschung über die Niederlage zu überwinden. Aber es war typisch für ihre reflektierte Art, Dinge zu benennen, als sie die Zeit nach der Enttäuschung mit den Worten beschrieb: „Irgendwann werde ich das Turnier sicher als großen Erfolg wahrnehmen können.“

          Es war ein zweigeteiltes Spiel am Mittwoch um die Mittagszeit, mit einer souverän auftretenden Petra Kvitova im ersten Satz, die sich sechs Asse gönnte und einen gefestigten Eindruck machte. Dabei ist jedes Spiel für die Tschechin auf dem größten roten Platz der Tenniswelt mit Emotionen verbunden. Nach dem brutalen Überfall in ihrer Wohnung im Winter 2016, bei dem sie fast zwei Finger der linken Hand verloren hätte, hatte sie bei den French Open 2017 zum ersten Mal nach einer abgrundtief finsteren Zeit wieder gespielt. Im zweiten Teil des Viertelfinales wirkte sie bisweilen nervös, gab zweimal ein Aufschlagspiel ab, doch der Gegnerin ging es am Ende nicht mehr gut genug, um diesen leichten Einbruch zu nutzen. Petra Kvitova wird nun an diesem Donnerstag gegen die Amerikanerin Sofia Kenin, Siegerin der Australian Open Ende Januar, zum zweiten Mal im Halbfinale der French Open spielen. Acht Jahre nach dem ersten Versuch, bei dem sie gegen die spätere Siegerin Maria Scharapowa verloren hatte.

          Körperlich nicht auf der Höhe

          Laura Siegemund ging es zum Schluss auch körperlich nicht besonders gut. Nachdem sie bei zwei unglücklichen Bewegungen Mitte des zweiten Satzes wie so oft während des Turniers wieder Scherzen im unteren Rücken gespürt hatte, hatte sie sich behandeln lassen. Doch danach gewann sie auch deshalb kein Spiel mehr, weil sie nicht mehr richtig aufschlagen konnte.

          Sie habe alles gegeben, was möglich gewesen sei, versicherte sie hinterher, aber am Ende seien ihr einfach die Lösungen ausgegangen. Doch es gibt wirklich genügend Gründe, Paris mit guten Gefühlen zu verlassen. Sie hatte sich unter widrigen Umständen bei Wind, Kälte und Regen durchgesetzt, hatte aus allem das Beste gemacht und war zum ersten Mal in ihrer Karriere im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers gelandet.

          In der neuen Weltrangliste, die am kommenden Montag erscheint, wird die Schwäbin zum ersten Mal seit drei Jahren wieder zu den besten 50 des Frauentennis gehören, verbunden mit der Chance, sich im nächsten Jahr ihrer ehemals besten Position wieder zu nähern, Platz 27. Aber wichtiger als Punkte und Plazierung ist Laura Siegemund das Gefühl, sich nach harter Arbeit Schritt für Schritt wieder jenem Niveau zu nähern, auf dem sie vor ihrem Kreuzbandriss im Frühjahr 2017 gespielt hatte.

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