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French Open : Erleichterung bei Kerber – Ärger bei Federer

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Mit einem Lächeln auf den Lippen in Runde zwei: Sabine Lisicki Bild: Reuters

Mit zwei klaren Siegen ziehen Angelique Kerber und Sabine Lisicki bei den French Open in die zweite Runde ein. Auch Annika Beck und Carina Witthöft sind weiter. Roger Federer äußert derweil seinen Unmut deutlich.

          Lockere Auftaktsiege für Angelique Kerber und Sabine Lisicki, dazu ein Überraschungscoup von Annika Beck: Die deutschen Tennis-Damen haben bei den French Open einen verheißungsvollen Auftakt hingelegt. Drei Tage nach ihrer verletzungsbedingten Aufgabe beim Turnier in Nürnberg hatte Kerber beim 6:0, 6:1 gegen die Ungarin Timea Babos überhaupt keine Probleme.

          Von den Rückenproblemen, die sie noch im Frankenland zum Verzicht auf das Halbfinale gezwungen hatten, war auf Court 2 im Stade Roland Garros nichts mehr zu sehen. Nach gerade einmal 50 Minuten verwandelte die Kielerin ihren ersten Matchball und trifft nun auf Ajla Tomljanovic aus Australien. Auch Carina Witthöft kam weiter. Die Hamburgerin setzte sich gegen Katerina Siniakova aus Tschechien mit 6:3, 7:5 durch. Witthöft, die zum ersten Mal bei den French Open im Hauptfeld steht, verwandelte nach 1:27 Stunden ihren ersten Matchball. Im zweiten Satz musste die 20-Jährige sogar einen Satzball abwehren. In der zweiten Runde trifft Witthöft auf die an Nummer 17 gesetzte Sara Errani aus Italien.

          Leicht und locker marschierte auch Lisicki auf der von ihr wenig geliebten roten Asche in die zweite Runde. Die Berlinerin gewann ihr Auftaktmatch gegen Monica Puig aus Puerto Rico klar mit 6:3, 6:2 und stand dabei nur 16 Minuten länger auf dem Platz als ihre Fed-Cup-Kollegin Kerber. Für die größte Überraschung des zweiten Turniertages der mit 28,03 Millionen Euro dotierten Veranstaltung sorgte Beck. Die Bonnerin, die in diesem Jahr bereits zehnmal in der ersten Runde rausgeflogen war, bezwang die an Nummer 14 gesetzte Polin Agnieszka Radwanska mit 6:2, 3:6, 6:1. Nach 1:39 Stunden verwandelte Beck gegen die frühere Nummer zwei der Welt ihren dritten Matchball.

          „Das ist das letzte Asche-Turnier der Saison. Da wird noch einmal alles gegeben“, sagte Lisicki nach ihrer souveränen Vorstellung. „Ich habe in der ersten Runde in zwei Sätzen gewonnen, das ist es, was man sich wünscht“, sagte die 25-Jährige, die die Partie vor den Augen ihres Freundes Oliver Pocher mit einem Ass beendete.

          Auch Angelique Kerber muss nicht lange zittern

          Lisicki zeigte von Beginn an eine sehr konzentrierte Leistung und überzeugte gegen Puig mit sehr variablem Spiel. Mit vielen geschickt eingestreuten Stoppbällen stellte sie ihre Gegnerin immer wieder vor Probleme. „Wenn man seine Gegnerin nicht kennt, muss man im Spiel einfach etwas ausprobieren. Und wenn es dann gut klappt, versucht man es natürlich weiter“, sagte Lisicki zu ihrer Spielweise.

          Nach 36 Minuten sicherte sich die Nummer 20 der Welt den ersten Durchgang mit dem ersten Satzball. Auch danach blieb sie ihrer Linie treu. Lisicki gelangen zwei schnelle Breaks, damit war der Widerstand der 21 Jahre alten Puig gebrochen. „Es ging schon zuletzt in Nürnberg aufwärts, ich habe viel Positives mit nach Berlin genommen“, sagte Lisicki, die bei der Paris-Generalprobe in der zweiten Runde ausgeschieden war.

