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Kampf um Gleichberechtigung : Laufender Protest im Frauenfußball

Stummer Protest: Megan Rapinoe (Dritte von links) schweigt lächelnd während der Hymne und legt auch die Hand nicht auf die Brust. Bild: Picture-Alliance

Die Fußballfrauen in aller Welt kämpfen um mehr Anerkennung – und Megan Rapinoe geht voran. Doch es ist ein langer und vor allem steiniger Weg. Dafür gibt es mehrere Gründe.

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          Die Anspannung ist Megan Rapinoe schon anzusehen, als sie im Stadion von Reims aus dem Teambus steigt. In sich gekehrt mit starren Gesichtszügen geht sie von einer Kamera verfolgt in die Katakomben des Stadions. Auch später beim Aufwärmen und dem Einlaufen ins Stadion ist nichts von der Verkrampfung gewichen. Übliche Nervosität ist es nicht. Die 33 Jahre alte Rapinoe nimmt zum vierten Mal an einer WM teil, der mit 13:0 geschlagene Gegner Thailand flößte auch vor der Partie keine Furcht ein. Rapinoe bereitet sich stattdessen innerlich auf ihren schwersten Moment des Spiels vor: auf die Nationalhymne. Die Kapitänin der amerikanischen Nationalmannschaft verweigert sich seit drei Jahren dem „Star-spangled Banner“. Sie entschied sich damals zu einer Solidarität mit dem NFL-Profi Colin Kaepernick, der kniend gegen die Behandlung von Schwarzen und gegen polizeiliche Gewalt gegenüber Minderheiten in den Vereinigten Staaten protestierte, was ihm das Ende der Karriere als Star-Quarterback bescherte.

          Frauenfussball-WM 2019

          Anfangs kniete Rapinoe wie Kaepernick. Sie war die erste weibliche Athletin, die sich der Protestgeste des Footballstars anschloss, zudem hatte kein weißer Sportler zuvor gekniet. Sie ließ davon erst wieder ab, als der amerikanische Fußball-Verband (US Soccer) das Knien während der Hymne verbot. Seither schweigt sie, wenn ihre Mitspielerinnen die Stimme erheben: Als einzige singt Rapinoe vor dem Anpfiff die Hymne nicht mit und legt auch die Hand nicht auf die Brust, wie die Amerikanerinnen es zu tun pflegen, wenn „the land oft the free“ besungen wird. Stattdessen blickt sie mit starrem Gesichtsausdruck ins Leere.

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