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French Open : DTB-Präsident klagt: „Das ist ein klägliches Abschneiden“

  • Aktualisiert am

Zupackend: Juan-Carlos Ferrero Bild: AP

Ein deutscher Vertreter noch bei den Herren im Turnier, niemand mehr im Dameneinzel. Ein desolates Ergebnis. Ganz anders dagegen die Spanier.

          Wie sehr das deutsche Tennis nach dem Abschied der Ausnahmekönner Steffi Graf, Boris Becker und Michael Stich ins Mittelmaß abgerutscht ist, zeigen die French Open des Jahres 2001. Als einziger von 18 deutschen Tennisprofis schaffte es der Essener Lars Burgsmüller, seine ersten beiden Spiele zu gewinnen. „Das ist ein klägliches Abschneiden“, sagte der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Georg von Waldenfels, seit kurzem auch Sportwart. „Es fehlt die Konstanz. Unsere Spieler sind zu schnell zufrieden.“

          Spanier als Kontrast

          Ganz anders dagegen die Spanier. Elf Herren erreichten die dritte Runde in Roland Garros - ein Rekord in der Landesgeschichte. Den nächsten Schritt vollzog am Freitag der junge Juan-Carlos Ferrero. Als erster Spieler zog der 21-jährige Geheimfavorit ins Achtelfinale ein. Fast mühelos besiegte er in der so genannten Stierkampfarena seinen Landsmann Jacobo Diaz 6:1, 6:7, 6:1, 6:2, musste aber erstmals im Turnier einen Satz abgeben. Dagegen verabschiedete sich auch Großbritannien aus dem Wettbewerb. Nach Greg Rusedski musste auch der an Nummer elf gesetzte Tim Henman nach einem Fünfsatz-Marathon gegen den Argentinier Guillermo Canas gehen.

          Tragisches Aus für US-Hoffnung Roddick

          Schmerzen und Tränen, aber diesmal aus Enttäuschung gab es für Andy Roddick: Zwei Tage nach seinem trotz Krämpfen errungenen Triumph über Michael Chang musste der Publikumsliebling in der dritten Runde der French Open aufgeben.

          Die 18 Jahre junge US- Hoffnung stürzte im Duell der Nachwuchsstars gegen den 20-jährigen Australier Lleyton Hewitt beim Stand von 7:6 (8:6), 4:6, 2:2 und konnte danach wegen einer Verletzung im linken Oberschenkel nicht mehr weiterspielen. Bis zum plötzlichen Ende hatten die beiden Jungstars über mehr als zwei Stunden ein hochklassiges Duell auf dem Court Central geboten.

          Titelverteidiger Gustavo Kuerten weiter im Turnier

          Der Brasilianer überstand seine erste harte Prüfung im diesjährigen Turnier. Kuerten musste aber 3:11 Stunden lang hart arbeiten, ehe das 6:3, 6:7 (3:7), 7:6 (7:5), 6:2 gegen den Marokkaner Karim Alami unter Dach und Fach war.

          Haas: „Ich weiß, dass ich Potenzial habe“

          Von solchen Erfolgserlebnissen sind die deutsche Herren derzeit weit entfernt. Seitdem Michael Stich 1996 das Finale gegen Jewgeni Kafelnikow verlor, steht die Achtelfinal-Teilnahme von Jens Knippschild 1998 als das beste Resultat in Roland Garros.

          In den vergangenen beiden Jahren kam nur Thomas Haas in die dritte Runde, 1997 stand kein Deutscher unter den letzten 32. Knippschild und Haas scheiterten diesmal in Runde zwei. Er ergab sich zwar nicht in die glatte Niederlage, der ein viel versprechender Auftakt vorausgegangen war. Doch der sonst wegen seiner Einstellung häufig kritisierte Nicolas Kiefer hatte sich bei seinem Erstrunden-Aus gegen Juan Balcells wesentlich heftiger gewehrt. „Es hatte nichts mit der Einstellung zu tun. Ich weiß, dass ich das Potenzial habe und werde daran arbeiten“, sagte Haas.

          „Das Aufbäumen fehlt“

          Die deutschen Damen können - wie Steffi Graf bei Andre Agassi - im Einzel geschlossen zuschauen. Jana Kandarr zeigte nach dem Triumph über Amelie Mauresmo gegen Rita Grande ihr Alltags-Gesicht. Anke Huber schob ihr Aus gegen Junioren- Siegerin Virginie Razzano zumindest nicht auf ihre jüngste Fußverletzung. Die erfahrene Barbara Rittner blamierte sich nach einem 6:0 im ersten Satz gegen die Ungarin Zsofia Gubasci. „Dieses letzte Aufbäumen fehlt. Die anderen haben den unbedingten Siegeswillen - wie Graf, Becker oder Stich es auch hatten“, sagt von Waldenfels.

          Der DTB hat wenig Einfluss auf die Leistungen seiner Besten, das weiß auch der Chef. „Haas, Kiefer und Prinosil sind Unternehmer, die ihren Marktwert selbst bestimmen und von Werbeverträgen leben.“ Und von Preisgeldern: Über drei Millionen Dollar haben Haas und Kiefer immerhin schon eingespielt. Große sportliche Besserung ist bald in Wimbledon - trotz eines anderen Belages - nicht zu erwarten. Steeb sagt: „Ein Spieler im Viertelfinale wäre schon ein Erfolg.“

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