          Mona Barthel dagegen scheitert zum Auftakt in Paris

          Beendet sind die French Open dagegen bereits wieder für Mona Barthel. Die Schleswig-Holsteinerin verlor ihre Erstrunden-Begegnung gegen die polnische Qualifikantin Paula Kania mit 7:5, 2:6, 4:6 und setzte damit ihre Talfahrt in diesem Jahr fort. Für die Nummer 41 der Welt war es die sechste Erstrunden-Niederlage in Serie. Am Sonntag war von den zehn für das Hauptfeld qualifizierten deutschen Damen bereits Tatjana Maria ausgeschieden. Titelverteidigerin Maria Scharapowa meisterte ihre Auftakthürde beim zweiten Grand-Slam-Turnier der Saison ohne große Schwierigkeiten. Die von einer starken Erkältung geplagte russische Nummer zwei der Welt bezwang Kaia Kanepi aus Estland mit 6:2, 6:4.

          Benjamin Becker erreichte dagegen als zweiter Deutscher in der Herren-Konkurrenz die zweite Runde. Der Davis-Cup-Profi setzte sich gegen den Belgier Ruben Bemelmans in fünf Sätzen mit 6:3, 6:7 (5:7), 2:6, 7:6 (7:4), 6:2 durch. Becker verwandelte nach 3:36 Stunden seinen zweiten Matchball. Am Sonntag war bereits Philipp Kohlschreiber mühelos in die zweite Runde eingezogen. Florian Mayer und Qualifikant Matthias Bachinger waren bei dem mit 28,03 Millionen Euro dotierten Sandplatz-Event dagegen ausgeschieden. Jan-Lennard Struff indes scheiterte. Der Warsteiner verlor am Montag in Paris gegen den Serben Viktor Troicki mit 2:6, 1:6, 7:6 (7:3), 1:6.

          Benjamin Becker macht es bei der Herren-Konkurrenz besser

          Roger Federer kritisierte derweil die Sicherheitsvorkehrungen, nachdem im Anschluss an seine Erstrundenpartie gegen den Kolumbianer Alejandro Falla ein Fan auf den Centre Court gerannt war. „Der Zwischenfall war auf keinen Fall lustig, da muss etwas passieren“, sagte der Schweizer in der Pressekonferenz sichtlich verärgert. „Wir müssen sicherstellen, dass es safe da draußen ist und Leute nicht einfach auf den Platz rennen können. Auf dem Court sollten wir Spieler uns eigentlich sicher fühlen“, sagte Federer.

          Schon während des Finales 2009 war in Paris ein spanischer Fan auf den Centre Court gesprungen und auf Federer zugerannt. Auch während des Trainings am Samstag waren Kinder auf den Platz gelangt, um ein Autogramm zu bekommen. Der Jugendliche am Sonntag habe nichts zu ihm gesagt, nur ein Selfie machen wollen. Turnierdirektor Gilbert Ysern habe sich bereits bei ihm entschuldigt, erzählte Federer. Ysern bedauerte den Vorfall. „Das sollte nicht vorkommen. Zuschauer haben nie, zu keiner Zeit und aus keinem Grund das Recht, auf den Platz zu gelangen“, sagte der Turnierdirektor.

          Ein Fan kam Roger Federer auf dem Centre Court viel zu nahe

          Ysern sah den Grund für die Situation aber nicht in mangelnden Sicherheitsvorkehrungen, sondern in einem Fehlverhalten der zuständigen Ordner. Gerade nach den Anschlägen auf das Satiremagazin Charlie Hebdo Anfang Januar seien die Vorschriften für die Sicherheit auch nach Austausch mit der Pariser Polizei noch einmal erhöht worden. Bei Tennis-Turnieren kommt es immer mal wieder vor, dass Zuschauer den Spielern zu nahe kommen. Der schlimmste Zwischenfall ereignete sich 1993 am Hamburger Rothenbaum, als ein psychisch kranker Fan Monica Seles in den Rücken stach.

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