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Frauenfußball : Spieglein, Spieglein

  • -Aktualisiert am

Schon sehr süß: diese Bajramaj Bild: dpa

Schauspielerin Furtwängler findet „diese Bajramaj schon sehr süß“. Eine Ausstellung zeigt, wie erotisch Fußball ist. Und die Eröffnungsfeier präsentiert „20Elf von seiner schönsten Seite“. Ist Frau Königin Fußball die Schönste im ganzen Land?

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          Ich finde diese Bajramaj schon sehr süß – auch sehr attraktiv. Das ist natürlich kein Satz von mir, dem Autoren dieser Glosse also, denn für diese Aussage wird man als Mann ja umgehend vom Platz gestellt. Nein, die Schwärmerei stammt von Schauspielerin Maria Furtwängler und ist – wie auch das Zitat „Das Trikot sieht ganz hübsch aus“ - gerade von der Deutschen Presseagentur verbreitet worden.

          Frau Fernsehkommissarin Furtwängler gehört zur „Besonderen Elf“ der Fußball-WM der Frauen, einer Reihe von Vorzeige-Damen um „Teamchefin“ Angela Merkel, die für die Titelkämpfe werben sollen. Ob Frau Furtwängler nun der WM als Sportereignis hilft oder ob sie die Wahrnehmung eher auf ganz andere Aspekte lenkt, diese Frage lassen wir mal im Raum stehen.

          Schnell gehen wir auch hinweg über eine andere Agenturmeldung, nämlich jene zur Ausstellung im Schwulen Museum Berlin, wo gezeigt werden soll, wie erotisch der Lieblingssport der Deutschen ist – mit 22 Kunstobjekten zum Zusammenhang von Sexualität und Fußball, darunter ein Fußball, in den eine der Künstlerinnen eine pinke Vulva genäht hat. Die Kulturstiftung des Deutschen Fußball-Bundes hat sich übrigens an der Ausstellung mit 5000 Euro beteiligt.

          Hoffentlich hält der Spiegel keine Überraschungen bereit

          Ein bisschen mehr gekostet hat es die WM-Macher, das bunte Eröffnungsspektakel am Sonntagnachmittag im Berliner Olympiastadion vorzubereiten, auf das man nach den klischeehaften Lederhosen-Darbietungen vor der Männer-WM 2006 in München gespannt sein muss. Die Pressemeldung von Donnerstag früh lässt einiges erwarten – oder sollte man sagen, befürchten? 1500 Fans der 16 teilnehmenden Nationen würden am Sonntag den WM-Slogan „20Elf von seiner schönsten Seite“ durch große Bilder erlebbar machen. „Dabei stehen die Schönheit und Eleganz des Frauenfußballs im Mittelpunkt der elfminütigen Zeremonie. Als wiederkehrendes gestalterisches Element diene der Spiegel. Hat da jemand zu viel Märchen gelesen?

          „Spieglein, Spieglein an der Wand, Wer ist die schönste im ganzen Land?“ Frau Königin Fußball, oder? Weiter im Text. „Neun verspiegelte Wagen repräsentieren die Spielorte Augsburg, Berlin, Bochum, Dresden, Frankfurt, Leverkusen, Mönchengladbach, Sinsheim und Wolfsburg. Im Mittelpunkt der Eröffnungsfeier steht ein überdimensionaler Globus, der sich nach einem Schuss der U-20-Weltmeisterin Inka Wesely in einen riesigen runden Spiegel verwandelt.“

          Hoffentlich hält der Spiegel keine Überraschungen bereit, in dem Sinne: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier. Aber der Männerfußball über den Bergen bei den sieben Zwergen ist noch tausendmal schöner als Ihr.“ Das ist natürlich gemein und politisch überhaupt nicht korrekt, so etwas zu schreiben. Schande. Wahrscheinlich kommt gleich Frau Furtwängler, um mich an die Wand zu werfen. Und dann werde ich leider nicht zum Prinzen, sondern bleibe der hässliche Frosch.

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