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Geschichte des Frauenfußballs : Die wilden Kerlinnen

Die Mannschaft von Fortuna Dortmund in den fünfziger Jahren; die Dame mit dem Ball in der Hand ist Christa Kleinhans Bild: privat

Als Frauen in Deutschland zum ersten Mal richtig Fußball spielen wollten, wurde ihnen gesagt: Spielt doch Handball. Doch auch ein DFB-Verbot hielt sie nicht auf. Die Frauen spielten wild weiter, bis der Weltmeister auch seine Weltmeisterin hatte.

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          Bajramaj kam 1992 mit den Eltern nach Remscheid. Sie waren vor der serbischen Unterdrückung der Albaner im Kosovo geflohen. Bajramaj ging auf die Hauptschule, danach auf die Abendschule, schaffte die mittlere Reife, bekam die deutsche Staatsbürgerschaft, ging zur Bundeswehr. Aber was all die Jahre eigentlich zählte, war Fußballspielen, der Aufsteigersport, erst in Giesenkirchen, in Mönchengladbach, dann für den FCR Duisburg, schließlich für Turbine Potsdam. Bajramaj hat es geschafft, hat alles gewonnen, den DFB-Pokal, die deutsche Meisterschaft, Champions League, die Weltmeisterschaft.

          Wenn Bajramaj nur Bajramaj wäre, hätten die muslimischen Eltern gegenüber dem kindlichen Drang zur Karriere und zum Fußball sicherlich keine Bedenken gehabt. Aber Bajramaj ist Frau Bajramaj, Lira Bajramaj, die Aufsteigerin mit Migrationshintergrund, die in den kommenden Tagen und Wochen durch fast jeden Werbespot dribbelt, der zur Fußball-WM der Frauen geschaltet wird. Im vielleicht sehenswertesten all dieser Werbestreifen stellt sie Mesut Özil in den Schatten, den Nationalspieler, den Fußball-Aufsteiger mit Migrationshintergrund, den Mann. Der Deutsch-Türke muss sich mit der Nebenrolle begnügen und auf die Pässe seiner Mitspielerin hoffen.

          „Ich habe einfach Fußball gespielt“

          Auch Christa Kleinhans wäre gerne so schnell anerkannt worden, so hoch aufgestiegen. Aber eigentlich wollte sie nur spielen. Sie durfte es auch, auf der Straße vor ihrem Elternhaus im Dortmunder Stadtteil Hörde. Vater und Mutter erlaubten es dem kleinen Mädchen. Und die Jungs aus der Nachbarschaft in der Willem-van-Vloten-Straße wählten sie bei den täglichen Fußballspielen sogar immer als eine der Ersten, nachdem das „Piss-Pott“ zwischen den beiden Kapitänen des Tages darüber entschieden hatte, wer zuerst aussuchen durfte aus dem Kreis der Mitspieler, zu denen eben das eine Mädchen gehörte. Als Kind war Christa Kleinhans gleichberechtigt. Sie schoss Tore. Sie dribbelte. Und sie foulte auch, wenn es nötig war. „Ich habe einfach Fußball gespielt“, sagt die heute 75 Jahre alte Dortmunderin.

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          Als es dann aber Ende der vierziger Jahre darum ging, ihren Sport mit mehr Ernsthaftigkeit betreiben zu wollen, war Schluss. In den Nachkriegsjahren war noch nicht daran zu denken, dass Mädchen auch organisiert gegen einen Ball treten könnten. „Die Jungens sind dann in die Vereine gegangen, und ich stand mit meiner Fußballleidenschaft allein auf der Straße“, sagt die Beamtin im Ruhestand. Während beispielsweise Feldhandballvereine schon lange auch Mädchenmannschaften trainierten, waren Fußballklubs noch reine Männergesellschaften.

          Die Tricks beim Vater abgeschaut

          Das war die Zeit, als Anne Trabant geboren wurde, 1949, im Gründungsjahr der Bundesrepublik. Anne Trabant kickte in Emlichheim bei Nordhorn mit den Jungs, schaute sich beim Vater bei dessen Spielen die Tricks ab. Manchmal durfte sie, wenn gerade ein Trainer im Amt war, der es erlaubte, bei den Bubenmannschaften mittrainieren. „Aber mit 12 oder 13 Jahren war auch das vorbei“, sagt sie heute. „Dann musste ich eben Leichtathletik machen oder Tennis oder Handball spielen. Und dabei war Fußball genau das, was ich konnte und wollte.“

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