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French Open : Zverev kommt zitterfrei ins Viertelfinale

  • -Aktualisiert am

Alexander Zverev bejubelt den Einzug ins Viertelfinale bei den French Open in Paris. Bild: Reuters

Alexander Zverev schlägt Fabio Fognini und trifft nun auf Novak Djokovic, der Jan-Lennard Struff keine Chance lässt.

          Nach ein paar Umwegen auf holprigem Terrain – und damit ist nicht der sorgsam gepflegte rote Sand im Stade Roland Garros gemeint, sondern eher ein Teppich mentaler Art – startete Alexander Zverev am Montag deutlich solider in die zweite Woche der French Open. Beim Sieg in knapp drei Stunden gegen Fabio Fognini aus Italien (3:6, 6:2, 6:2, 7:6) hatte er die Sache nach dem verlorenen ersten Satz bald recht souverän im Griff. Danach schenkte er sich und seinem Team auf der Tribüne einen vergleichsweise zitterfreien Nachmittag und landete damit wie im vergangenen Jahr im Viertelfinale des Turniers, in dem er am Mittwoch auf die Nummer eins treffen wird: auf Novak Djokovic.

          Beim Sieg gegen Fognini brauchte Zverev eine Dreiviertelstunde, um in Schwung zu kommen. Am Anfang fluchten beide – der eine russisch, der andere italienisch –, doch Zverev beruhigte sich deutlich eher. Danach spielte konsequenter als bei seinen mühevollen Siegen in den Runden eins und drei, auch variabler, während Fognini nur in kurzen Abschnitten an jenen Mann erinnerte, der von ein paar Wochen beim Turnier in Monte Carlo gegen Rafael Nadal gewonnen und sich später den bisher größten Titel seiner Karriere geschnappt hatte. Die Bedingungen auf dem Court Suzanne Lenglen verbesserten sich im Laufe der Partie, die unter grauem Himmel begonnen hatte, später kam die Sonne raus. Die vorletzte Gefahr wehrte Zverev beim Stand von 4:4 im vierten Satz bei einem Breakball für Fognini mit einem sehenswerten Rückhandschuss der Linie entlang ab, bei der letzten im nächsten Aufschlagspiel befreite er sich aus ähnlicher Gefahr, und zehn Minuten später klappte er das Buch dieses Spiels beim dritten Matchball entschlossen zu.

          Im Interview auf dem Platz mit der französischen Wimbledonsiegerin Marion Bartoli bedankte sich der sichtlich zufriedene Sieger noch mal bei Rainer Schüttler, der ja nicht nur Angelique Kerbers Coach, sondern auch Direktor des Turniers in Genf ist, das Zverev vor zehn Tagen gewonnen hatte. Kurz vor dem Ende der Einschreibefrist hatte Schüttler ihn angerufen und gefragt, ob er in der Schweiz spielen wolle. Seit diesem Angebot geht es deutlich aufwärts. Nach einer Sammlung von Problemen kann man das Erreichen des Viertelfinales in jedem Fall erstmal als Erfolg in einer Phase des Übergangs stehen lassen.

          Wie es nun um Alexander Zverevs Chancen am Mittwoch im Viertelfinale gegen Novak Djokovic steht? Bei der Premiere vor einem Jahr war die Sache nicht gut ausgegangen. Er sagt, damals sei er trotz der Anstrengungen von drei Fünfsatzspielen zuvor voller Zuversicht in die Partie gegen Dominic Thiem gestartet, aber die Sache habe dann nach einer Oberschenkel-Verletzung im ersten Satz ein eher trauriges Ende gefunden. Die Aussicht, dass es ihm nun beim zweiten Versuch auf dieser Ebene gegen Djokovic besser gehen wird, ist einerseits nicht schlecht, gemessen an den bisherigen Begegnungen mit einer Bilanz von 2:2. Vor gut zwei Jahren hatte er das Finale des Masters-1000-Turniers in Rom gegen den Serben gewonnen, aber noch wichtiger war der Sieg im November im Spiel um den Titel bei den ATP Finals in London. Andererseits sollte man aber besser nicht übersehen, wie gut Djokovic dieser Tage in Paris in Form ist. Djokovic, so sagt er, sei der dieser Tage der Beste auf der Welt – und gegen diesen Besten habe er nur eine Chance, wenn er selbst sein bestes Tennis spiele.

          Beim Sieg am Montag gegen Jan-Lennard Struff (6:3, 6:2, 6:2) drückte der Serbe ab Mitte des ersten Satzes mächtig aufs Tempo, und danach gab es für Struff nicht mehr viel zu holen. Er selbst habe wie geplant offensiv begonnen, berichtete er hinterher, aber nach dem ersten Aufschlagverlust habe er defensiver gespielt, um Fehler zu vermeiden, und das sei sicher nicht richtig gewesen. „Ich bin sehr enttäuscht, wie es dann gelaufen ist; ich war chancenlos, und er war Klassen besser, das muss man einfach anerkennen.“

          Wie auf Schienen erreichte Novak Djokovic mit dem Tempo und der Präzision eines französischen TGV auch diesmal das Viertelfinale – zum zehnten Mal nacheinander in Paris. In den vier Spielen anno 2019 verlor er bisher keinen einzigen Satz – wie im übrigen auch der Kollege Federer. Rafael Nadal, der auf dem Weg ins Viertelfinale einen Satz verloren hatte, wurde am Montag zur Feier seines 33. Geburtstages von der Turnierdirektion wie üblich mit Torte verwöhnt. Gelegenheit, die Kalorien zu verbrennen, bietet sich an diesem Dienstag im Spiel gegen den Japaner Kei Nishikori, und es gibt außer in Japan nicht allzu viele Leute, die Nadal als Favoriten sehen. Alexander Zverev die beschreibt die Ausgangslage gegen Djokovic so: „Ich wünsche mir einfach, dass es ein tolles Match wird, ein harter Kampf.“

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