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WM-Aus für DFB-Frauen : Totale Verunsicherung

Konnten das WM-Aus nicht abwenden: Deutschlands Fußball-Nationalspielerinnen Almuth Schult (l) und Marina Hegering Bild: dpa

Halbfinale und Olympia verpasst: Der erste Gegentreffer der WM wirft die deutschen Fußballfrauen aus der Bahn. Bundestrainerin Voss-Tecklenburg aber bekommt Rückendeckung vom DFB.

          Am Sonntagmorgen löste sich die Fußball-Reisegesellschaft schnell auf. Am Teamhotel Domaine de Cicé-Blossac, zwölf Kilometer außerhalb von Rennes gelegen, stieg Dzsenifer Marozsan als Erste in ein Taxi, um noch einen frühen Zug ins heimische Saarbrücken zu bekommen. Einige Essener Spielerinnen fuhren im Auto der Familie einer Mitspielerin nach Deutschland zurück. Der Rest saß um 9.30 Uhr in einem Bus zum Bahnhof, von wo aus es per Zug zum Flughafen nach Paris und dann in diverse Flieger nach Deutschland ging. Das deutsche Team löste sich in einzelne Teile auf.

          Frauenfussball-WM 2019

          So wie phasenweise am Vorabend bei der 1:2-Niederlage im Viertelfinale der Frauen-WM gegen Schweden vor 25.000 Zuschauern im Roazhon Park, als das Team nicht mehr in der Lage war, sich im Kollektiv gegen die Niederlage zu stemmen. Jede einzelne Spielerin war willig, aber die Gemeinschaft war schwach. „Ich hatte eigentlich nicht den Eindruck, dass ich verkrampfe, aber dann schaut man eben doch immer wieder auf die Uhr“, sagte Lina Magull vielsagend. Deutschland hat nicht nur das WM-Halbfinale mit einem attraktiven Duell gegen die Niederlande verpasst, sondern auch die Qualifikation am olympischen Fußballturnier in Japan, nachdem die DFB-Auswahl 2016 noch Gold errungen hatte.

          Dabei führten die Deutschen sogar, nachdem Magull einen lehrbuchmäßig herausgespielten Treffer erzielt hatte (16. Minute). Ein Tiefenlauf von Lea Schüller verleitete die schwedische Abwehrreihe zur Rückwärtsbewegung, Däbritz spielte in den freien Raum und Magull vollstreckte. Schüller hatte noch eine Torgelegenheit, dann aber war es das mit der deutschen Herrlichkeit. Der Gegentreffer durch Sofia Jakobsson (22. Minute), ein Zufallsprodukt aus einem Befreiungsschlag von Carolin Sembrant und der Unaufmerksamkeit der deutschen Abwehrkette, war schon fast der Niederschlag. Der erste Gegentreffer im gesamten Turnier reichte, um das zuvor 15 Monate lang ungeschlagene deutsche Team vollkommen zu verunsichern. „Wir haben uns von einem langen Ball, der zum Tor führt, aus dem Tritt bringen lassen“, sagte Torhüterin Almuth Schult, die zudem mit sich selbst haderte: „Ich war noch mit den Fingern am Ball. Wenn ich den gehalten hätte, wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen. Dann aber hatte Schweden mehr Torchancen. Es hat nicht gereicht, das müssen wir uns eingestehen.“

          Es ehrte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, dass sie nicht zwei strittige Entscheidungen anführte, um Ausflüchte zu suchen. Vor dem 1:2 (48.) durch Stina Blackstenius hätte die französische Schiedsrichterin Stephanie Frappart durchaus ein Foul an Lina Magull ahnden können. Zudem hatte Hedvig Lindahl in der Schlussphase bei einer der wenigen deutschen Torgelegenheiten im Luftkampf mit Alexandra Popp mit der Faust nur deren Kopf erwischt. „Das waren aber nicht die Gründe für die Niederlage. Wir hoffen, dass wir beim nächsten Mal mit der Erfahrung dieser Niederlage besser sein können“, sagte die Bundestrainerin.

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