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Frauenfußball : Weltmeister FFC Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Hoffnung für Deutschland: Die Amerikanerin Ali Krieger kämpft auch für die Ehre des deutschen Frauenfußballs Bild: dpa

Deutschland wird definitiv nicht mehr Weltmeister. Aber der deutsche Frauenfußball kann noch immer triumphieren. Vor allem der FFC Frankfurt ist eigentlich schon so gut wie Titelträger. Und danach ist Weltoffenheit gefragt.

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          Deutschland mag geschlagen, gedemütigt und ausgeschieden sein. Der deutsche Frauenfußball mag in der Krise stecken. Aber der FFC Frankfurt kann jubeln und auf den Weltmeistertitel hoffen und die Ehre des deutschen Frauenfußballs retten. Mindestens eine Spielerin steht nämlich im Finale der Weltmeisterschaft, die bislang für den Klub gespielt hat oder künftig ihr Geld am Brentanobad verdienen wird. Da ist sie doch endlich, die positive Nachricht in diesen düsteren Tagen für den deutschen Frauenfußball.

          Im Duell zwischen Schweden und Japan, das passenderweise in einem Frankfurter Stadion ausgetragen wird, stehen sich Jessica Landström und Sara Thunebro auf der einen sowie Saki Kumagai auf der anderen Seite gegenüber. Die beiden Schwedinnen stehen schon seit längerer Zeit beim deutschen Pokalsieger unter Vertrag. Die japanische Deutschland-Bezwingerin wird nach der Weltmeisterschaft ihren sportlichen Dienst in Frankfurt antreten - und künftig zweimal im Jahr gegen ihre Landsfrauen und Nationalelf-Kolleginnen Yuki Nagasato (Turbine Potsdam) und Kozue Ando (FCR Duisburg) spielen.

          Im anderen Halbfinale zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten kämpft zudem Ali Krieger um den Einzug ins Finale. Die 26 Jahre alte Amerikanerin war in den vergangenen drei Jahren beim FFC einer der Publikumslieblinge. Ihre Zukunft ist noch offen, eventuell muss die Rechtsverteidigerin und bekennende Deutschland-Liebhaberin zugunsten ihrer Zukunft im Nationalteam nach der WM wieder in ihre amerikanische Heimatliga zurückkehren.

          Weltoffenheit ist gefragt

          Zuvor allerdings kommt ihr eine ganz wichtige Aufgabe zu: Sie muss mit ihren Teamgefährtinnen dafür sorgen, dass Siegfried Dietrich in aller Ruhe das WM-Endspiel schauen kann. Der Manager des FFC Frankfurt möchte schließlich die sicherlich schon vorgefertigte Pressemeldung mit dem Glückwunsch des Klubs zum Gewinn der Weltmeisterschaft einer seiner Akteurinnen kurz nach Schlusspfiff am Sonntagabend in die Welt hinausschicken. Dafür wäre es gut, wenn die Französinnen, die ganz ohne FFC-Unterstützung auskommen, im Halbfinale an den Amerikanerinnen scheitern würden.

          Dietrich hätte freilich noch eine weitere Möglichkeit, um ganz sicher zu gehen. Die ein oder andere französische Spielerin täte seinem Ensemble durchaus ganz gut. Wir denken da beispielsweise an die exzellente Linksverteidigerin Sonia Bompastor oder die treffsicheren Stürmerinnen wie Gaetane Thiney oder Marie-Laure Delie. Es können natürlich auch noch ein paar mehr Spielerinnen sein. Und warum soll sich Dietrich nicht gleich seinen Traum von gleich sechs Weltmeisterinnen erfüllen, den er vor der WM geäußert hatte? Dann heißen sie eben nicht Birgit Prinz, Nadine Angerer oder Lira Bajramaj, sondern Abby Wambach, Hope Solo, Megan Rapinoe und Ali Krieger. So weltoffen sollte Frankfurt doch sein, oder?

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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