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French Open : Marlene Weingärtner rettet die deutsche Tennisehre

  • Aktualisiert am

Im Achtelfinale: Marlene Weingärtner Bild: dpa/dpaweb

Marlene Weingärtner hat überraschend das Achtelfinale der French Open erreicht. Die letzte Deutsche in Paris besiegte in der dritten Runde die an Nummer acht gesetzte Russin Nadja Petrowa.

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          Marlene Weingärtner hat das Achtelfinale der French Open erreicht und damit unverhofft die Rolle der deutschen Hoffnungsträgerin übernommen. Die letzte Deutsche in der dritten Runde besiegte am Freitag in Paris mit 6:3, 6:2 überraschend die an Nummer acht gesetzte Russin Nadja Petrowa, die im Vorjahr im Halbfinale stand.

          Als erste deutsche Spielerin seit Anke Huber 2000 gehört die Heidelbergerin in Paris zu den besten 16. Ein Ergebnis, das sie zuvor schon bei den Australian Open 2002 erreicht hatte. Im Achtelfinale trifft die Nummer 94 der Weltrangliste am Sonntag erneut auf ein russisches Tennis-Talent: Die 17 Jahre alte Maria Scharapowa gilt als „Shooting Star“ der Tennisszene.

          Verletzungen bremsen Karriere

          Marlene Weingärtner durfte sich nach ihrem Überraschungssieg über das stattliche Preisgeld von 54.570 Euro freuen. Die 24jährige hatte die Russin 71 Minuten lang fest im Griff. Petrowa, deren Spiel normalerweise vom Service lebt, gewann nur zwei von neun Aufschlagspielen. „Das war eine Riesenüberraschung“, sagte Fedcup-Kapitän Klaus Eberhard. „Aber bei Marlene ist ab und zu mal so ein Spiel drin. Sie hat das Potenzial.“

          Bei den Australian Open 2003 hatte Weingärtner in der ersten Runde Titelverteidigerin Jennifer Capriati (USA) ausgeschaltet. Danach war sie in aller Munde und erreichte als Nummer 36 der Welt ihr bestes Ranking. Doch Verletzungen warfen die Fedcup-Spielerin, die in ihrer Karriere noch nie ein WTA-Turnier gewonnen hat, permanent zurück. Ständige Trainerwechsel kamen hinzu. Neuerdings wird sie vom früheren deutschen Meister Christian Vinck trainiert. Der 28jährige hat etwas Ordnung ins Chaos der künstlerisch begabten Tennisspielerin gebracht, die unter dem Namen „Marwei“ nebenher Bilder malt und ausstellt.

          Traum vom Viertelfinale

          In diesem Jahr fehlte sie wegen Bauchmuskelzerrungen und eines Ermüdungsbruchs im Fuß zwölf Wochen. Das Viertelfinale in Wien in der vergangenen Woche war ihr einziges bemerkenswertes Ergebnis vor Paris. Nun könnte sie gegen Scharapowa sogar erstmals ins Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers einziehen.

          Weingärtners Überraschungssieg war nicht der erste im Turnier. Die Titelverteidiger Justine Henin-Hardenne (Belgien) und Juan Carlos Ferrero (Spanien) mußten schon nach der zweiten Runde ihre Koffer packen. Zum ersten Mal in der Geschichte der French Open sind beide Vorjahressieger zu so einem frühen Zeitpunkt gescheitert. Indes hatte sich die sechsmalige Grand-Slam-Siegerin Serena Williams (USA) gegen die 17 Jahre alte Moskauerin Maria Kirilenko aus höchster Not in Runde drei gerettet.

          Das Grand-Slam-Debüt von Anna-Lena Grönefeld hatte am Donnerstag ein jähes Ende genommen. Das 18jährige aus Nordhorn, die im vergangenen Jahr in Paris den Juniorinnen-Titel gewonnen hatte, war im Match gegen die Russin Jelena Bowina bei einem Spagatschritt mit dem linken Knie böse weggeknickt. Sie mußte aufgeben und ins Krankenhaus gebracht werden. Am Freitag gab es Entwarnung. „Es ist nicht so schlimm, wie zunächst befürchtet. Sie wird nur zwei Wochen pausieren müssen“, sagte Bundestrainer Eberhard.

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