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Fußball-WM : England überflügelt Japan

Große Augen: Ellen White und England jubeln über die Führung Bild: dapd

Die bislang so glänzenden Japanerinnen haben gegen konzentrierte Engländerinnen das Nachsehen: White und Yankey treffen und schießen die „Drei Löwinnen“ zum Gruppensieg. Neuseeland schafft gegen Mexiko spät ein 2:2.

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          Kurz vor der WM traf Hope Powell eine Aussage, die für eine Führungskraft des englischen Fußballs sehr mutig ist: „Wir wollen das neue Deutschland werden.“ Damit meinte die Frau, die seit 13 Jahren das englische Team trainiert, das Ziel, „die führende Nation im Frauenfußball“ zu werden. Der eher maue WM-Start des EM-Zweiten hatte das zuletzt ein wenig großspurig klingen lassen. Doch am Dienstag ließen die Engländerinnen den Worten Taten folgen.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Dank Schnelligkeit, Zweikampfstärke und Schusskraft, den klassischen Tugenden englischen Fußballs, kamen sie vor 20 000 Zuschauern in Augsburg gegen Japan zu einem verdienten 2:0 und holten sich den Gruppensieg. Japan hatte trotz der bereits sicheren Qualifikation für das Viertelfinale keine Spielerinnen geschont, es spielte dieselbe Elf, die zuvor mit einem 4:0 gegen Mexiko überzeugt hatte. Doch diesmal fehlte ihr die Torgefahr. Der „deutsche“ Sturm, Kozue Ando vom FCR Duisburg und Yuki Nagasato von Turbine Potsdam, kam zumeist über harmlose Weitschüsse nicht hinaus.

          Deutlich gefährlicher das englische Pendant Ellen White. Nach 15 Minuten erlief die englische Mittelstürmerin einen Vierzig-Meter-Pass aus der eigenen Abwehr und lenkte den aufspringenden Ball mit der ersten Berührung als Heber über Torhüterin Ayumi Kaihori in den Torwinkel - bisher eines der besten Tore der WM. Nach 38 Minuten wäre der 22 Jahre alten Stürmerin des FC Arsenal beinahe das zweite Traumtor gelungen. In der Nähe des Elfmeterpunktes nahm sie eine halbhohe Flanke als Mischung aus Fallrückzieher und Lupfer. Die japanische Torhüterin konnte den Ball gerade noch an die Latte lenken.

          Fehlflug: Yamago kann das 0:1 nicht verhindern

          Smith ausgewechselt

          Die Japanerinnen spielten filigraner, kombinierten feiner, aber es war eine andere Gewichtsklasse - es fehlte der Punch. Zudem gab es in der gesamten ersten Hälfte keine einzige Ecke und keinen Freistoß aus gefährlicher Position für Japan. Die Engländerinnen schienen gewarnt vor Aya Miyama. Erst in der 49. Minute schafften sie es nicht mehr, den Einsatz der Standardspezialistin zu verhindern, prompt wurde es gefährlich. Die aus halbrechter Position scharf Richtung Tor gedrehte Freistoß-Hereingabe erreichte Yuki Nagasato am Fünfmeterraum, diese verfehlte im Fallen das Tor knapp. Es gab vermehrt gute Kombinationen der Japanerinnen, die aber in Gegenwart der am Strafraum versammelten robusten Britinnen stets die nötige Durchschlagskraft verließ.

          Das Vorbild Deutschland kopierte Hope Powell mit einer Auswechslung, als sie wie ihre Kollegin Silvia Neid nach einer guten Stunde ihren Altstar, die 32-jährige Kelly Smith, herausnahm. Wütend und ohne der Trainerin einen versöhnlichen Handschlag anzubieten, stampfte die Spielmacherin Richtung Bank. Und wie bei der Auswechslung von Birgit Prinz beim 1:0 gegen Nigeria dauerte es auch bei den Engländerinnen nur kurz, bis das Team zu einem Torerfolg kam. Rachel Yankey erreichte eine Flanke mit der Fußspitze und hob den Ball über die kleine japanische Torhüterin zum 2:0 ins Netz - ein Vorsprung, den die kompakt verteidigenden Engländerinnen sicher ins Ziel brachten.

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