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French Open : Zverev scheitert an Djokovic

  • Aktualisiert am

Gefangen im Netz: Alexander Zverev Bild: AFP

Alexander Zverev verliert im Viertelfinale der French Open in drei Sätzen gegen Novak Djokovic. Nach gutem Beginn zeigt der Hamburger Schwächen, die der Weltranglisten-Erste ausnutzt.

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          Die etwas holprige Reise von Alexander Zverev ist bei den French Open erwartungsgemäß vorzeitig zu Ende gegangen. Der Weltranglistenerste Novak Djokovic aus Serbien war für den Weltranglistenfünften aus Hamburg an diesem Donnerstag im Viertelfinale eine Nummer zu groß, auf dem Hauptplatz Philippe Chatrier in Roland Garros unterlag Zverev dem 15-fachen Grand-Slam-Sieger mit 5:7, 2:6, 2:6.

          „Ich bin zurückgelegen, und dann habe ich vier, fünf Spiele perfekt gespielt“, sagte Djokovic. „Es ist wichtig, in entscheidenden Situation die Konzentration zu bewahren“, sagte der Serbe. „Ich bin sehr glücklich, wieder im Halbfinale zu sein.“ Der 32-Jährige trifft in seinem 35. Halbfinale bei einem der vier wichtigsten Turniere am Freitag auf Dominic Thiem. Der an Nummer vier gesetzte Österreicher besiegte den Russen Karen Chatschanow (Nr. 10) glatt in 1:47 Stunden mit 6:2, 6:4, 6:2. Das andere Semifinale bestreiten French-Open-Rekordsieger Rafael Nadal und Roger Federer.

          Zverev hatte gegen Djokovic durchaus seine Chancen, konnte sie aber nicht nutzen – wie im ersten Durchgang, als er zum Satzgewinn aufschlug. Die ersten beiden Sätze  beendete er mit Doppelfehlern. Nach 2:09 Stunden und dem zweiten Matchball für Djokovic war das Duell für den zunehmend chancenlosen Zverev bereits zu Ende.

          Auch im vergangenen Jahr war der Hamburger in Roland Garros in der Runde der letzten Acht gescheitert, es bleibt also sein bestes Resultat bei einem der vier Grand Slams. In diesem Jahr war Zverev freilich nicht mit dem Rückenwind einer herausragenden Sandplatzsaison angereist, erst in Genf eine Woche vor Paris hatte er mit seinem elften Turniersieg etwas Selbstvertrauen gewonnen.

          Zverev begann auf einem hohen Niveau, er war dem Favoriten, der im Turnier noch keinen Satz abgeben musste, zunächst ebenbürtig. Dabei spielte der Hamburger druckvoll, aber auch riskant. Er beging mehr „unerzwungene Fehler“ als der Weltranglistenerste, machte aber auch mehr direkte Punkte. Im ersten (2) und zweiten (1) Aufschlagspiel von Djokovic erkämpfte er sich Chancen zu Breaks, vergab sie aber. Dennoch bekam Zverev kurz darauf die Chance, den ersten Satz zu gewinnen. Zum 5:4 gelang es ihm nach dem längsten Ballwechsel des Matches (24) dann doch, seinem Gegner dessen Aufschlag abzunehmen – allerdings kassierte er umgehend selbst ein Break, und zum Satzverlust dann noch eines.

          Zu allem Überfluss servierte Zverev beim dritten Satzball für Djokovic auch noch einen Doppelfehler. „Du musst schon dein bestes Tennis spielen, um gegen ihn eine Chance zu haben“, hatte Zverev vor dem Match geahnt. Idealerweise, ergänzte er, gelänge ihm alles ebenso gut wie zuletzt im November in London, als er Djokovic im Endspiel des ATP-Finals in zwei Sätzen besiegte. Damals aber war Zverev in Bestform, in den vergangenen Wochen und Monaten aber nicht, ebenso wenig an diesem Donnerstag.

          Djokovic, bekanntermaßen gnadenlos beim kleinsten Anzeichen von Schwäche des Gegners, nutzte denn auch den Durchhänger von Zverev sofort aus. Im zweiten Satz nahm er ihm bei der ersten Gelegenheit gleich wieder das Service ab, danach ließ er dem Deutschen kaum einmal eine echte Chance, wieder ins Match zu finden. Den zweiten Satz beendete abermals Zverev – diesmal mit drei Doppelfehlern in Serie. Das entscheidende Break im dritten Satz verursachte er mit einem leichten Volleyfehler. Im dritten Durchgang wirkte Zverev dann auch müde und unkonzentriert. 12:05 Stunden hatte er bis dato auf dem Platz gestanden, Djokovic nur 6:46.

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