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Frauen-Finale bei French Open : Die jungen Wilden kommen an

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Blick auf das Finale: Iga Swiatek weiß genau, was sie will. Bild: AP

In Paris konnte Iga Swiateks Schlägen bisher niemand widerstehen. Doch ihre Gegnerin im Finale der French Open wird von einem trotzigen Willen der besonderen Art angetrieben.

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          Wie so viele trägt sie meist Kopfhörer, wenn sie auf den Platz marschiert. Und die Musik, die sie dieser Tage auf den Ohren hat, stammt von Guns n’ Roses. „Welcome to the Jungle“ mit dem kernigen Gitarrenriff weckt Lebensgeister und geht auch sonst recht knackig weiter, genau das Richtige für Iga Swiatek. Die 19 Jahre alte Polin weiß, was sie will und wie sie es durchsetzen kann, und dem Beat ihrer Schläge konnte dieser Tage in Paris bisher niemand widerstehen. In keinem ihrer Matches gab sie mehr als fünf Spiele ab, und sie bestätigte alle, die in ihr schon vorher Versprechungen für die Zukunft des Frauentennis sahen.

          Ihre Gegnerin im Spiel um den Titel an diesem Samstag (15.00 Uhr bei Eurosport) im Stade Roland Garros ist zweieinhalb Jahre älter, gewann im Januar überraschend die Australian Open und wird von einem trotzigen Willen angetrieben, der, in Strom umgewandelt, eine Kleinstadt beleuchten könnte. Die in Moskau geborene Amerikanerin Sofia Kenin, genannt Sonya, brauchte zwar etwas länger für ihre Siege, gab aber ebenfalls keinen Satz ab. Alles, was bisher zu sehen war beim Herbstturnier in Paris, deutet auf ein spannendes, griffiges Finale hin, und es kann als Neuauflage des Beweises gedeutet werden, dass die jungen Wilden wirklich angekommen sind.

          Die Serie begann mit dem ersten Sieg im ersten Finale von Naomi Osaka, 1997 geboren, bei den US Open 2018. Sie ging weiter mit dem zweiten Titel der Japanerin ein paar Monate später in Melbourne, es folgte der Sieg im ersten Finale von Ashleigh Barty in Paris 2019 und der erste der 19 Jahre alten Kanadierin Bianca Andreescu vor 13 Monaten bei den US Open in New York. Dann kamen Kenin und vor ein paar Wochen in New York wieder Osaka. Sie alle zauderten und zögerten nicht angesichts der großen Chance, selbst wenn sie einer Ikone wie Serena Williams gegenüberstanden.

          Andreescu ist länger verletzt und fehlte in Paris ebenso wie Osaka. In Polen ist angesichts der Erfolge von Swiatek der Teufel los, acht Jahre nach dem Auftritt von Agnieszka Radwanska im Finale von Wimbledon. Radwanska schlich auf feinen, leisen Sohlen über den Platz, Iga Swiatek kommt definitiv eher aus der Abteilung Guns n’ Roses.

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