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Svenja Huth im Gespräch : „Die WM wird ein schönes Fest“

„Ich musste nicht zu den Männern schauen, um mir ein Idol zu suchen“. Svenja Huth Bild: Picture-Alliance

Svenja Huth soll bei der WM eine wichtige Rolle bei den DFB-Frauen spielen. Im FAZ.NET-Interview spricht sie über ein Fußballleben ohne männliche Vorbilder, die neue Bundestrainerin und den Abschied von ihrem Verein.

          Im bemerkenswerten Werbespot der Commerzbank zur Frauenfußball-WM heißt es, dass die aktuelle Generation deutscher Nationalspielerinnen keine Vorbilder mehr bei den Männern braucht, sondern auf eigene Vorbilder aus dem Frauenfußball verweisen kann. Stimmt das bei Ihnen?

          Ja, ich habe als junge Spielerin beim FFC Frankfurt das Glück gehabt, mit meinem Vorbild Birgit Prinz trainieren und sogar spielen zu dürfen. Da waren dann auch noch Kerstin Garefrekes, Sandra Smisek, Steffi Jones, Nia Künzer oder viele andere. Da habe ich mir gesagt, dass ich das auch erreichen will. Ich musste nicht zu den Männern schauen, um mir ein Idol zu suchen. Aber sicher habe ich mir da auch immer versucht, was abzuschauen.

          Frauenfussball-WM 2019

          Sind Sie jetzt schon selbst ein Vorbild?

          Das müssen Sie die Mädchen in den Nachwuchsteams in den Vereinen fragen!

          Sie sind immer mehr in eine verantwortungsvolle Rolle reingewachsen. Jetzt sind sie stellvertretende Spielführerin. Wie haben Sie diese Entwicklung erlebt?

          Das war ja schon unter Steffi Jones so, dass mir mehr Verantwortung übertragen wurde. Unter der neuen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg war das dann ein schöner Vertrauensbeweis, dass sie mich zur Vizekapitänin gemacht hat. Das tut auch meinem Spiel gut. Ich will dieser Führungsrolle gerecht werden.

          Wenn Sie gerade Steffi Jones ansprechen: Sie hatte vor der letztlich so unglücklich verlaufenen EM 2017 prophezeit, dass Svenja Huth sich zur erfolgreichen Torjägerin entwickeln wird und hatte auf Sie als EM-Torjägerin gesetzt. Dann verletzten Sie sich im ersten Spiel und vielleicht wäre die EM ja sonst anders verlaufen. Nun sind Sie tatsächlich zur Torjägerin geworden und haben gerade im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Island die beiden so wichtigen Tore erzielt. Erfüllen Sie nun die Prophezeiung von Steffi Jones?

          Ich habe schon in den vergangenen vier Jahren in Potsdam in der Bundesliga gezeigt, dass ich Tore erzielen kann. Da habe ich mich nicht nur sportlich, sondern auch als Persönlichkeit weiterentwickelt. Es ist natürlich schön für eine Offensivspielerin, wenn zu guten Leistungen auch Tore dazukommen und man nicht nur vorbereitet. Die zwei Tore auf Island waren aber sicherlich die wichtigsten Tore meiner bisherigen Karriere. An die erinnere ich mich natürlich gerne zurück.

          Svenja Huth soll eine wichtige Rolle bei der WM einnehmen.

          Helfen diese Erfolgserlebnisse, wenn Sie nun bei dieser WM vor dem Tor auftauchen?

          Je mehr Erfolgserlebnisse man hat, umso mehr Selbstvertrauen hat man auch. Das hilft dann natürlich. Aber wenn ich nicht treffen sollte und stattdessen Alex Popp die Tore erzielt, ist mir das genauso recht.

          Ihr Team ist auf der einen Seite seit 12 Spielen und 14 Monaten ungeschlagen. Auf der anderen Seite ist noch das schwache Abschneiden bei der Europameisterschaft 2017 in Erinnerung. Wo steht das deutsche Team wirklich?

          Wir haben 2017 erfahren, dass wir früh ausgeschieden sind. Wir haben es geschafft, uns gemeinsam aus diesem Tief herauszubringen. Das Gute daran war, was wir aus diesen Niederlagen gelernt haben. Das hat uns stark gemacht. Auch aufbauend darauf ist ein Wir-Gefühl gewachsen. Unser Hashtag „WIR #IMTEAM“ ist nicht nur ein Spruch. Wir verstehen uns wirklich richtig gut.

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