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Frauenfußball-Nationalteam : Mit Lust und Mut zur WM

Zuversicht: Die deutschen Fußballfrauen um Carolin Simon freuen sich auf die WM. Bild: dpa

Die deutschen Fußballfrauen versprühen im letzten WM-Test gegen Chile Spiellaune: Der Fixpunkt im Spiel ist Dzsenifer Marozsan. Als Zusatzanreiz gäbe es im Erfolgsfall die höchste Prämie in der Geschichte des deutschen Frauenfußballs.

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          Ein simpler Abstoß zeigte beim 2:0-Sieg der deutschen Fußballfrauen gegen Chile im letzten Test vor der Abreise zur Weltmeisterschaft in Frankreich, dass die Detailplanung stimmt. Carolin Simon nahm den Ball von Torhüterin Almuth Schult noch im Strafraum auf. Ein Raunen ging durchs bei über 10000 Zuschauern gut gefüllte Regensburger Stadion. Alle erwarteten, dass die Aktion von der Schiedsrichterin hätte unterbunden werden müssen. Aber nein: Die deutschen Fußballfrauen haben gemäß ihres so aufmerksamkeitserregenden Spots nicht nur Pferdeschwänze, sie waren auch ihrer Zeit um zwei Tage voraus. Vom 1. Juni an gelten ein paar neue Regeln und auch jene, die den Abstoß reformiert. Der Ball muss fortan den Strafraum nicht mehr verlassen, bevor er weitergespielt werden darf. Bei der WM finden die neuen Regeln (siehe Seite 36) erstmals Anwendung, in Regensburg wurden sie aus Vorbereitungsgründen schon vor dem Stichtag angewendet.

          Aber nicht nur die Regelkenntnis stimmt beim deutschen Team: Auch wenn gegen Chile nur zwei Tore gelangen durch einen Volleyschuss von Alexandra Popp (29.) sowie eine verunglückte, aber in den rechten Torwinkel segelnde Flanke von Carolin Simon (45+2.), so weckte der Auftritt in einer einseitigen Partie gegen die für die WM qualifizierten Südamerikanerinnen Hoffnung für das am kommenden Samstag (15 Uhr) mit dem ersten Vorrundenspiel gegen China in Rennes beginnende Endturnier.

          Dem Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg war die Lust und auch der Mut anzumerken, den die 51 Jahre alte Trainerin seit der Amtsübernahme im vergangenen Dezember vorlebt. Wie schon in den vorangegangenen Länderspielen wurde deutlich, wie sehr Voss-Tecklenburg das Spiel ihres Teams auf Dzsenifer Marozsan zugeschnitten hat. Der Spielaufbau ist vollkommen darauf ausgerichtet, dass die 27 Jahre alte, für Champions-League-Sieger Olympique Lyon spielende Weltklassefußballerin in fast jedem Angriff zur entscheidenden Impulsgeberin wird. Tore fielen nach ihren Pässen freilich nicht, weil vor allem Mittelstürmerin Alexandra Popp allzu viele Gelegenheiten ungenutzt ließ. „Die letzte Konsequenz und Präzision hat uns heute noch gefehlt“, sagte Voss-Tecklenburg. Dabei lächelte die Bundestrainerin so, wie sie es bei jeder neuen Herausforderung zu tun pflegt. Sie ist zuversichtlich, dass die Arbeit am Feinschliff in den vier Trainingstagen in Frankreich sowie im weiteren Turnierverlauf gelingen wird. Mit dabei ist dann auch die and er Schulter lädierte Torhüterin Almuth Schult, die gegen Chile nicht ernsthaft geprüft wurde. „Wir gehen davon aus, dass Almuth mit zur WM geht“, sagte Voss-Tecklenburg. Sie deutete aber auch an, dass ein unglücklicher Zwischenfall Schults Einsatzfähigkeit weiterhin jederzeit gefährden könne.

          Seit Freitag steht zudem fest, welcher finanzielle Anreiz die Motivation der nun seit 14 Monaten und 12 Länderspielen ungeschlagenen Fußballerinnen unterstützt: Als Prämie für einen WM-Titel hat der Mannschaftsrat 75000 Euro mit dem DFB ausgehandelt. Das ist weniger als ein Fünftel dessen, was die Männer im vergangenen Jahr erhalten hätten. Es ist aber der höchste Betrag, der einem Frauen-Team je in Aussicht gestellt wurde.

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