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Südafrikas Fußballfrauen : Ein VIP-Ticket für beherzte Auftritte

Spielführerin des südafrikanischen Teams: Janine van Wyk ist die Erfahrenste ihres Teams. Bild: Reuters

Südafrikas Fußball-Nationalteam der Frauen brauchte kein Gewinnspiel, um zur WM nach Frankreich fahren zu dürfen. Das Team darf dank einer erfreulichen sportlichen Entwicklung gegen Deutschland antreten.

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          So überraschend wie der Gewinn in einem Preisausschreiben kam die erste Qualifikation von Südafrika für die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen nicht: Das Team, das im Land den Spitznamen „Banyana Banyana“ trägt, war schon zweimal bei Olympischen Spielen dabei. Die Qualifikation dafür ist bei nur zwölf Teilnehmern eigentlich schwerer als für eine WM mit 24 Qualifikanten. Die Fahrt zum Endturnier nach Frankreich haben sich die Südafrikanerinnen durch den zweiten Platz bei der Afrika-Meisterschaft redlich verdient, erst im Finale unterlagen sie Seriensieger Nigeria im Elfmeterschießen. Die Auswahl gilt als jene in Afrika, die sich in den vergangenen Jahren am besten weiterentwickelt hat.

          Deshalb war es für Spielführerin Janine van Wyk offensichtlich umso amüsanter, als der Kassierer an einer Tankstelle ihr Ende März nach dem Tanken anbot, an einem Gewinnspiel teilzunehmen: Der erste Preis sei eine Reise mit dem südafrikanischen Frauenfußball-Nationalteam zur Weltmeisterschaft in Frankreich. Van Wyk antwortete, dass sie bereits nach Frankreich fahre, sie habe ein VIP-Ticket gewonnen. Anschließend postete sie bei Twitter ein Bild und erzählte vom lustigen Dialog. Van Wyk versteht Humor und geht denkbar entspannt mit der fehlenden Bekanntheit ihrer Person im Heimatland um, obgleich sie als einzige hellhäutige Spielerin im Team des WM-Teilnehmers ins Auge fällt. Ein ähnliches Angebot zu einem Preisausschreiben könnte eine unerkannt gebliebene deutsche Spielerin hierzulande auch bekommen.

          So humorvoll Janine van Wyk mit dieser Geschichte von der Tankstelle umgeht, so überzeugend trat ihre Mannschaft im bisherigen Turnierverlauf auf: Gegen Spanien führte Südafrika zur Pause mit 1:0, verlor erst durch einen fragwürdigen Elfmeter die Kontrolle und letztlich die Partie 1:3. Gegen China leisteten die Südafrikanerinnen ebenfalls beherzt Gegenwehr und unterlagen nur knapp 0:1. Gegen Deutschland (18 Uhr/ ARD und DAZN) ist Südafrika nun abermals Außenseiter. Für die Chance auf ein Weiterkommen müssten sie gar gegen den zweimaligen Weltmeister und aktuellen Olympiasieger mit vermutlich mindestens zwei Toren Vorsprung gewinnen. So endet die sportlich so tapfer gewonnene Reise zur WM wahrscheinlich schon in der Vorrunde.

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